Währung

EU fährt harte Linie gegenüber Großbritannien

“We do not target exchange rates, but we do monitor carefully”

Das fasst die gestrige EZB-Pressekonferenz aus Devisenmarktsicht schon ganz gut zusammen. Im Vorfeld war mit Spannung und auch mit gewisser Sorge erwartet worden, wie sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde zur Gemeinschaftswährung äußern würde, nachdem EZB-Chefvolkswirt Philip Lane vergangene Woche mit seiner Aussage, dass der EUR-USD-Wechselkurs relevant sei, für Verwirrung gesorgt hatte. Wird die EZB versuchen, den EUR-Wechselkurs in irgendeiner Form zu beeinflussen? Die gestrige Sitzung hat klar gemacht: Nein, das wird sie nicht, denn ihr Mandat ist Preisstabilität. Das bringt uns allerdings zum zweiten Teil des obigen Satzes. Denn der zeigt, dass der EUR-Wechselkurs natürlich eine Rolle spielt, da er nunmal Einfluss auf die Preisentwicklung nimmt. Lagarde sagte, dass im Rat über den Wechselkurs intensiv diskutiert wurde und dass der EUR zu einem großen Teil für den Inflationsrückgang der letzten Monate verantwortlich sei.

Dass der EUR zum USD während der Pressekonferenz aufwerten konnte, dürfte kaum verwundern. Denn es gab sicherlich eine Reihe Marktteilnehmer, die darauf gesetzt haben, dass sich die EZB expliziter zur Aufwertung des EUR äußern würde und dem Markt eventuell sogar signalisieren würde, dass weitere EUR-Stärke seitens der EZB nicht wünschenswert ist. Auch dürften Spekulationen am Markt, dass die EZB ihre expansiven Maßnahmen in den nächsten Monaten ausweiten könnte, vorerst einen Dämpfer erhalten haben. Die Inflations- und Konjunkturprojektionen der EZB wurden zum Teil angehoben und Lagarde sagte, dass eine Ausweitung des PEPP Volumens nicht diskutiert wurde. Dies dürfte einige EUR-bearische Marktteilnehmer enttäuscht haben.

Ein Freifahrtschein für weitere ausgeprägte EUR-Stärke war die gestrige Sitzung aber nicht. Immerhin fand der Wechselkurs erstmals seit 2018 wieder Erwähnung im Eingangsstatement der EZB. Auch wenn die EZB offensichtlich die bisherige Aufwertung des EUR als nicht sehr problematisch für die Inflation sieht, denn immerhin hat sie ihre Inflationsprojektionen für 2021 angehoben, könnte ihr eine weitere deutliche EUR-Aufwertung irgendwann doch Sorge bereiten. Dass sie die Wechselkursentwicklung beobachtet, dürfte EUR-Bullen vorsichtiger werden lassen und dürfte ein Grund für die Abwärtskorrektur in EUR-USD nach der Pressekonferenz gewesen sein.

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EU fährt harte Linie gegenüber Großbritannien

Das Pfund musste gestern ordentlich Federn lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem No-deal Brexit kommt, also keine Einigung zwischen der EU und Großbritannien über ein Handelsabkommen bis zum Jahresende, wird immer größer und somit nimmt die Nervosität am Markt zu. Ohnehin hatten wir uns gewundert, dass der Markt zunächst relativ gelassen auf die Ereignisse der letzten Tage reagiert hat. Denn mit dem Vorstoß der britischen Regierung, einseitig Änderungen am bereits beschlossenen Austrittsabkommen vornehmen zu wollen, stieg das Risiko eines No-deal Brexits deutlich an. Manche hatten sicherlich noch auf Verhandlungstaktik seitens Premier Boris Johnson gehofft. Allerdings spitzt sich die Lage immer weiter zu. Gestern forderte die EU-Kommission Großbritannien dazu auf, bis Ende des Monats den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Auch rechtliche Schritte seien denkbar, da Großbritannien gegen internationales Recht verstoße. Die britische Regierung lehnte dies aber bereits ab. Aktuell ist schwer abzusehen, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Wird es rechtliche Konsequenzen für Großbritannien geben, wird am Ende doch ein Kompromiss ausgehandelt, wie steht Großbritannien letztlich international dar, und was geschieht innenpolitisch, denn auch in den Reihen der Tories gibt es wohl kritische Stimmen. Die Gespräche zwischen den beiden zerstrittenen Parteien sollen zwar weitergehen. Die Lage ist jedoch verworren und die hohe Unsicherheit stößt dem Devisenmarkt übel auf. Fürs Pfund dürfte es erstmal ungemütlich bleiben.

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CNY: Risikoprämien

US-Präsident Trump sagte, dass seine Regierung die bis zum 15. September festgelegte Frist für ein chinesisches IT-Unternehmen nicht verlängern wird. „Wir werden sehen, was passiert. Entweder sie werden dichtgemacht oder sie verkaufen“, erläuterte der Präsident und erinnerte daran, dass die Maßnahme gegen das chinesische Unternehmen aus „Sicherheitsgründen“ erfolgt. Wir erwarten, dass sich die Unsicherheit darüber, wie es in dem Streit weitergeht, in den kommenden Tagen in einer höheren Risikoprämie niederschlägt. Die bisherige CNY-Dynamik ergab sich hauptsächlich aus der US-Dollar-Abschwächung, war also ein globaler Einflussfaktor. Es war jedoch klar, dass die Spannungen zwischen den USA und China, also ein für China spezifisches Thema, irgendwann wieder in den Vordergrund rücken würde. Genau das zeichnet sich jetzt am Markt ab. Dies bedeutet, dass der Widerstand bei 6,80 hartnäckiger werden dürfte. Aus dieser Sicht gehen wir davon aus, dass das Aufwärtspotenzial für USD-CNY gegenwärtig größer als das Abwärtspotenzial ist.

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