Rohstoffe

Entfesselte Rohstoffpreise

Energie: USA kehren zum Pariser Klimaabkommen zurück

Als eine der ersten Amtshandlungen hat der neue US-Präsident Biden die Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen in die Wege geleitet. Insgesamt dürften die Klimapolitik und der Klimaschutz bei der neuen US-Regierung ganz oben auf der Agenda stehen. Die Implikationen für den Weltölmarkt sind komplex und vielschichtig. Was wird sich stärker auf die Nachfrage auswirken? Die kurzfristigen Stimuli oder die langfristige Abkehr von den fossilen Energieträgern beim Transport und der Stromerzeugung? Nicht weniger komplex sind die Zusammenhänge und Implikationen auf der Angebotsseite. Das Leben für die US-Ölindustrie und insbesondere US-Schieferölindustrie wird unter der neuen Regierung nicht einfacher werden (kein Fracking auf bundeseigenem Land und keine zusätzliche Unterstützung). Die internationalen Ölpreise würde eine langsamere Erholung der US-Ölproduktion tendenziell stützen. Doch zugleich stehen die Zeichen auch im Atomabkommen mit dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten wohl auf Annäherung. Die iranischen Exporte könnten im Falle einer Einigung wieder recht schnell um rund 2 Mio. Barrel täglich steigen. “Nichts Genaues weiß man nicht” könnte man also in Bezug auf den Einfluss der neuen US-Regierung auf den Ölmarkt meinen. Kurzfristig dürften jedoch insbesondere die massiven wirtschaftlichen Stimuli den Ölpreis eher unterstützen. Noch scheint allerdings der US-Ölmarkt recht schwach, wie die gestrigen API-Zahlen zeigten. Demnach sind die US-Rohölvorräte in der letzten Woche unerwartet um 2,6 Mio. Barrel gestiegen. Der Bloomberg-Analystenkonsens rechnet für die erst morgen anstehenden offiziellen DOE-Zahlen mit einem Abbau um über 1,7 Mio. Barrel. Der Markt ist also noch nicht aus dem Schneider, zumal auch die Bestände für Benzin und Destillate gestiegen sind.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Kräftiger Preisanstieg bei Edelmetallen, Silber-ETFs mit massiven Zuflüssen

Die Edelmetalle sprangen gestern Nachmittag urplötzlich und ohne einen erkennbaren Grund nach oben. Am Ende des Tages stand für Gold ein Plus von 1,7% und ein Anstieg auf 1.870 USD je Feinunze zu Buche. Silber verteuerte sich um 2,5% auf knapp 26 USD je Feinunze. Platin erreichte in der Spitze beinahe 1.120 USD je Feinunze und näherte sich wieder dem Anfang des Monats verzeichneten 4-Jahreshoch. Der Preisanstieg bei den Edelmetallen erfolgte ohne Zutun des US-Dollar, der sogar leicht aufwertete. Möglicherweise spielte die Erwartung massiver fiskalischer Stimulierungsmaßnahmen am Tag der Amtseinführung von US-Präsident Biden eine Rolle, wodurch die Inflationsrisiken steigen und die Staatsverschuldung nochmals deutlich anschwillt. Aber auch charttechnische Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben, nachdem der Goldpreis die wichtige 200-Tage-Linie überwunden hat. Dadurch könnten spekulative Finanzanleger weitere Käufe getätigt haben. Die CFTC-Daten am Freitag werden darüber allerdings noch keinen Aufschluss geben, da sie den gestrigen Tag noch nicht erfassen. Die ETF-Anleger hielten sich dagegen zurück. Bei den Gold-ETFs gab es gestern keine nennenswerte Bestandsveränderung. Anders allerdings bei Silber: Bloomberg weist für gestern einen Tageszufluss von fast 700 Tonnen aus. Das ist der zweitstärkste Zufluss seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2006 und deutlich mehr als es im gesamten 4. Quartal 2020 an Zuflüssen gab. Dabei handelt es sich allerdings zum Großteil um einen nachgemeldeten Zufluss in den iShares Silver Trust am Vortag in Höhe von 621 Tonnen. Ein Zusammenhang zum gestrigen Preisanstieg lässt sich somit nicht herstellen. Heute richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer auf die EZB-Sitzung. Nach den umfangreichen Beschlüssen im Vormonat dürfte die Sitzung diesmal unspektakulär verlaufen. Das Interesse dürfte sich dabei auf Äußerungen von EZB-Präsidentin Lagarde in der anschließenden Pressekonferenz zum Thema digitaler Euro richten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SB3T6JShortSilver FutureFaktor: -6
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Hohe Überschüsse am Zink- und Bleimarkt

Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) berichtete gestern für die globalen Zink- und Bleimärkte hohe Angebotsüberschüsse. Demnach übertraf von Januar bis November 2020 bei Zink das Angebot die Nachfrage um 469 Tsd. Tonnen. Zur gleichen Zeit im Vorjahr bestand noch ein hohes Defizit. Der aktuelle Überschuss kommt durch eine gestiegene Produktion (+1,1%) und insbesondere durch die gefallene Nachfrage (-4,6%) zustande. Die Entwicklung am Bleimarkt ist ähnlich, der Swing war hier nicht ganz so ausgeprägt. Nach einem kleinen Defizit im Vorjahr summierte sich der Angebotsüberschuss in den ersten elf Monaten des Jahres 2020 gemäß ILZSG-Daten auf 167 Tsd. Tonnen. Hier übertraf der Nachfragerückgang (-5,5%) die Produktionskürzung (-3,9%). Beide Märkte steuern auf die höchsten Überschüsse seit mindestens zehn Jahren zu, auch wenn die im Herbst von der ILZSG aufgestellten hohen Überschussschätzungen wohl nicht mehr erreicht werden. Die Daten belegen unseres Erachtens, dass sich die Zink- und Bleipreise von den Fundamentaldaten entkoppelt haben und der Preisanstieg stimmungsgetrieben war.

Globale Aluminiumproduktion 2020 auf Rekordhoch

Wie die gestern veröffentlichten Daten des International Aluminium Institute zeigen, ist die globale Aluminiumproduktion im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 4,2% auf ein Rekordhoch von 5,67 Mio. Tonnen gestiegen. Dies ist ausschließlich China zuzuschreiben. Auf Tagesbasis wurde eine der höchsten Produktionsraten überhaupt erzielt. Im Gesamtjahr 2020 lag die globale Aluminiumproduktion mit 65,3 Mio. Tonnen ebenfalls auf einem Allzeithoch (+2,5% gegenüber Vorjahr). Pro Tag wurden im Durchschnitt 178,3 Tsd. Tonnen Aluminium hergestellt. China hatte dabei einen Marktanteil von 57%. Die Anfang der Woche vom Nationalen Statistikbüro in China berichteten Daten haben bereits auf eine rekordhohe globale Produktion schließen lassen. Der weltweite Aluminiummarkt war im letzten Jahr wohl klar überversorgt. Daran dürfte sich in diesem Jahr nichts ändern, da in China weitere Produktionskapazitäten neu in Betrieb genommen werden sollen. Die hohen Aluminiumpreise sind daher unseres Erachtens fundamental nicht zu rechtfertigen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Jahresausblick: 20 Trends für 2021

Nach dem ereignisreichen Jahr 2020 blicken Investoren gespannt auf 2021. Wird der Impfstoff gegen das Corona-Virus den gewünschten Erfolg bringen und sich die Rally an den internationalen Börsen fortsetzen? Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!