Währung

Dollarstärke trotz positiver Konjunkturaussichten?

Dollarstärke trotz positiver Konjunkturaussichten?

Wir haben in den vergangenen Wochen an dieser Stelle oft genug erklärt, dass die Aussicht auf eine schnellere US-Konjunkturerholung aufgrund steigender Inflationsrisiken aktuell eher negativ auf den US-Dollar wirkt. Nachdem sich die Demokraten nun eine, wenn auch knappe, Mehrheit im US-Kongress sichern konnten, was weitere fiskalische Stimulusmaßnahmen wahrscheinlich macht und dazu noch-US-Präsident Donald Trump gestern die gewaltsamen Ausschreitungen am Kapitol verurteilte und eine geordnete Machtübergabe am 20. Januar zugesichert hat, hätte man also durchaus mit einer weiteren Dollarschwäche rechnen können. Der Markt quittierte die Ereignisse jedoch gestern mit Dollarstärke. Was ist passiert?

Natürlich unterliegt die obige Wirkungskette einigen Annahmen – auch diese haben wir erläutert. So können fiskalische Hilfen, wenn diese als notwendig erachtet werden und sie wachstumsförderlich sind, auch Dollar-positiv interpretiert werden. Dies war beispielsweise zum Hochpunkt der Coronakrise im Frühjahr der Fall. Nun dürfte die Lage aufgrund der Entdeckung eines Impfstoffes inzwischen als weniger kritisch eingeschätzt werden, doch angesichts der wieder steigenden Infektionsraten auch in den USA, kann der Markt zwischendurch natürlich immer mal wieder nervös werden.

Noch entscheidender ist jedoch, dass die Marktteilnehmer vor dieser Krise davon ausgehen konnten, dass die Fed auf das Risiko einer zu stark steigenden Inflation mit Zinserhöhungen reagiert. Da die US-Notenbank ihr Ziel mittlerweile angepasst hat und explizit ein Überschießen der Inflation – zumindest für einige Zeit – erwünscht ist, ist davon auszugehen, dass die Fed weitaus später als nach früheren Krisen reagieren wird. Die dadurch zu erwartenen fallenden US-Realrenditen sollten den US-Dollar belasten. Nun haben die US-Renditen jüngst jedoch einen stärkeren Sprung nach oben gemacht und den Anstieg der US-Inflationserwartungen der letzten Wochen zum Teil eingeholt, womit auch eine gewisse Korrektur der jüngsten Dollarschwäche gerechtfertigt ist. Und sollten die US-Renditen von nun an im Gleichschritt mit den Inflationserwartungen steigen, wäre der Effekt auf den Dollar tatsächlich neutral. Allerdings ist dieses Szenario angesichts der expansiven Haltung der Fed eher unwahrscheinlich. Ich bin zwar kein Zinsexperte, eine genauere Einschätzung überlasse ich daher meinen Kollegen, aber der jüngste US-Renditesprung erscheint doch eher ein einmaliges Phänomen gewesen zu sein und nicht der Beginn eines stärkeren Aufwärtstrends – zumindest nicht, solange die Fed eine Normalisierung ihrer Geldpolitik signalisiert. Insofern sollte auch die gestrige Dollarstärke lediglich als kurzes Intermezzo angesehen werden.

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Steigende Realrenditen in Norwegen?

Die Norges Bank scheint die einzige G10-Notenbank, die – inmitten einer zweiten heftigen Covid-19-Welle – bereits ernsthaft an eine Normalisierung ihrer Geldpolitik denkt. So hat sie in ihrer letzten Sitzung im Dezember den erwarteten Zeitpunkt für eine erste Zinserhöhung sogar nach vorne gezogen (von der zweiten auf die erste Jahreshälfte 2022). Auf den ersten Blick bietet sich die hohe Inflation als Erklärung an. Diese war im Sommer immerhin zeitweise bis auf knapp unter 4% gestiegen. Zwar hat sich der Preisdruck seither abgeschwächt, doch im November lag die Teuerung noch bei 2,9% und damit weiterhin weit oberhalb des 2%-Zielwerts der Notenbank.

Interessanterweise war dies aber nicht der Grund für die falkenhafte Entscheidung der Notenbank. Aus ihrem geldpolitischen Bericht geht hervor, dass sie sich bezüglich der hohen Inflation wenig Sorgen macht. Im Gegenteil: Sie senkte ihre Inflationsprognosen sogar leicht und rechnet nun mit einem schnelleren Rückgang in Richtung ihres Inflationsziels. Sorgen bereiten ihr vielmehr Risiken im Zusammenhang mit einer langen Phase niedriger Zinsen. Hierbei erwähnt sie die bereits wieder stark steigenden Immobilienpreise. Das Vorziehen der Zinserhöhung dürfte somit – zumindest teilweise – mit aus Sicht der Norges Bank erhöhten Finanzrisiken begründet sein. Für die norwegische Währung sind das natürlich positive Nachrichten. Denn wenn sich die Annahme einer fallenden Inflation bewahrheitet (heute werden die Dezember-Daten veröffentlicht) und die Norges Bank gleichzeitig an ihren Zinsplänen festhält, können sich NOK-Investoren mittel- bis langfristig über steigende Realrenditen freuen.

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CNY: Devisenreserven so hoch wie seit 2016 nicht mehr

Chinas Devisenreserven kletterten Ende 2020 auf 3,22 Bio. USD und damit auf den höchsten Stand seit 2016. Nach einigen Jahren stabiler Dynamik legten die Devisenreserven im letzten Jahr um 110 Mrd. USD zu. Hierin spiegelt sich ein stattlicher Bewertungseffekt wider. Einerseits wertete der Dollar im letzten Jahr beträchtlich ab, weswegen die Nicht-Dollar Reserven auf Dollar-Basis an Wert gewannen. Andererseits verbuchten sowohl der Aktien- als auch der Bondmarkt im letzten Jahr eine robuste Performance. Das verpasste den chinesischen Devisenreserven einen weiteren Schub, da ein großer Teil der chinesischen Dollar-Reserven an den US-Finanzmärkten geparkt ist.

Themawechsel: Die chinesischen Finanzregulierer gaben gestern bekannt, dass sich inländische Unternehmen künftig weniger Geld in Fremdwährung leihen können. Das ist eine weitere Maßnahme zur Begrenzung von Kapitalzuflüssen, die ebenfalls Aufwertungsdruck vom Renminbi (CNY) nehmen wird.

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