Währung

Dollar in der Misere

Themen:

  • Kurzfristig kaum Aufwärtspotential für den USD
  • Österreich-Wahl dürfte an Euro spurlos vorübergehen
  • Markt bleibt bei Brexit-Verhandlungen skeptisch

USD: Vor 11 Monaten, als das Ergebnis der US Präsidentschaftswahl klar war, ging auch ich davon aus, dass der US Dollar erst einmal einbrechen würde. Pustekuchen. Die Reflation-Story (Inflation durch Steuerreform und wirtschaftlichen Stimulus, dadurch eine schnellere Gangart der Fed in Sachen Zinserhöhung) gewann schnell Oberhand und der Dollar stieg. Donald Trump konnte seine Wahlversprechen bislang aber nicht einhalten. Ernüchterung folgte und mittlerweile überwiegen die Zweifel an seiner Durchsetzungskraft. Sah es noch vor einigen Tagen so aus, als könne doch endlich eine Steuerreform auf den Weg gebracht werden, fällt für den Markt die Hoffnung schon wieder in sich zusammen. Und damit auch der Dollar. Die FOMC Minutes von der letzten Fed-Sitzung, die gestern Abend veröffentlich wurden, verschärfen des Dollars Misere: obwohl „viele“ Fed-Mitglieder noch eine Zinserhöhung dieses Jahr erwarten, zeigen sich „einige“ besorgt, dass die niedrige Inflation eben doch nicht vorübergehend sein könnte und sprechen sich für eine vorsichtige Haltung aus. Das schürt die Skepsis des Markts, ob die Fed 2018 wirklich, wie in den „Dot Plots“ signalisiert, dreimal die Fed Funds Rate anhebt. Die langfristigen Inflationserwartungen zeigen (noch) keine Tendenz zum nachhaltigen Anstieg. Dafür müssten die Inflationsraten längerfristig nach oben überraschen. In den letzten Monaten war eher das Gegenteil der Fall, so dass sich der Markt in seiner Skepsis bezüglich der langfristigen Zinserwartungen noch bestätigt sieht und den Dollar abstraft. Morgen könnten die US Inflationszahlen dank höherer Benzinpreise zwar freundlicher aussehen und den Dollar leicht stützen, aber für einen Dreh der längerfristigen Zins- und Inflationserwartungen wird es nicht reichen. Kurzum: der Dollar bleibt in der Misere und ich sehe für ihn kurzfristig kaum Aufwärtspotential.

EUR: Wenn die Sorge um eine ernsthafte politische Krise in Spanien den Devisenmarkt schon nicht erschüttern kann, wird es die am Sonntag anstehende Wahl in Österreich, wenn dort vorzeitig ein neues Parlament gewählt wird, erst recht nicht können. Ich rechne daher nicht mit Auswirkungen auf den Euro. Diese wären wohl nur zu erwarten, wenn es entgegen der bisherigen Signale doch zu einer Eskalation im Spanien-Katalonien-Konflikt käme.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CV33R5 Bull EUR/USD Hebel: 10,6
CV33RG Bear EUR/USD Hebel: 10,4

GBP: Die fünfte Runde der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU sollen heute enden. Sie verlaufen angeblich genauso zäh wie die vier Runden davor. Der EU Gipfel nächste Woche wird wohl zum Schluss kommen, dass letztlich nicht genug Fortschritt bei den drei Grundfragen (Brexit-Rechnung, Bürgerrechte, Grenze zu Irland) erzielt worden ist, um schon über die Beziehung nach dem Brexit oder ein Übergangsabkommen zu reden. Die Zeit rennt und die Risk Reversals zeigen die zuletzt wieder aufgeflammte Skepsis der Anleger (siehe Grafik): Der Markt ist nicht davon überzeugt, dass es in absehbarer Zeit zu einer richtungsweisenden Einigung kommen wird. Großbritanniens Finanzminister Philip Hammond sprach bereits davon, mehr Geld bereitzustellen, sollte sich bis Anfang 2018 kein klarer Fortschritt bei den Verhandlungen und damit ein Brexit ohne Abkommen abzeichnen. Das hört sich nach einer Art Vorbereitung auf den Worst Case an. Wenn Hammond nächsten Monat den neuen Haushalt vorstellt, werden wir diesbezüglich mehr wissen. Es bleibt leider dabei: Die Abwärtsrisiken für das Pfund können nicht wegdiskutiert werden.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1X51 Long GBP/USD Hebel 5
CV1X56 Short GBP/USD Hebel -5

SEK: Yellen geht, Ingves besteht. Trotz heftiger Kritik an seiner Geldpolitik ist Riksbank Gouverneur Stefan Ingves Ende September für weitere 5 Jahre im Amt bestätigt worden. Zuletzt hatte gerade er sich vom Superfalken (zügige Zinserhöhungen nach der Finanzkrise) zur Supertaube (ausschlaggebende Stimme für die Aufstockung des Anleihekaufprogramms im April) gewandelt. Deshalb gab die Krone bei Bekanntgabe der dritten Amtszeit von Ingves auch kurzzeitig nach. Ingves betont so oft er kann, dass es wichtig ist, dass die Krone nicht zu schnell aufwertet. Denn diese könnte den mittlerweile positiven Inflationsausblick wieder gefährden. Die Inflation hat nach jahrelanger Nullphase zwar seit 2015 kontinuierlich angezogen. Die Kerninflation (mit konstanten Hypothekenzinsen, das neue Ziel der Riksbank) liegt mittlerweile mit 2,3% sogar über dem Zielwert von 2%. Im September dürften die Preise, die heute veröffentlicht werden, noch einmal gestiegen sein. Kurzfristig können hohe Inflationsdaten positiv für die Krone sein. Aber solange die Riksbank aus Sorge vor neuem Abwärtsdruck auf die Inflation keinen baldigen und zügigen Zinserhöhungspfad andeutet, ist das Aufwertungspotential der Krone begrenzt. Denn auch das hat Ingves mehrfach klar gemacht: letztlich wartet die Riksbank auf die Vorgehensweise der EZB, um kein Auseinanderdriften der Geldpolitiken und damit eine Aufwertung der Krone zu riskieren. Seine Kollegin Kerstin Af Jochnik griff ihm gestern in einer Rede unter die Arme. Kurzum: die positive Wirtschaftsentwicklung und damit die Aussicht auf mittelfristig höhere Zinsen sprechen zwar generell für eine festere Krone, aber die Aufwertung wird bis Jahresende nur moderat sein.

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CV0V4C Long EUR/SEK Hebel 5
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