Rohstoffe

Edelmetalle mit größtem Wochenverlust seit sechs Monaten

Energie: Ölpreise im Vorfeld der OPEC-Produktionszahlen stabil

Die Ölpreise waren in der letzten Woche im Vergleich zu Edelmetallen und Industriemetallen erstaunlich stabil. Trotz des festeren US-Dollar und Meldungen eines steigenden Angebots aus Libyen hielt sich Brent oberhalb von 41 USD je Barrel, wo es auch zu Beginn der neuen Handelswoche notiert. WTI handelt um die Marke von 40 USD. Preisunterstützend ist ein hohes Anlegerinteresse. Die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent und WTI stiegen in der Woche zum 22. September jeweils deutlich um 23,7 Tsd. bzw. 31,4 Tsd. Kontrakte. Bei WTI sind die Netto-Long-Positionen mit 323 Tsd. Kontrakten bereits vergleichsweise hoch, bei Brent mit 94 Tsd. Kontrakten dagegen weiterhin niedrig. Dies macht einen stärkeren Preisrückgang bei Brent ausgelöst durch spekulative Verkäufe unwahrscheinlich. Dennoch ist das Risiko eines Preisrückgangs nicht zu vernachlässigen. Denn sollte es Libyen gelingen, seine Ölproduktion schnell und deutlich zu erhöhen, droht dem Ölmarkt ein erneutes Überangebot. Zur Verdeutlichung: Seit der Blockade der Öleinrichtungen Mitte Januar lag die Ölproduktion in Libyen bei rund 100 Tsd. Barrel pro Tag, zuvor bei über 1 Mio. Barrel pro Tag. Umso wichtiger ist, dass sich die OPEC+ strikt an die Produktionsvorgaben hält. Bis zuletzt war dies nicht überall der Fall. Zunächst produzierten der Irak, Angola und Nigeria deutlich mehr als vereinbart. Gerade als diese im August ihre Produktion stärker kürzten, kamen die zuvor als zuverlässig geltenden Vereinigten Arabischen Emirate hinzu. Die Mitte der Woche anstehenden OPEC-Produktionsumfragen für September werden zeigen, ob dies ein einmaliger Ausrutscher war. Falls nicht, drohen der OPEC und den Ölpreisen Ungemach. Denn gleichzeitig erholt sich auch die US-Ölproduktion wieder. Die Bohraktivität legte letzte Woche zu und liegt mittlerweile 11 Bohrungen über dem 15-jahrestief von Mitte August. Die US-Rohölproduktion liegt inzwischen knapp 1 Mio. Barrel pro Tag höher als das Tief vom Mai.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Preisrückgang bei Gold und Platin spekulativ getrieben

Gold, Silber und Platin verzeichneten letzte Woche jeweils den stärksten Wochenverlust seit dem coronabedingten Ausverkauf Mitte März. Bei Palladium blieb das Wochenminus noch knapp unter dem von Ende Juli. Auslöser für die kräftigen Verluste war der steigende US-Dollar, wodurch spekulative Finanzanleger offenbar zum Schließen zuvor eingegangener Netto-Long-Positionen veranlasst wurden. Dies hat dann den Preisrückgang weiter verstärkt. Bei Gold fielen die spekulativen Netto-Long-Positionen in der Woche zum 22. September laut CFTC um knapp 30 Tsd. auf 81,4 Tsd. Kontrakte. Damit wurde der Positionsaufbau der drei vorangegangenen Wochen mit einem Schlag mehr als wieder rückgängig gemacht. Da der Goldpreis nach dem Stichtag der Erhebung weiter gefallen ist, dürften die Netto-Long-Positionen seither noch weiter zurückgeführt worden sein. Schon letzten Dienstag lagen sie auf dem tiefsten Stand seit Mai 2019. Noch ausgeprägter war der Rückzug der Spekulanten in derselben Berichtswoche bei Platin. Diese reduzierten ihre Netto-Long-Positionen binnen einer Woche um 86% auf 1,6 Tsd. Kontrakte, den niedrigsten Stand seit Juli 2019. Der Abbau der spekulativen Netto-Long-Positionen bei Silber um 7% fiel hingegen weniger ausgeprägt aus als es der scharfe Preisrückgang hätte erwarten lassen. Das könnte aber nach dem Stichtag letzten Dienstag nachgeholt worden sein. Bei Palladium gab es hingegen keine nennenswerte Veränderung bei der spekulativen Marktpositionierung, wobei die Netto-Long-Positionen schon seit Monaten auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau verharren, also nur eine untergeordnete Rolle für die Preisentwicklung spielten. Nachdem die Spekulanten zum großen Teil aus dem Markt ausgeschieden sind, sollten sich die Preise wieder erholen. Denn am positiven Umfeld für Edelmetalle hat sich nichts geändert. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Aufwertung des US-Dollar ausläuft, wofür es u.E. gute Gründe gibt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Bleimarkt ebenfalls wie Zink überversorgt

Am Bleimarkt ist die Situation in vielerlei Hinsicht ähnlich wie Zink, mit dem Blei oft zusammen in den Minen vorkommt. Auch der Bleimarkt war nach Informationen der International Lead & Zinc Study Group (ILZSG) in den ersten sieben Monaten des Jahres mit 128 Tsd. Tonnen überversorgt. Im Vorjahreszeitraum stand dagegen wie bei Zink noch ein Angebotsdefizit von 31 Tsd. Tonnen zu Buche. Im Fall von Blei fällt die stark rückläufige Minenproduktion – diese ist bis Juli um über 6% ggü. Vorjahr auf rund 2,5 Mio. Tonnen gefallen – zwar nicht so stark ins Gewicht, weil das Recycling den Großteil der Metallproduktion ausmacht. Ähnlich wie bei Zink jedoch mussten chinesische Bleischmelzen zuletzt um die Konzentratlieferungen kämpfen und die Schmelzgebühren (TC) entsprechend von fast 160 auf unter 120 USD je Tonne senken. Trotz einer guten Auslastung der Schmelzkapazitäten in China ist die weltweite Metallproduktion von Blei daher im Jahresvergleich um 3% auf 6,544 Mio. Tonnen gefallen. Der Rückgang der Nachfrage war allerdings mit knapp 5,4% deutlich stärker ausgeprägt. Die LME-Lagerbestände haben sich im Juli binnen weniger Tage nahezu verdoppelt und sind seit dem weiter auf fast 140 Tsd. Tonnen gestiegen, den höchsten Stand seit Januar 2018. Der Bleimarkt war aufgrund der guten Versorgungslage in den vergangenen Monaten stets im Contango, d.h. Terminpreise lagen über dem Kassapreis. Die Preisdifferenz zwischen dem 3-Monats-Kontrakt und dem Kassakurs an der LME war zuletzt sogar auf fast 30 USD je Tonne gestiegen, so hoch wie seit über drei Jahren nicht mehr. Doch in China ist die Versorgungssituation mit Blei angespannter. Die sog. “sozialen” Lagerbestände von Bleibarren in den wichtigsten Provinzen sind in der Vorwoche laut SMM um 12,2 Tsd. auf lediglich 23,2 Tsd. Tonnen geschrumpft. Das gepaart mit einer Wiederbelebung der Autonachfrage weltweit stützt den Markt. Von seinem Jahreshoch von über 2.000 USD je Tonne im August ist der Bleipreis bereits um rund 9% gefallen und wir erachten das Potenzial nach unten als begrenzt.