Währung

Die US-Notenbanker haben ein Wort mitzureden

USD: Wie es mit EUR-USD in den nächsten Wochen weitergeht, dürfte dadurch bestimmt werden, welche Notenbank, EZB oder Fed, es eiliger mit Zinssenkungen hat. Denn das dürfte wiederum bestimmen, welche Notenbank der Markt für die “aktivere” erachtet, was deren Währung stärker belasten würde. Und da wir, wie oben beschrieben, davon ausgehen, dass die EZB den Markt mit einer aggressiven Zinssenkung beeindrucken will, erscheinen die Risiken in EUR-USD aktuell eher nach unten gerichtet zu sein. Zumal die noch immer robuste US-Wirtschaftsentwicklung dafür spricht, dass sich die Fed mit einem Zinsschritt noch etwas länger Zeit lassen wird.

Doch ausgemachte Sache ist das natürlich noch nicht. In dieser Woche dürften die Marktteilnehmer an den Lippen der US-Notenbanker hängen – in erster Linie natürlich an Fed-Chair Jay Powells morgen -, um zu erfahren, wie das FOMC die Situation aktuell einschätzt. Insbesondere vom St. Louis-Fed Präsidenten James Bullard, der heute spricht, sind eher taubenhafte Töne zu erwarten. Ich kann mir insbesondere vorstellen, dass Bullard die Aufmerksamkeit auf die nach wie vor niedrige US-Inflation richtet, womit er die jüngst etwas stärkeren Aktivitätsdaten relativieren könnte.

EUR: Der Euro mag sich in den letzten Tagen etwas gefangen haben, aber unsere Währungsindizes zeigen: Gut bestellt ist es um die europäische Gemeinschaftswährung nach wie vor nicht. Die Abwärtsbewegung in EUR-USD seit Ende letzten Monats ist zu einem guten Teil EUR-Schwäche zuzuschreiben. Woher die Schwäche kommt, sollte klar sein: Der Markt geht davon aus, dass die EZB schon bald ihre Geldpolitik deutlich lockern wird. Die alles entscheidende Frage ist: Wann und wie viel wird sie liefern? EZB-Ratsmitglied Benoît Cœuré fachte gestern in diesem Zusammenhang erneut die Spekulationen an, dass die EZB ihr QE-Programm wiederbeleben könnte. Würde sie tatsächlich zu diesem Instrument greifen, wäre dies ein starkes Signal. Schließlich dürfte mittlerweile jedem bewusst sein, dass sich die EZB mit weiteren umfangreichen Anleihekäufen auf dünnes rechtliches Eis bewegen würde. Doch wäre sie wirklich gewillt, so weit zu gehen, nur um ihr Inflationsziel zu erreichen? Zumindest unsere EZB-Experten halten dies für fraglich. Das heißt jedoch nicht zwingend, dass die EZB den Markt in seinen Erwartungen enttäuschen wird. Es spricht nur dafür, dass sie eher deutlicher am Zinsrad drehen wird, als es die Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit erwartet. Für nennenswerte Euro-Schwäche sollte das allemal reichen – zumindest auf die kurze Sicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10

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