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Die US-Inflationsdaten: Außer Kontrolle?

Außer Kontrolle? Die US-Inflationsdaten

Die Preise für US-Konsumgüter sind im April um 0,3% gegenüber März gestiegen (alle Monatszahlen: saisonbereinigt), wie das Bureau of Labor Statistics gestern berichtete. Das war keine große Überraschung. Schließlich hatten steigende Energiepreise schon vermuten lassen, dass energieintensive Konsumgüter weiter ordentlich im Preis angezogen sind.

Überraschend war allerdings, dass die Preise für Güter ohne Energie und Lebensmittel im April um 0,6% anzogen. Hier war “nur” ein Wert von 0,4% erwartet worden.

Die makroökonomische Interpretation ist klar: Die Inflation in den USA ist nicht allein ein Energiepreis-Effekt; wir haben es mit gehöriger sich selbst tragender Inflationsdynamik zu tun. Und die große Frage ist: Kriegt die US-Notenbank Fed diese Inflation wieder eingefangen, oder ist sie außer Kontrolle geraten?

Eigentlich sind hohe US-Inflationszahlen gut für den Greenback. Gerade jetzt, wo die US-Notenbank Fed damit begonnen hat, ihre Geldpolitik zu straffen, implizieren hohe Inflationsdaten, dass die Fed vielleicht schneller und weiter ihren Leitzins anheben wird, als bisher zu erwarten war.

Und so darf nicht verwundern, dass der Devisenmarkt die Zahl mit initialer USD-Stärke quittiert hat. Eigentlich ist’s ‘ne einfache Rechnung: Der Dollar verliert durch Inflation laufend an Kaufkraft. Wenn die Fed ihren Leitzins aber stärker anhebt, ist der Netto-Effekt dennoch eine höhere US-Kaufkraft von USD-Long-Positionen. Damit sind sie den Devisenhändlern mehr wert.

Doch so leicht ist’s halt nicht. Denn erstens setzt die USD-positive Argumentation voraus, dass die Fed ihren Leitzins stark anheben wird. Zu viele Zinsschritte würden aber eine “harte Landung” (sprich: US-Rezession) auslösen. Und dann ist’s halt fraglich, wie viel Appetit die Fed auf nochmehr Zinserhöhungen hat. Ich habe das in letzter Zeit an dieser Stelle ausführlich diskutiert.

Heute geht’s mir um einen anderen Aspekt: dass selbst hohe Realzinsen nicht unbedingt einer Währung helfen. Ich will Ihnen das an einem historischen Beispiel erläutern, an das ich mich selbst noch erinnern kann: Italien und Deutschland in der ersten Hälfte der 1980er.

Nach der berühmten “Scheidung” (Unabhängigkeit vom Finanzministerium) von 1981 fuhr die Banca d’Italia eine recht straffe Geldpolitik. Der italienische Realzins (der schraffierte Bereich in Abb. 1) lag 1981 bis 1986 im Schnitt bei 4½%, in Deutschland (unter Schwankungen) im Durchschnitt nur bei 3% (Abbildung 2). Die Banca d’Italia war auch in der Inflationsbekämpfung erfolgreicher als die Bundesbank. Ende 1986 lag die Inflation in Italien bei 6,3%, in Deutschland bei 6,9%. Der Lira half das nichts. Die wertete im gleichen Zeitraum (handelsgewichtet) um 25% ab, die D-Mark um 17% auf (Abbildung 3).

Wie kam das? Ich denke, die Lira-Schwäche damals war eine Folge der hohen Inflation und der zu lockeren Geldpolitik, die Italien in den 1970er Jahren durchlebt hatte. Der Banca d’Italia gelang es jahrelang nicht,mit straffer Geldpolitik diesen Vertrauensverlust wieder wettzumachen.

Die Schlussfolgerung für den Dollar ist: Würde der Devisenmarkt davon ausgehen, dass USD-Positionen ein hohes Inflationsrisiko tragen, würde eine straffe Geldpolitik erstmal diesen Vertrauensverlust kompensieren müssen und erst dann USD-positiv wirken.

So weit sind wir noch lange nicht. Noch sind die US-Inflationserwartungen verankert. Und noch gilt die Fed als deutlich aktiver als die EZB und viele andere Zentralbanken. Aber ob sie als hinreichend aktiv angesehen wird, um USD-Stärke zu erzeugen, hängt halt auch davon ab, wie schlimm es gerade mit der Inflation steht.

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Konjunktursorgen im Vereinigten Königreich

Die Bank of England zeichnete im Rahmen ihres letzten Geldpolitischen Reports ein eher düsteres Bild für die britische Konjunktur. Sie geht davon aus, dass die Dynamik im Jahresverlauf merklich nachlassen wird. Überrascht zeigte sie sich dagegen von der Erholung im ersten Quartal. Diese dürfte wohl stärker ausgefallen sein, als sie noch im Februar vermutet hatte, was die heutige BIP-Datenveröffentlichung bestätigen könnte.

Eine positive Überraschung beim BIP dürfte wohl keinen nennenswerten Einfluss auf das Pfund haben. Denn dass die Wirtschaft aktuell gut dasteht und weitere Zinserhöhungen notwendig sind, ist bekannt. Unklarer ist dagegen, ob und wie stark sich die Konjunktur abschwächen wird. Eine negative Überraschung heute würde Konjunktursorgen weiter schüren. Und die BoE könnte sich in ihrer Haltung, dass die Zinsen lediglich graduell steigen sollten, bestätigt sehen. Insofern könnte eine negative Überraschung das Pfund heute unter Abwertungsdruck bringen.

Im Zusammenhang mit dem Konjunkturausblick gilt es, die aktuelle Brexit-Nachrichtenlage genauer zu verfolgen. Denn hier könnte sich der Konflikt zwischen der EU und Großbritannien über das Nordirland-Protokoll verschärfen. Sollte der Streit nicht beigelegt werden können und würde es zu Handelsstreitigkeiten kommen, würde sich der Ausblick für die britische Wirtschaft weiter eintrüben. Der Markt müsste dann möglicherweise seine Zinserwartungen zurückschrauben, was das Pfund belasten würde.

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Inflation dürfte Riksbank weiter Sorge bereiten

Die Inflationsentwicklung in Schweden bereitet der Riksbank Sorgen. Daher hat sie Ende April überraschend schnell ihren Leitzins angehoben und stellte für die verbliebenen drei Sitzungen in diesem Jahr noch zwei bis drei weitere Erhöhungen in Aussicht.

Dass die Sorgen berechtigt sind, zeigte gestern die Veröffentlichung der Inflationserwartungen im Rahmen der Prospera-Umfrage unter Geldmarkthändlern. Die Erwartung für die Inflation in 5 Jahren ist weiter auf 2,4% gestiegen. Zu Beginn des Jahres lag sie noch bei 2%.

Heute werden außerdem die Inflationsdaten für Mai veröffentlicht. Die Verbraucherpreisinflation und auch die Kerninflation könnten im Mai weiter gestiegen sein.

Die Daten dürften bekräftigen, dass der neue Kurs der Riksbank längst überfällig war. Auch wenn sie mit ihrem schnelleren Lift-off überrascht hat, ob sie für weitere (restriktive) Überraschungen gut sein wird, muss sich zeigen. Sollten die Daten heute auf der Oberseite überraschen, steigt die Wahrscheinlichkeit hierfür und die Krone könnte die Verluste der letzten Tage noch ein stückweit mehr wettmachen.

Grundsätzlich sehen wir allerdings nicht mehr viel Aufwertungspotenzial, da eine restriktivere Riksbank bereits zu einem Großteil eingepreist sein dürfte. Außerdem erwarten wir, dass die EZB im Juli nachziehen wird, sodass EUR-SEK in den kommenden Monaten bei rund 10,40 mehr oder weniger seitwärts tendieren dürfte.

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Gold glänzt als sicherer Hafen und Inflationsschutz

Gold verzeichnete einen ausgesprochen guten Start in das Jahr 2022. Der Preis stieg im ersten Quartal um 6 Prozent, was dem stärksten Zuwachs seit dem zweiten Quartal 2020 und dem besten Jahresauftakt seit fünf Jahren entspricht.

Wie die weiteren Aussichten für das gelbe Edelmetall sind, lesen Sie in der Analyse.