Rohstoffe

Erholung der Ölnachfrage gerät zunehmend ins Stocken

Energie: Ölpreise erholen sich, Risiken bleiben

Dank der gestrigen Erholung der Aktienmärkte haben die Ölpreise einen Teil ihrer Verluste vom Vortag wieder aufgeholt und notieren heute Morgen mit 38 USD (WTI) bzw. knapp 41 USD je Barrel (Brent) nahe dem Preisband der letzten Monate. Doch wir sehen durchaus Risiken nach unten. So hat die US-Energiebehörde EIA in ihrem gestrigen Monatsbericht ihre Prognose für die Weltölnachfrage sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr erneut nach unten revidiert. Vor allem wegen eines geringeren Anstiegs der chinesischen Nachfrage um nur noch 1 Mio. Barrel täglich fällt die Weltölnachfrage laut EIA im nächsten Jahr mit 99,6 Mio. Barrel täglich rund 500 Tsd. Barrel niedriger aus als vor einem Monat geschätzt. Die Nachfrageprognose für dieses Jahr wurde um 70 Tsd. Barrel auf nunmehr 93,07 Mio. Barrel täglich revidiert, was vollständig durch eine niedrigere Schätzung für die US-Benzinnachfrage erklärt werden kann. Zum Vergleich: Im letzten Jahr wurden nach Daten der EIA weltweit durchschnittlich 101,39 Mio. Barrel Öl täglich verbraucht. Das größte Risiko sieht die EIA weiter in coronabedingten Einschränkungen. Diese führen bereits jetzt zu einer erschreckend schwachen Nachfrage in Indien, dem drittgrößten Ölnachfrage- und Importland der Welt. Daten des Öl- und Gasministeriums zufolge ist die Kraftstoffnachfrage im August im Vergleich zum Juli um 7,5% gefallen, der stärkste Monatsrückgang seit April. Mit 14,39 Mio. Tonnen lag sie etwa 16% niedriger als vor einem Jahr. Auffällig schwach bleibt dabei die Dieselnachfrage, die mit der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung und dem Handel zusammenhängt. Diese ist im August sogar um 12% ggü. dem Vormonat gefallen und lag mit 4,85 Mio. Tonnen fast 21% unter Vorjahr. Die weiterhin sehr hohen Ansteckungsraten – mit fast 100 Tsd. täglich verzeichnet Indien die höchsten Covid-19-Neuinfektionen weltweit und liegt hinter den USA auf Platz zwei bei den Infektionen insgesamt – sprechen für eine sehr verhaltene Nachfrageerholung in den kommenden Monaten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold steigt im Vorfeld der EZB-Sitzung

Der Goldpreis stieg gestern Nachmittag den zweiten Tag in Folge deutlich und erreichte in der Spitze 1.950 USD je Feinunze. Vom Tief am Vortag hat sich Gold damit um mehr als 40 USD verteuert. Preistreibend war gestern ein schwächerer US-Dollar, während die Erholung an den Aktienmärkten an Gold spurlos vorüberging. Bislang kann Gold die Gewinne größtenteils verteidigen. Im Schlepptau von Gold legten auch Silber und Platin spürbar zu. Silber notierte am Morgen wieder oberhalb von 27 USD je Feinunze, nachdem der Preis vor zwei Tagen noch unter 26 USD gerutscht war. Platin erreichte in der Spitze 930 USD je Feinunze. Über die für den Platinpreis positiven Aussagen des World Platinum Investment Council hatten wir in den letzten beiden Tagen hinreichend berichtet. Ergänzend anzufügen ist noch, dass es seit Mitte Juni zu einem kräftigen Anstieg der Platinlagerbestände an der NYMEX gekommen ist. Dieser beläuft sich auf 370 Tsd. Unzen und trägt neben den ETF-Zuflüssen und der robusten Nachfrage nach Barren und Münzen mit dazu bei, dass die Investmentnachfrage in diesem Jahr fast wieder das Rekordniveau des Vorjahres erreichen soll. Der Wold Gold Council veröffentlichte gestern seine Monatsstatistik zu den Gold-ETFs im August. Die gemeldeten Zuflüsse von 39 Tonnen waren die niedrigsten in diesem Jahr. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Zuflüsse auf 938 Tonnen. Während die in Nordamerika gelisteten ETFs im August Zuflüsse von 41 Tonnen verzeichneten, kam es bei den europäischen ETFs erstmals seit November 2019 zu Abflüssen von 11 Tonnen. Heute richtet sich das Interesse am Goldmarkt auf die EZB-Sitzung. Geldpolitische Beschlüsse sind dabei nicht zu erwarten. EZB-Präsidentin Lagarde dürfte sich aber auf der anschließenden Pressekonferenz zum Euro-Wechselkurs und zur neuen Fed-Strategie äußern, was für Ausschläge am Devisenmarkt und auch beim Goldpreis sorgen könnte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver Future Faktor: 6
SB3T6JShortSilver Future Faktor: -6
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Unklare Lage am Zinnmarkt

Zinn hat sich von der Rally der anderen Metallpreise anstecken lassen und ist letzte Woche vorübergehend auf 18.500 USD je Tonne und damit den höchsten Stand seit 14 Monaten gestiegen. Mittlerweile ist es jedoch wieder unter die 18.000 USD-Marke zurückgefallen. Die derzeit verfügbaren Daten zum Zinnmarkt zeigen kein eindeutiges Bild der Lage. Auf der einen Seite hat Indonesien, der weltweit zweitgrößte Zinnproduzent und größte -exporteur, im August gemäß Daten des Handelsministeriums mit 6.159 Tonnen die größte Menge Zinn seit Februar exportiert (+11,6% gegenüber Vorjahr). In den ersten acht Monaten des Jahres waren es demnach 44,5 Tsd. Tonnen, womit der Rückstand zum Vorjahr jetzt nur noch 2,3% beträgt. Die Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus scheinen damit überwunden. Das höhere Angebot macht sich auch in den Lagerbeständen bemerkbar: In den Lagerhäusern der LME wurden die Zinnvorräte seit Anfang August um 41% und in den Lagerhäusern der SHFE um 19% aufgestockt. Ein starker Lageraufbau ist für gewöhnlich ein Anhaltspunkt einer schwachen Nachfrage und/oder hohen Produktion. Auf der anderen Seite war China, der weltgrößte Zinnkonsument, in diesem Jahr bislang Netto-Importeur von Zinnraffinade, während es im letzten Jahr noch netto Zinnraffinade exportiert hatte. Dies liegt zum einen daran, dass China aus Myanmar, seinem Hauptlieferanten, nicht mehr genügend Rohmaterialien erhält, die es zu Raffinade verarbeiten kann. Zum anderen ist die Halbleiterindustrie, die Zinn als Lötmittel benötigt, gut durch die Corona-Krise gekommen. China ist der weltweit größte Halbleiterproduzent.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.