Rohstoffe

Edelmetalle unter Verkaufsdruck

Energie: Saudi-Arabien hat offensichtlich höhere Ölpreise im Blick

Das (virtuelle) Treffen der OPEC und ihrer Partner (OPEC+) am Donnerstag wirft seine Schatten voraus und verhilft dem Brentölpreis heute Morgen zu einem Anstieg auf 65 USD je Barrel. Die OPEC+ wird auf dem zweitägigen Treffen diskutieren, ob ein Teil der zurückgehaltenen Fördermenge von 8 Mio. Barrel täglich bzw. über 8% des weltweiten Angebots doch wieder “freigegeben” wird, weil sich die Nachfrageaussichten zuletzt verbessert haben. Eigentlich hätte man dies schon vor einem Monat machen können, weil sich der Markt in einem Angebotsdefizit befindet und die Kunden nach zusätzlichen Mengen fragen. Außerdem hat die Sperrung des Suezkanals über mehrere Tage – die Auflösung des Staus in dieser auch für den Ölmarkt wichtigen Transportarterie dürfte nach der Befreiung des havarierten Schiffes einige Tage dauern – diese Engpässe weiter verschärft. Doch anscheinend plädiert der (informelle) Anführer der Gruppe, Saudi-Arabien, dafür, die Kürzungen in der gegenwärtigen Höhe bis Juni beizubehalten. Darüber hinaus behält das Land selbst seine freiwilligen Produktionskürzungen von 1 Mio. Barrel täglich wahrscheinlich ebenfalls bei. Aus unserer Sicht ist die einzige Erklärung solch gravierender Eingriffe in die Marktmechanismen der Wunsch der OPEC-Länder nach höheren Preisen. Die häufig angeführten Argumente einer wegen der Corona-Pandemie anhaltend schwachen Nachfrage überzeugen nicht. Wenngleich kurzfristig eine solche Strategie der künstlichen Verknappung durchaus zu höheren Ölpreisen führen könnte, wirkt sie längerfristig nachfrage- und preisbelastend. Die Ölproduktion außerhalb der Allianz dürfte dadurch stärker als erwartet steigen. So nimmt in den USA die Explorationsaktivität weiter zu: Laut Baker Hughes waren in der letzten Woche mit 324 so viele Bohrtürme aktiv wie seit Anfang Mai nicht mehr. Die US-Schieferölproduzenten dürften ihre Produktion angesichts WTI-Preisen von über 60 USD schneller als erwartet ausweiten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SD2TALShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD2TAMShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold unter Druck, Palladium sackt ab

Gold ist gestern mit der Eröffnung des US-Handels deutlich unter Druck geraten und bis auf 1.700 USD je Feinunze gefallen, wo es auch heute Morgen noch notiert. Es heißt, dies steht in Zusammenhang mit einem großen US-Hedgefonds, der Ende letzter Woche Nachschussforderungen nicht hat bedienen können, was eine Welle von Zwangsverkäufen bei US-Aktien ausgelöst haben soll. Die Zwangsverkäufe wurden gestern angeblich fortgesetzt. Dabei könnte auch Gold verkauft worden sein, um Liquidität zu schaffen. Preisbelastend waren daneben die weiter gestiegenen Anleiherenditen und der anhaltend feste US-Dollar. Gold hat zugleich die anderen Edelmetalle mit nach unten gezogen. Größter Verlierer war mit Abstand Palladium, das zeitweise um fast 6% auf 2.520 USD je Feinunze abgesackt war. Heute Morgen handelt Palladium leicht erholt bei 2.550 USD. Nornickel, der weltgrößte Palladiumproduzent, hatte gestern Morgen mitgeteilt, am Wochenende den Wassereinbruch in zwei seiner Minen in der russischen Arktis gestoppt zu haben. Die Produktion in der „Oktyabrsky“-Mine soll nun bereits Anfang Mai wieder auf vollen Touren laufen, etwas früher als bislang erwartet. Die „Taimyrsky“-Mine soll wie geplant Anfang Juni wieder angefahren werden. Nornickel bestätigte die vorletzte Woche gesenkte Produktionsprognose für 2021. Das Unternehmen gab zudem bekannt, trotz des Wassereinbruchs allen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Dazu laufen wohl Gespräche mit der russischen Zentralbank. Industriekreisen zufolge will Nornickel Palladium aus den Reserven der russischen Zentralbank kaufen oder leihen, um so nicht das benötigte Material am Kassa-Markt kaufen zu müssen. Der Palladiummarkt dürfte unseres Erachtens dieses Jahr dennoch ein beachtliches Angebotsdefizit aufweisen, was den Preis unterstützen sollte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
SB3UAAShortGold FutureFaktor: -5
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Mehr Angebot an Eisenerz, aber auch höhere Nachfrage

Das australische Ministerium für Industrie, Wissenschaft, Energie und Bergbau hat kürzlich seinen neuen Quartalsbericht zu den für Australien wichtigsten Rohstoffen veröffentlicht. Der allerwichtigste ist Eisenerz. Laut dem Ministerium hat Australien als weltgrößter Produzent im letzten Jahr 868 Mio. Tonnen Eisenerz exportiert, eine Rekordmenge. In diesem Jahr sollen die Exporte um 3,3% auf 897 Mio. Tonnen ausgeweitet werden. Brasilien als weltweite Nr. 2 hat vergangenes Jahr 341 Mio. Tonnen Eisenerz ausgeführt. Die Produktion und damit auch die Exporte standen noch unter dem Eindruck des Dammbruchs Anfang 2019 und der Corona-Pandemie. Laut Einschätzung des Ministeriums wird diese Delle im laufenden Jahr ausgebügelt: Die brasilianischen Eisenerzexporte sollen mit 396 Mio. Tonnen (+16% gegenüber Vorjahr) ihr Vorkrisenniveau erreichen. Das Ministerium hat zudem längerfristige Prognosen veröffentlicht. Demnach wird Australien bis zum Jahr 2026 (dem Ende des Prognosehorizonts) jedes Jahr neue Rekorde bei den Eisenerzexporten aufstellen. 2025 soll erstmals die Schallmauer von 1 Mrd. Tonnen durchbrochen werden. Auch Brasilien dürfte die Ausfuhren weiter steigern und 2024 mit rund 460 Mio. Tonnen ein Plateau erreichen. In beiden Ländern werden neue Eisenerzminen in Betrieb genommen und bestehende erweitert. Das zusätzliche Angebot trifft dabei auf eine robuste Nachfrage, insbesondere aus China. Das australische Ministerium geht davon aus, dass die chinesischen Eisenerzimporte in diesem Jahr um 8,4% auf 1,27 Mrd. Tonnen steigen werden. Danach sollen sie sich bei rund 1,3 Mrd. Tonnen pro Jahr einpendeln. Eine stärkere Nachfrage und damit auch höhere Importe unterstellt das Ministerium ebenso für Japan, Südkorea und Indien. Indien soll sich dabei von einem Netto-Exporteur zu einem Netto-Importeur von Eisenerz wandeln. Das zunehmende Angebot aus Australien und Brasilien sollte unseres Erachtens perspektivisch zwar weiteren deutlichen Preisanstiegen entgegenstehen, die robuste Nachfrage einen Preisrutsch aber verhindern.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Start in die Dividendensaison

Auch in diesem Jahr ist im Frühjahr die Zeit für Hauptversammlungen und so können sich viele Aktionäre über Ausschüttungen freuen. Lesen Sie hier, was Anleger von der kommenden Dividendensaison erwarten können.