Währung

Die “risk-on”-bedingte USD-Schwäche hat ein (vorläufiges) Ende

Das Ende von “risk on”

Gestern war’s noch mein Aufmacher-Thema, heute ist’s schon wieder vorbei mit “risk on”. Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn Chinas Regime Corona und die damit begründeten Beschränkungen und Kontrollen nicht genutzt hätte, um politisch unliebsamen Dissens zu unterdrücken. So wurde nun eine “Verbesserung der Sicherheitsgesetze” für Hong Kong angekündigt (siehe unten). Man weiß nicht, wie die US-Regierung darauf reagiert. Weil die Politik dieser US-Administration sich nicht an strategischen Leitlinien orientiert, sondern arbiträr mäandert, ist alles möglich: vom Ignorieren des neuen Kurses in Pekings Hong-Kong-Politik bis zum Wiederaufflammen des Handelskonflikts. Erste Äußerungen, die aus Washington zu vernehmen sind, sind diesbezüglich – auch das lehrt die Vergangenheit – wenig informativ.

Weil “Handelskonflikt” aber auch “USD-Stärke” bedeutet (wenigstens war das die Marktinterpretation bislang), findet die “risk-on”-bedingte USD-Schwäche der letzten Tage hier ein (vorläufiges) Ende. Für EUR-USD bedeutet das z.B., dass der Ausflug über die Marke von 1,10 von kurzer Dauer war und erstmal kein Thema mehr sein dürfte.

US-Arbeitsmarkt

Gut 2,4 Millionen neue Arbeitslose vermeldete das US-Arbeitsministerium gestern. Das war erwartet worden und hatte daher keinen unmittelbaren Einfluss auf den Devisenmarkt. Dennoch, das Ausmaß der Arbeitsplatzverluste in den USA ist erschreckend. Rund 20% Arbeitslosenquote erwarten etliche US-Ökonomen. Europa geht einen anderen Weg. Mit Kurzarbeitergeld und ähnlichen Schemata wird hier versucht, den Corona-Effekt auf die Beschäftigung abzudämpfen. Eigentlich erscheint Europas Weg vielversprechender. Ziel der Wirtschaftspolitik allerseits ist, den langfristigen realwirtschaftlichen Effekt von Corona zu minimieren. Dazu ist’s hilfreich, langfristig disruptive Effekte zu minimieren: Firmenpleiten und Entlassungen. Gelingt das, könnte Europa im Gegensatz zu den USA eine quälend langsame Rückkehr zu Normalbeschäftigung (wie nach 2008) vermeiden.

Freilich heißt “weniger Disruption” auch, dass die Chance vertan wird, die Corona-Krise zur Etablierung neuer, nachhaltigerer Wirtschaftsstrukturen zu nutzen. Was wiederum für das langfristige Potenzialwachstum ein Nachteil Europas sein könnte.

In EUR-USD schlagen sich solche Überlegungen momentan nur graduell nieder. Weil fraglich erscheint, dass solche Unterschiede sich in unterschiedlichen Kursen der Geldpolitik ausdrücken werden und hinreichend stark reale Renditen beeinflussen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Bank von Japan

Die Bank von Japan (BoJ) hat getagt. Ausser der Reihe. Aber das Ergebnis hatten im Vorfeld die Spatzen von den Dächern gepfiffen: ein neues Programm, das die Kreditvergabe an kleine und mittelständische Unternehmen fördern soll. Es funktioniert nach dem üblichen Schema: Geschäftsbanken erhalten verbilligte BoJ-Liquidität, wenn sie diese Mittel nutzen, um Kredite an solche Unternehmen zu vergeben. Details sind (zumindest aus Devisenmarkt-Sicht) uninteressant. Denn wichtiger ist, was die BoJ auch diesmal nicht beschlossen hat: eine weitere Lockerung ihrer eigentlichen geldpolitischen Instrumente.

Mit denen haben Japans Währungshüter – das dürfte so langsam jedermann klar werden – längst das Ende der Fahnenstange erreicht. Und eigentlich – auch das ist schon längst klar – hat die BoJ ihr Ziel der Re-Inflationierung schon längst aufgegeben. Heroische 2%-Ziele waren lange schon nur noch hohles Gerede. Neu ist hingegen, dass diese Kapitulation auch jetzt gilt, wo die Inflation Corona-bedingt wieder in den negativen Bereich abschmiert. Die Logik dahinter könnte man wohlwollend so interpretieren, dass momentan anderes vordringlicher ist. Wenn die BoJ die langfristigen realwirtschaftlichen Folgen von Corona minimiert, dann kann auch ein langfristiges weiteres Abgleiten der Inflation vermieden werden. So könnte man argumentieren. Freilich lehrt die Erfahrung der letzten Jahre (in Japan: der letzten Jahrzehnte), dass dies eine ziemlich optimistische (ich würde sagen: übertrieben optimistische) Sichtweise ist. In letzter Konsequenz könnte das heißen, dass die BoJ nicht nur das langfristige 2%-Ziel aufgegeben hat, sondern jegliche Inflationssteuerung. Demnach wäre ihr Lebenszweck dann nur noch die Unterstützung der Konjunktursteuerung der Regierung. Wenn das so ist, dann wäre ähnliche JPY-Stärke wie nach 2008 eine naheliegede Konsequenz.

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TRY, ZAR: Zinssenkung beider Zentralbanken

Sowohl in der Türkei als auch in Südafrika senkten die Zentralbanken ihren Leitzins gestern erwartungsgemäß um 50 Bp. Beide Zentralbanken deuteten an, dass die Aussicht auf eine kurzfristig niedrigere Inflation die Zinssenkung rechtfertigt. Die türkische Zentralbank führte die freundliche Entwicklung der Kerninflation an, warnte jedoch, dass die Volatilität der Nahrungsmittelpreise nach der Corona-Krise einen Anstieg der Verbraucherpreisinflation bewirken wird. Die türkische Bankenaufsicht (BDDK) führte neue Einschränkungen für die Abwicklung des Goldhandels durch Banken ein. Zuvor hatte sie bereits Kapitalverkehrskontrollen verabschiedet, um die Lira-Versorgung ausländischer Geschäftspartner zu verringern.

Die südafrikanische Zentralbank (SARB) senkte ihre BIP-Wachstumsprognose für 2020 auf -7%. Sie erwartet auch, dass die Inflation in diesem und im nächsten Quartal die untere Grenze ihres Zielkorridors bei 3% unterschreiten wird. Dennoch fiel die Abstimmung der SARB mit 3 zu 2 für eine Senkung um 50 Bp gegenüber einer Senkung um 25 Bp knapp aus. Gouverneur Lesetja Kganyago bestätigte, dass die Zentralbank die für dieses Jahr noch vorgesehene Senkung um 50 Bp durchführen wird, aber eher in kleinen 25 Bp Schritten, was den Eindruck vermittelte, dass die Notebank keine Notwendigkeit für schnelles Handeln sieht. Die ZAR-Schwäche könnte auch ein Grund für die erhöhte Vorsicht sein. Der IWF hatte bekannt gegeben, dass sein Rat den Antrag Südafrikas auf rasche Finanzhilfe (RFI-Fazilität) besprechen wird. Dies zusammen mit den weniger taubenhaften Tönen der Notenbank löste eine Rallye im Rand aus. Dieser liegt nun zum USD nach 18,40 Anfang der Woche bei rund 17,65. Während der letzten Handelssitzungen erzielte der Rand gegenüber der Lira eine Outperformance von rund 4%. Im gegenwärtigen globalen Umfeld betrachten wir aber sowohl die TRY als auch den ZAR als anfällige Währungen.

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Kein Wachstumsziel in China

Die Spannungen zwischen den USA und China nehmen zu, im Moment auf zwei Feldern.

  • Erstens denken die USA über Maßnahmen nach, die zu einem massiven Delisting chinesischer Unternehmen vom US-Aktienmarkt führen könnten.
  • Zweitens ist China im Begriff, beim bevorstehenden Nationalen Volkskongress ein neues “Sicherheitsgesetz” zu verabschieden, das u.U. die USA auf den Plan rufen könnte (siehe oben).

Die chinesischen Behörden sagen zwar noch immer zu, das Handelsabkommen umzusetzen. Die jüngste Dynamik lässt jedoch vermuten, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China unvermeidlich erscheint. Dies würde zu einer neuen Unsicherheit bei der Erholung nach der Corona-Krise führen. Die chinesischen Entscheidungsträger sind sich dessen sicherlich bewusst, weshalb sie für 2020 kein Wachstumsziel festlegen möchten. Sie begründen dies mit Risiken aufgrund des Coronavirus und der Geopolitik. Angesichts dessen müssen möglicherweise sowohl die Anleger als auch die Politiker die Wachstumsaussichten realistischer einschätzen. Am Währungsmarkt bleibt USD-CNY noch immer stabil, der chinesische Yuan scheint jedoch unter Abwertungsdruck zu stehen.

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