Rohstoffe

Einsetzende Ernüchterung am Ölmarkt

Energie: Prognosen für Ölnachfrage weiter nach unten revidiert

Auch wenn die Ölpreise u.E. fundamental gesehen weiter etwas überhöht und Hoffnungen auf eine baldige Normalisierung der Nachfrage verfrüht sind, kann man nach dem Preisrückgang seit Mittwoch zumindest von einer gewissen Ernüchterung sprechen. Vom Hoch am Mittwoch bei 43 USD ist der WTI-Ölpreis bereits auf 40 USD je Barrel gefallen, der Brentölpreis sinkt heute Morgen unter 43 USD. Der Preisrückgang ist nicht nur auf eine wegen der Pandemie wieder zunehmende Risikoaversion zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine offensichtliche Verschlechterung der fundamentalen Angebots-/Nachfragesituation. So hat gestern auch die Internationale Energieagentur IEA ihre Schätzungen für die Ölnachfrage stark nach unten revidiert. Wegen der Pandemie und ihrer Auswirkungen dürfte die Nachfrage im 3. Quartal um 0,4 Mio., im 4. Quartal um 1,2 Mio. und im 1. Quartal 2021 um 0,7 Mio. Barrel täglich geringer ausfallen als noch vor einem Monat geschätzt. Zwar sind die Bestände der OECD-Länder im September zum zweiten Mal in Folge um 19,7 Mio. auf 3.192 Mio. Barrel gefallen. Doch damit lagen sie noch immer 225 Mio. Barrel über dem 5-Jahresdurchschnitt und lediglich 51 Mio. Barrel unter dem Höchststand von Mai. Sollte die OPEC+ die Produktion Anfang 2021 wie bislang geplant anheben, dürfte die Sorge vor einem erneuten Überangebot am Ölmarkt zunehmen und dies die Ölpreise belasten. Dieses Bild wurde durch den gestrigen DOE-Lagerbericht bestätigt. Nach den API-Zahlen am Dienstag rechnete der Markt mit einem starken Abbau der Rohölvorräte. Stattdessen hat das DOE für die letzte Woche einen Anstieg um 4,2 Mio. Barrel berichtet. Dieser ist nicht durch deutlich höhere Rohölimporte zu erklären, denn die Exporte sind nahezu im gleichen Ausmaß gestiegen. Zwar sind die Bestände für Benzin um 2,3 Mio. und die für Destillate sogar um fast 5,4 Mio. Barrel gefallen. Doch insgesamt bleibt die US-Nachfrage ggü. dem Vorjahr um mehr als 10% niedriger. Die Sorgen vor weiterer Schwäche dürften wieder zunehmen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold vor deutlichem Wochenverlust

Der Goldpreis steigt am Morgen leicht auf 1.880 USD je Feinunze, steht nach dem starken Rückgang zu Wochenbeginn aber dennoch vor einem Wochenverlust von knapp 4%. Das Anlegerinteresse hat in dieser Woche spürbar nachgelassen. So verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs gestern einen Abfluss von 15,7 Tonnen. Selbst wenn dies möglicherweise auch auf Nachmeldungen zurückzuführen ist, war das der stärkste gemeldete Tagesabfluss seit März. Allein der SPDR Gold Trust, der als Barometer für die Anlegerstimmung in den USA gelten kann, verzeichnet seit Wochenbeginn mehr als 20 Tonnen Abflüsse. Auf die CFTC-Daten zur Marktpositionierung der spekulativen Anleger müssen wir noch bis Montag warten, da sich die Veröffentlichung wegen des Feiertages in den USA vor zwei Tagen verschiebt. Kurzfristig scheint bei Gold zwar die Luft raus zu sein, zumal Gold weiterhin deutlich unter der 100-Tage-Linie notiert, die bei gut 1.900 USD verläuft. Das Umfeld für Gold bleibt aber positiv. Denn angesichts weiterhin hoher Corona-Neuinfektionszahlen – allein in den USA kamen gestern mehr als 160 Tsd. neue Fälle hinzu, was einen neuen Rekord darstellt – besteht weiterhin die Notwendigkeit für Unterstützungsmaßnahmen seitens der Regierungen und Zentralbanken. Bis ein Corona-Impfstoff flächendeckend zur Verfügung steht und eine hinreichende Immunisierung der Weltbevölkerung erreicht ist, wird noch viel Zeit vergehen. Die heute und morgen in Indien stattfindenden religiösen Feiertage Dhanteras und Diwali gehen normalerweise mit einer höheren Goldnachfrage einher. Ob dies auch in Pandemiezeiten gilt, bleibt allerdings abzuwarten. Nachrichten dazu wird es wahrscheinlich in der kommenden Woche geben.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Eisenerzpreise profitieren von Wirtschaftserholung

An den Börsen in Singapur und Dalian sind im Zuge der positiven Nachrichten über die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 auch die Eisenerzpreise in den letzten Tagen spürbar gestiegen. An der SGX kostet eine Tonne Eisenerz aktuell 119 USD, an der DCE 830 CNY (umgerechnet 125 USD). Sollte die Pandemie durch einen oder mehrere Impfstoffe eingedämmt werden können, würde sich die globale Wirtschaft wohl (schnell) erholen. Das verarbeitende Gewerbe ist dabei dem Dienstleitungssektor einen Schritt voraus. Verschiedene Indikatoren zeigen, dass die Erholung in der Industrie bereits fortgeschritten ist. Dies macht sich zum Beispiel auch in der Stahlproduktion bemerkbar, die in China von einem Rekordhoch zum anderen eilt. Daten zur Stahlproduktion im Oktober veröffentlicht das Nationale Statistikbüro am Montag. Von der hohen Stahlproduktion profitiert die Nachfrage nach Eisenerz. Solange China trotz der hohen Preise große Mengen Eisenerz am seewärtigen Markt nachfragt und nicht auf das eigene, aber qualitativ minderwertige Erz zurückgreift, dürften die Eisenerzpreise gut unterstützt sein. Unterdessen scheint sich auch die Stahlnachfrage vom Einbruch im zweiten Quartal zu erholen. Laut des auf die Analyse der Stahlmärkte spezialisierten Research-Hauses MEPS ist die Erholung der Stahlnachfrage im dritten Quartal in den meisten Ländern sogar schneller erfolgt als erwartet. MEPS nennt jedoch keine Zahlen, sondern untermauert seine Aussagen mit den stark gestiegenen Einkaufsmanagerindizes. Für das vierte Quartal geht MEPS wegen der neuerlichen Lockdowns in zahlreichen Ländern wieder von einer abnehmenden Dynamik aus. Der Weltstahlverband hatte im Oktober im Rahmen seines Kurzfrist-Ausblicks für die Stahlnachfrage seine Prognose angehoben. Er erwartet auf globaler Ebene für 2020 noch einen Rückgang um 2,4%. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass China die Schwäche in vielen anderen Regionen auffängt. Außerhalb Chinas unterstellt der Verband nach wie vor zweistellige Rückgangsraten.