Währung

Die Trump-Risiken

USD – Die Trump-Risiken:

Eigentlich wollte ich jenen trumpschen Tweet ignorieren. Doch geht’s leider nicht. Es ist schon eine blöde Situation, wenn so viel von der selbstdeklarierten “großen und unvergleichlichen Weisheit” des US-Präsidenten Donald Trump abhängt. Eines nach dem anderen.

Risiko 1: Türkei

Was haben Trump und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan am Wochenende vereinbart? Ab wann ist der Einmarsch türkischer Truppen in Syrien aus Sicht der US-Administration “off limits”, würde also laut dem oben zitierten präsidialen Tweet den Versuch der “Zerstörung” und “Auslöschung” der türkischen Volkswirtschaft auslösen? Wir wissen es nicht. Trumps initiale Reaktion auf die türkische Militäroperation war kritisch aber (nach seinen Maßstäben) verhalten.

Und so war auch die Marktreaktion verhalten. Dass USD-TRY mit Niveaus um 5,87 wieder auf den Niveaus vom Juni handelt, ist kein Beinbruch. Verständlich, denn der Eindruck, eine beschränkte türkische Offensive sei innerhalb der trumpschen “limits” ist nur naheliegend. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das die richtige Sichtweise ist. Daheim hat der US-Präsident erheblichen Gegenwind für seine neueste Wende in der Syrien-Politik erleben müssen. Der o.a. Tweet selbst dürfte ja wohl vor allem an diese Kritiker gerichtet gewesen sein. Würden in den nächsten Tagen und Wochen Berichte und Bilder von Opfern der türkischen Offensive zu sehen sein, würde der politische Druck zunehmen. Will er nicht noch mehr Rückhalt unter Konservativen verlieren, könnte er gezwungen sein, auf Konfrontationskurs mit der türkischen Regierung umzuschwenken, egal, was die beiden Präsidenten am Wochenende vereinbart haben.

Zwei weitere Aspekte jenes Tweets soll nicht unerwähnt bleiben: (1.) Das Schlimme ist, dass die US-Administration tatsächlich die Instrumente besitzt, ungenehme Länder wirtschaftlich massiv zu beschädigen. Mit der Drohung von “Sekundär-Sanktionen” kann er weltweit Unternehmen gefügig machen und US-Sanktionspolitik weltweit erzwingen. Im Fall der Iran-Sanktionen hat sich die EU damit zähneknirschend abgefunden. Würde mit der Türkei ein enger Partner der EU betroffen, müssten sich die Europäer wohl etwas einfallen lassen. (2.) In seinem Tweet impliziert Trump, dass er es war, der die TRY-Krise verursacht hat. Er spielt damit der türkischen Regierung in die Hände, die diese Interpretation verbreitet hatte. Dabei lagen die Ursachen damals ganz wo anders: in der unsachgemäßen Einmischung der türkischen Regierung in die Geldpolitik. Aber das wird nun in der Türkei erst Recht niemand mehr hören wollen. Da aber Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung ist, ist Chance, dass sich etwas an dem fundamentalen TRY-Risiko ändert, eher geringer geworden.

Risiko 2: China

Was ist Trumps Strategie im US-chinesischen Handelsstreit? Heute beginnt die Verhandlungsrunde, deren Ausgang darüber entscheidet, ob die nächste Eskalationsstufe von Straf- und Gegen-Zöllen aktiviert wird (siehe unten). Normalerweise müsste man annehmen, dass die US-Seite sich mit wenigen chinesischen Zugeständnissen zufrieden gibt. Solange sie irgendetwas als Erfolg verkaufen kann, würde eine Einigung (auch eine “vorläufige” Einigung) realwirtschaftlichen Schaden für die US-Volkswirtschaft minimieren. Und daran sollte dem US-Präsidenten gerade im US-Wahlkampf gelegen sein. Ich denke, auf solchen Überlegungen basiert der in den letzten Tagen immer wieder aufkeimende Optimismus, der am Devisenmarkt als “risk off” mit JPY-Schwäche und AUD-stärke sichtbar wird.

Ich frage mich allerdings, ob diese Sicht angemessen ist. Sie unterstellt, dass die US-Regierung die Wirkungen ihrer Strafzoll-Politik richtig einschätzt. Würde sie das, hätte sie kaum den Handelsstreit vom Zaun gebrochen. Gut, man kann argumentieren, dass die Administration dazugelernt hat. Wer auf einen Erfolg der Handelsgespräche setzt, muss also an eine hinreichend hohe Lernfähigkeit der US-Regierung glauben. Ihre Wahl, liebe Leser!

Risiko 3: Fed

Geht’s realwirtschaftlich schief, gibt’s für den US-Präsidenten ja immer noch einen Buhmann: die Fed. Das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung hat deutlich gemacht, wie groß die Angst der US-Währungshüter vor einem US-chinesischen Handelskrieg ist. Das heißt aber auch: Kommt’s zu einer Einigung in den Handelsgesprächen, dürfte der Markt seine Zinssenkungs-erwartungen zurückschrauben. Allein schon deshalb wäre eine Einigung USD-positiv. Nur glaube ich, dass in einem solchen Fall die präsidiale Fed-Beschimpfung wieder losginge. USD-Stärke würde dadurch gedämpft. Es sei denn, es glaubt niemand (außer mir), dass Trump seinen Worten auch taten folgen lassen kann.

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USD/CNY – Gerüchte über einen Währungspakt zwischen den USA und China:

Die Märkte reagieren nach wie vor äußerst empfindlich auf Schlagzeilen über die Handelsgespräche. Vor der Markteröffnung in Asien schwächten sich Aktien-Futures ab. Zuvor hatte die South China Morning Post (SCMP) gemeldet, dass vor den Verhandlungen auf höchster Ebene bei den Gesprächen zwischen den USA und China auf Stellvertreterebene „keinerlei Fortschritte bei kritischen Themen erreicht wurden“. Quellen zufolge weigerte sich China, über den erzwungenen Technologietransfer zu sprechen und ging auch dem Thema der staatlichen Subventionen aus dem Weg. – den wichtigsten Kritikpunkten der USA. Es kam jedoch zu einem raschen Umschwung der Marktstimmung, als bekannt wurde, dass die USA einen Währungspakt mit China abschließen möchten, der vor dem letzten Scheitern der Handelsgespräche bereits vereinbart worden war. Bisher gibt es kaum Einzelheiten. Der Pakt könnte jedoch eine Verpflichtung Chinas beinhalten, seine Währung nicht abzuwerten, wobei es andernfalls zu Zollanhebungen käme. Der Abschnitt über die Währungsmanipulation im USA-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) könnte eine mögliche Vorlage sein. Kapitel 33 des USMCA über makroökonomische Politik und Wechselkursfragen behandelt vier Eckpunkte. So sind beide Vertragsparteien daran gebunden 1) im Rahmen der Bestimmungen des IWF-Übereinkommens ihre Wechselkurse nicht zu manipulieren, 2) ein durch den Markt bestimmtes Wechselkursregime zu erreichen und aufrechtzuerhalten, 3) von einer Währungsabwertung aus Wettbewerbsgründen, einschließlich einer Intervention am Devisenmarkt, abzusehen und 4) zugrunde liegende wirtschaftliche Fundamentaldaten zu stärken, was die Voraussetzungen einer stabilen Gesamtwirtschaft und beständiger Wechselkurse untermauert. Um dies zu überwachen, müssen alle Länder ihre Devisenreserven und monatlichen Währungsinterventionen zum Ende jedes Monats innerhalb von sieben Tagen melden.

Die chinesische Zentralbank (PBoC) hielt das Mittelpunkt-Fixing für USD-CNY heute stabil auf 7,0730, während USD-CNY nach der Meldung über den Währungspakt niedriger eröffnete und ein Tief von 7,1100 erreichte.

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GBP: Die heiße Brexit-Phase beginnt:

Noch dreht sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit um die Frage, ob es bis Monatsende noch einen Brexit-Deal geben könnte. Dafür steht die Cahnce aber wohl schlecht. Wichtiger ist die Frage, was passiert, wenn am 19. kein Deal fertig ist. Wird der britische Premier dann – wie ihm das Gesetz gebietet – eine Verlängerung beantragen, oder doch eher “tot über’m Zaum hängen”, wie er selbst versichert hat? Konkret: Ist das Gesetz “BoJo proof” oder findet Boris Johnson doch noch ein Schlupfloch? Dazu gibt’s in all dem gegenwärtigen Nachrichtenfluss nichts Neues. Und darum verharrt GBP nach dem Rutsch vom Dienstag erstmal recht bewegungslos.

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