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Deutschland: 80.000 Infizierte, 130 Tote

Deutschland: 80.000 Infizierte, 130 Tote

Deutschland meldet 80.000 Infizierte (labordiagnostisch bestätigt) und 130 Todesfälle. Natürlich rede ich nicht von Corona, sondern von der Grippe-Saison 2019/20. Übrigens eine ziemlich durchschnittliche. Alles nachzulesen in den Influenza-Wochenberichten des Robert-Koch-Instituts. Der Unterschied zu Corona ist, dass Gesellschaft und Politik akzeptiert haben, dass Influenza ein Lebensrisiko ist. Intensive Forschung, Impfungen und Verhaltensappelle können die Gefahr, die von der Grippe ausgeht, reduzieren. Aber wir haben akzeptiert, dass es unmöglich ist, sie auszurotten. Das ist der sozialmedizinische Unterschied zu Corona. Hier versuchen sich alle noch an Eindämmung. Ich bin Laie, aber mir erscheint dieser Versuch ziemlich aussichtslos. Falls ich recht habe, wird’s noch eine ganze Weile dauern, bis Öffentlichkeit und Politik das akzeptieren. Lebensrisiken hinzunehmen fällt schwer in unserer durchversicherten Welt. Bis dahin werden Konsumenten- und Unternehmensverhalten sowie gesundheitspolitische Maßnahmen die wirtschaftliche Aktivität lähmen. Je nach weitgehend stochastischer Virus-Ausbreitung mal hier mehr, mal dort. Der Devisenmarkt könnte nur dann durch diese Episode hindurch schauen, wenn sie kurz wäre. Je länger sie anhält, desto wahrscheinlicher werden dauerhafte Folgen: Unternehmenspleiten, dauerhafte Änderungen des Konsums etc.

Die USD-Party ist vorbei

Es wäre ja auch recht seltsam gewesen, wenn der Devisenmarkt ewig der Corona-Angst widerstanden hätte. Da es mittlerweile ja kein anderes Thema mehr zu geben scheint, wäre eine dauerhafte Entkopplung absurd. Damit ist aber auch die Phase extrem niedriger Volatilität, die Europas Währung seit Ende Januar plagte, vorbei (nicht nur abzulesen an den Vol-Niveaus, sondern auch in unserer Abbildung). Die hatte den Euro (als Niedrigzins-Währung) belastet. Vor allem aber hat die neuerliche “risk-off”-Stimmung die US-Dollar-Rallye beendet. Mir war eh nicht klar, warum der Devisenmarkt seit Jahresanfang so auf diese Währung abfuhr. Aber egal. Als Hochzins-Währung leidet er jetzt, so wie alle Hochzins-Währungen gegenüber Niedrigzins-Währungen leiden.

Der Euro ist nun wirklich nicht die beste Safe-Haven-Währung. Der Yen performt in dieser Phase wesentlich besser. Und auch der Franken würde wohl deutlich besser abschneiden, wenn sein Wechselkurs dem Markt überlassen wäre, ohne dass immer wieder die SNB dazwischenfunkt. In dieser recht extremen “risk-off”-Phase reicht’s aber allemal, dass er Hochzinswährungen outperformt – auch den Dollar, seit der USD-Hype vorbei ist.

Je mehr der Euro sich in dieser und zukünftig ähnlichen Phasen als “sicherer Hafen” verhält, desto mehr wird dieses Muster zur Normalität. Dann ist die Erwartung, dass der Euro dann Performance liefert, wenn die Anleger sie am meisten benötigen, ein Argument für höhere EUR-Bewertungen. Wird es dazu kommen? Vielleicht. Doch die EZB kann dieses Szenario verhageln. Würde sie andeuten, dass Corona ihr geldpolitisches Stillhalten gefährdet, wäre der Euro als sicherer Hafen diskreditiert.

Schlecht für EUR-Long-Positionen, doch wäre das für Europa vielleicht nicht das schlechteste Szenario. Denn eine “Sicherer-Hafen-Währung” ist nichts, was sich die Europäer wünschen sollten. Sie wertet stets dann auf, wenn man’s aus konjunktureller Sicht am wenigsten braucht: bei globalen Wachstumsrisiken.

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Handelsabkommen und Virus

China meldete heute 5 Erkrankungen mit Covid-19 außerhalb der Provinz Hubei, sodass einige weitere Provinzen die Alarmstufe im öffentlichen Gesundheitswesen entsprechend senkten. Unterdessen erweiterte die Zentralbank ihre Fazilität für Darlehen an KMUs, die durch das Virus betroffen sind, um zusätzliche 500 Mrd. CNY, nachdem sie zuvor bereits 300 Mrd. CNY angekündigt hatte. Offizielle Statistiken zeigen, dass bisher nur 30% der KMUs wieder ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen haben, was die starke Auswirkung des Virusausbruchs eindrücklich veranschaulicht.

Hinsichtlich des Handelsabkommens zeigt eine Verlautbarung (unterzeichnet durch das Landwirtschaftsministerium und den Handelsbeauftragten der USA), dass China Schritte zur Einhaltung seiner agrarwirtschaftlichen Verpflichtungen im Phase-1-Handelsabkommen ergreift. Ohne das Virus zu erwähnen, sagte US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue gestern: „Wir erwarten voll und ganz eine Einhaltung aller Elemente des Deals.“ Solche Aussagen können aber nur schwerlich die Unsicherheit und die Schwierigkeiten rund um die Abwicklung des Abkommens ausräumen.

Am Devisenmarkt wird eine allgemeine CNY-Schwäche weithin erwartet, USD-CNY bleibt jedoch gegenwärtig wesentlich weniger volatil als andere Währungspaare und folgt seinem traditionellen Kursmuster.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
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CU91AP Call USD/CNH Hebel: 5,4
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