Rohstoffe

Erneute Korrektur bei Gold

Energie: Abwärtsrisiken am Ölmarkt nehmen zu

Die Ölpreise starten mit leichten Abschlägen in den heutigen Tag, nachdem sie gestern deutlich zulegten. Brent handelt bei gut 42 USD je Barrel, WTI nahe der Marke von 40 USD. Der gestrige Preisanstieg ist auch deswegen bemerkenswert, weil die Nachrichtenlage eher für einen Preisrückgang gesprochen hätte. Einzig die robusten chinesischen Importdaten aus der vorherigen Nacht können als Erklärung für die positive Preisentwicklung herhalten. Dem stand allerdings ein pessimistischer OPEC-Monatsbericht gegenüber. Nicht nur, dass die OPEC ihre Nachfrageprognose für 2021 leicht senkte. Gleichzeitig hob sie ihre Schätzung für das Nicht-OPEC-Angebot in diesem Jahr deutlich an. Sie erwartet nun nur noch einen Rückgang um 2,4 Mio. Barrel pro Tag, da sich die US-Ölproduktion schneller erholt hat als zuvor erwartet. Zudem produzierte Russland im September rund 200 Tsd. Barrel pro Tag mehr als laut “OPEC+”-Abkommen erlaubt gewesen wäre. In der Folge fällt der Bedarf an OPEC-Öl im zweiten Halbjahr deutlich niedriger aus als zuvor erwartet. Dass die OPEC ihre Nachfrageprognose für 2020 nicht weiter nach unten revidierte, sollte nicht überbewertet werden. Schließlich ging die OPEC bislang schon von einem Rückgang um 9,5 Mio. Barrel pro Tag aus, womit sie bereits deutlich pessimistischer war als die IEA. Sollte sich die Corona-Krise in Europa weiter verschärfen und flächendeckende Lockdowns erforderlich machen, könnte die OPEC bei der Nachfrage nochmals den Rotstift ansetzen. Noch liegt die OPEC-Produktion zwar 3 Mio. Barrel pro Tag unter dem für das 1. Quartal 2021 geschätzten Bedarf an OPEC-Öl, was der OPEC auf den ersten Blick Spielraum für die bislang geplante Produktionsausweitung Anfang 2021 eröffnet. Dies kann sich aber schnell ändern, wenn die Nachfrage in den kommenden Monaten wegen der Corona-Pandemie deutlich geringer ausfällt. Zudem dürfte das OPEC-Angebot wegen Libyen deutlich steigen. Wir sehen bei den Ölpreisen weiterhin überwiegend Risiken nach unten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Deutliche Korrektur wegen Dollar-Aufwertung

Gestern Nachmittag hat ohne erkennbaren Grund der US-Dollar plötzlich merklich aufgewertet, was den Goldpreis unter Druck setzte. Dieser verlor daraufhin innerhalb kurzer Zeit fast 40 USD und rutschte klar unter die Marke von 1.900 USD je Feinunze. Am Handelsende stand ein Minus von 1,6% zu Buche. Heute Morgen zeigt sich Gold kaum erholt und notiert weiter unter 1.900 USD. In der Korrekturbewegung gestern dürften einige „zittrige Hände“ aus dem Markt geschüttelt worden sein. Darüber wird die nächste CFTC-Statistik zur Marktpositionierung der spekulativen Finanzinvestoren Auskunft geben, die am Freitag veröffentlicht wird. Der Preisrückgang gestern wurde von den ETF-Investoren bislang nur zögerlich zu Käufen genutzt. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten „nur“ eine Tonne Zuflüsse. Im September hatten die ETF-Anleger nach der Korrektur noch beherzter zugegriffen. Da fiel der Preis allerdings auch noch etwas tiefer bis auf die 100-Tage-Linie, die aktuell bei knapp 1.870 USD verläuft. Diese charttechnisch wichtige Linie sollte Gold unseres Erachtens Unterstützung geben, falls sich der Preisrückgang fortsetzt. Trotz allen Aspekten wie zum Beispiel die ultra-lockere Geldpolitik der Zentralbanken und die niedrigen bzw. negativen Realzinsen, die für Gold sprechen, darf man nicht vergessen, dass der Goldpreisanstieg seit Jahresbeginn fast nur auf die Investmentnachfrage zurückzuführen war. Alle anderen Nachfragekomponenten sind dagegen (sehr) verhalten. Deutlich stärker als Gold ist gestern Silber gefallen: Es gab um 3,8% nach und rutschte zeitweise unter 24 USD je Feinunze. Das Gold/Silber-Verhältnis ist daraufhin wieder auf über 78 gestiegen. Große Verluste verzeichnete gestern auch Palladium (-3,6%). Es hatte in den Tagen zuvor aber deutlich zugelegt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Industriemetalle: Höhere chinesische Aluminium- und Stahlexporte

Wie wir gestern schon kommentiert haben, hat China im September große Mengen Rohstoffe importiert. Gleichzeitig hat das Land auch wieder größere Mengen exportiert. Gemäß Daten der Zollbehörde sind die Ausfuhren von Aluminium und Aluminiumprodukten gegenüber dem Vormonat um knapp 8% auf 426 Tsd. Tonnen gestiegen. Dies war bereits der dritte Monatsanstieg in Folge. Die Exporte lagen aber noch etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Dennoch deutet dies auf den ersten Blick auf eine anziehende ausländische Nachfrage nach chinesischem Aluminium hin. Betrachtet man aber die Preisentwicklung von Aluminium an der LME und SHFE im September, ist der LME-Preis im letzten Monat stärker gefallen als der SHFE-Preis. Dies hätte eher dafür gesprochen, dass mehr Aluminium in China verbleibt. Offenbar produziert China aber deutlich mehr Aluminium als es selbst verbraucht – neue Daten hierzu werden nächste Woche veröffentlicht –, so dass die höheren Exporte auch auf eine schwächere inländische Nachfrage hindeuten. Um der Flut von Aluminiumprodukten aus China entgegenzuwirken, hat die EU heute wie im September angekündigt Strafzölle auf chinesische Aluminium-Strangpressprofile eingeführt. Neben Aluminium hat China im September auch wieder etwas mehr Stahlprodukte exportiert als einen Monat zuvor. Die Ausfuhren lagen mit gut 3,8 Mio. Tonnen aber weiter auf einem relativ niedrigen Niveau. Dennoch deutet dies auf eine zögerlichere Stahlnachfrage in China hin, zumal die Vorräte von warmgewalztem Stahl und Betonstahl in den letzten Wochen gestiegen sind. Inwiefern die Nachfrage nach der Feiertagswoche jetzt wieder anzieht, muss sich noch zeigen.