Rohstoffe

Energiepreise laufen heiß

Energie: Ölpreise nach kurzer Verschnaufpause mit Mehrjahreshochs

Nach einer kurzen Verschnaufpause haben die Ölpreise neue Hochs markiert. Der Brentölpreis hat ein neues 2-Jahreshoch bei über 72 USD je Barrel erreicht, der WTI-Ölpreis stieg erstmals seit Oktober 2018 über 70 USD. Die Knappheit am Ölmarkt angesichts der weltweit starken Nachfrageerholung, der disziplinierten Einhaltung der Produktionsquoten seitens der OPEC+, und der nur unzureichenden Reaktion der Nicht-OPEC-Ölproduzenten sorgen für Preisauftrieb. So erwartet die US-Energiebehörde in ihrem gestern veröffentlichten Kurzfristausblick weiterhin nur einen verhaltenen Anstieg der US-Ölproduktion bis Mitte 2022. Die heute zur Veröffentlichung anstehenden DOE-Lagerdaten für die USA könnten allerdings die Stimmung etwas abkühlen, nachdem das API gestern einen Abbau der Rohölbestände um 2,1 Mio. Barrel und einen starken Aufbau der Bestände von Benzin und Destillaten um 2,4 Mio. bzw. 3,8 Mio. Barrel berichtet hat. Der Bloomberg-Konsens rechnet heute mit einem stärkeren Rückgang der Rohölbestände um 2,9 Mio. Barrel und einem geringeren Aufbau bei Benzin und Destillaten um 0,8 Mio. bzw. 1,5 Mio. Barrel.

Hitze am Kohlemarkt

Am Kohlemarkt hat sich die Lage weiter zugespitzt: Letzten Donnerstag kletterte der Preis des nächstfälligen Future an der ICE erstmals seit Oktober 2018 über 100 USD je Tonne und notiert nun mit 106 USD auf dem höchsten Stand seit Januar 2012. Mehrere Faktoren kommen zusammen: Im größten Verbrauchsland China ist die Nachfrage hoch, weil die Wirtschaft rund läuft und nach einem sehr kalten Winter ein heißer Sommer droht. Gleichzeitig stockt Chinas Produktion infolge vermehrter Sicherheitschecks nach einer Reihe tödlicher Unfälle in den Minen. Auch in den Importländern Japan und Südkorea ist die Nachfrage hoch, während Hauptexporteur Indonesien infolge starker Regenfälle Produktionsprobleme hatte. Und selbst in Europa ist die Nachfrage durch das Wetter und die Konjunkturerholung unterstützt, während zugleich das wichtige Lieferland Kolumbien bis vor kurzem in Folge von Protesten mit Transportproblemen zu kämpfen hatte. Trotz der momentanen Preisspitze bleiben u.E. jedoch die mittel- bis langfristigen Aussichten aufgrund der strukturellen Abflachung der Kohlenachfrage im Zuge der Klimapolitik gedämpft.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SD3353ShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light FutureFaktor: 5
SD2TAPShortOil WTI Light FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold kämpft weiter mit 1.900 USD-Marke, Platin durch ETF-Abflüsse belastet

Gold handelt weiter knapp unter der Marke von 1.900 USD je Feinunze. Der Versuch, diese Marke zu überwinden, scheiterte gestern zweimal. Auch ein weiterer Rückgang der US-Anleiherenditen gab Gold nicht den nötigen Schub. Offensichtlich warten die Marktteilnehmer noch die US-Inflationszahlen ab, die morgen veröffentlicht werden, wobei der Einfluss auf den Goldpreis nicht von vornherein klar ist. Ein zu kräftiger Anstieg der Inflationsrate könnte Gold sogar kurzzeitig belasten, da er die Spekulationen auf einen früheren Ausstieg der US-Notenbank aus der ultra-lockeren Geldpolitik anheizen könnte. Deutlich schwächer als Gold entwickelt sich seit einigen Wochen Platin. Der Preis handelt bei 1.160 USD je Feinunze nur unweit des in der letzten Woche verzeichneten 2-Monatstiefs. Die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin hat sich auf 730 USD ausgeweitet. Anfang Mai waren es fast 200 USD weniger. Belastet wird Platin durch beträchtliche ETF-Abflüsse. Auch für gestern berichtet Bloomberg einen Rückgang der ETF-Bestände um gut 8 Tsd. Unzen. Seit Mitte Mai belaufen sich die Abflüsse auf insgesamt 39 Tsd. Unzen, womit rund ein Drittel der vorherigen Zuflüsse seit Jahresbeginn wieder rückgängig gemacht wurden. Die verbliebenen 82 Tsd. Unzen an Zuflüssen in diesem Jahr dürften kaum ausreichen, damit der Platinmarkt wie vom WPIC und Metals Focus erwartet in diesem Jahr ein Angebotsdefizit aufweist. Dafür ist eine Trendwende bei den Platin-ETFs erforderlich.

Gestern hat der World Gold Council eine Umfrage unter Zentralbanken hinsichtlich ihrer Einschätzung von Goldkäufen veröffentlicht. Demnach plant jede fünfte der 46 befragten Zentralbanken ihre Goldbestände in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen. Keine Zentralbank plant einen Verkauf. Etwas mehr als die Hälfte geht davon aus, dass die von den Zentralbanken gehaltenen Goldreserven in den nächsten 12 Monaten steigen werden, 5% erwarten einen Rückgang. Im Vorjahr rechneten allerdings noch 75% damit, dass die Goldbestände der Zentralbanken steigen werden.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T54LongGold FutureFaktor: 4
SB42W8ShortGold FutureFaktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Starker Aufbau der LME-Zinnvorräte

Nachdem die Zinnvorräte in den Lagerhäusern der LME bis Anfang Juni auf ein 2-Jahrestief von 755 Tonnen abgebaut wurden, sind sie in den letzten Tagen in die Höhe geschnellt. Aktuell liegen sie mit 1.920 Tonnen auf dem höchsten Stand seit Ende Dezember. Die Einlieferungen erfolgten in die LME-Lagerhäuser in Asien – vor allem in Taiwan und Singapur. Unseres Erachtens steht dahinter weniger eine schwache Nachfrage, sondern der Lageraufbau dürfte auf Umschichtungen aus anderen Lagerhäusern zurückzuführen sein. So wurden in den letzten Wochen die Zinnvorräte in Malaysia deutlich reduziert und auch aus den SHFE-Lagerhäusern in China ist eine große Menge Zinn abgeflossen. China hatte in den letzten Monaten verstärkt Zinn exportiert: Im April wurde auf Netto-Basis mit 1.209 Tonnen die größte Menge in einem Monat seit Beginn der Datenreihe Anfang 2008 ausgeführt. Auch im Mai dürften die Exporte noch hoch gewesen sein. Denn der LME-Zinnpreis ist in diesem Jahr bislang deutlich stärker gestiegen als der SHFE-Preis, so dass sich für chinesische Händler attraktive Arbitrage-Möglichkeiten aufgetan haben. Auch Indonesien hat gemäß Daten des Handelsministeriums im Mai viel Zinn exportiert: Die Ausfuhren sind im Vergleich zum Vorjahr um 22% auf 5.360 Tonnen gestiegen. Nach den ersten fünf Monaten des Jahres liegen sie damit nur noch knapp unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Auf den LME-Zinnpreis hatte der Lageranstieg der letzten Tage kaum Auswirkungen. Er war lediglich kurzzeitig um einige Hundert US-Dollar gefallen. Gestern hat er aber mit fast 31.500 USD je Tonne bereits ein neues 10-Jahreshoch markiert. Der Handel mit Zinn wie auch der der anderen Industriemetalle ist diese Woche bislang von einem sehr niedrigen Handelsvolumen geprägt. Offenbar stehen die Marktteilnehmer an der Seitenlinie und warten auf neue Impulse.

Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

Am 11. Juni startet die UEFA-Europameisterschaft. Grund genug, um ausgewählte Aktien von Sponsoren unter der charttechnischen Lupe zu betrachten. Erfahren Sie hier mehr dazu, welche Aktien bei der »Aufstellung« im Depot interessant sein könnten.