Rohstoffe

Die Risiken am Ölmarkt überwiegen

Energie: Undurchsichtige Gemengelage am Ölmarkt, Risiken überwiegen

Die Ölpreise erholen sich heute etwas nach den starken gestrigen Verlusten unterstützt durch freundlichere Aktienmärkte. Doch die Gemengelage am Ölmarkt bleibt unübersichtlich und bedrohlich. An der bereits angeschlagenen Nachfragefront drohen weitere Transporteinschränkungen. Auch gibt es wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung auf das neue 2,2 Bio. USD schwere Corona-Hilfspaket in den USA, das die Nachfrage unterstützen könnte. Der Fokus der meisten Marktteilnehmer liegt eine Woche vor der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowieso auf den USA. Der Effekt eines Wahlsieges von Biden ist aktuell schwer einzuordnen. Welche Einflüsse werden mittel- bis langfristig überwiegen? Ist ein Biden-Sieg nun negativ für den Ölpreis wegen seiner ambitionierten Klimapläne, die alternative Energien und Antriebe zulasten fossiler Brennstoffe unterstützen? Oder positiv, insbesondere wenn die Demokraten auch im Senat die Mehrheit gewinnen, weil dann schnellere Entscheidungen und eine stärkere fiskalische Unterstützung wahrscheinlicher werden? Oder doch negativ, weil ein Wiederbeleben des Atom-Abkommens mit dem Iran die Risiken eines Überangebots im nächsten Jahr vergrößern? Oder doch positiv (für den Ölpreis), weil Biden als Präsident die US-Schieferölindustrie zerstören würde? Die Branche scheint sich aktuell wieder zu erholen, wenngleich langsamer als erhofft. In der letzten Woche ist in den USA die Zahl aktiver Ölbohrungen um 6 gestiegen, nachdem sie bereits in der Woche zuvor um 11 zunahm. Die wechselseitige Wirkung dieser Faktoren sieht man bei der aktuellen Hurrikan-Saison im Atlantik. Wegen der wärmeren Wassertemperaturen ist mit “Zeta” bereits der 27. benannte Tropensturm entstanden. Es wurde bereits 16% der US-Ölproduktion im Golf von Mexiko geschlossen, was die Ölpreise stützt. Morgen soll der zum Hurrikan heraufgestufte Sturm auf die US-Küste treffen, was zu Raffinerieschließungen und Transporteinschränkungen führen und damit den Ölpreis wiederum belasten könnte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Chinesische Goldnachfrage erholt sich

Gold bewegte sich gestern in einer engen Handelsspanne rund um die Marke von 1.900 USD je Feinunze. Der festere US-Dollar hat dabei offenbar den Rückgang der US-Anleiherenditen aufgewogen. Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück. Nach den ersten drei Quartalen liegt die chinesische Goldnachfrage mit 548 Tonnen allerdings noch fast 30% unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Gegensatz zu Gold ging es gestern für die anderen Edelmetallpreise deutlich bergab. Diese wurden von den fallenden Industriemetallpreisen nach unten gezogen. Mit einem Minus von 3,4% war Platin dabei der größte Verlierer. Der Ausflug über die Marke von 900 USD je Feinunze hat sich damit als kurzfristig erwiesen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Erholung der globalen Stahlproduktion, aber nur dank China

Wie der Weltstahlverband Ende letzter Woche berichtete, ist die globale Stahlproduktion im September im Vergleich zum Vorjahr um 2,9% auf 156,4 Mio. Tonnen gestiegen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Stahlindustrie hat ihren Tiefpunkt überwunden und befindet sich mittlerweile auf Erholungskurs. Man muss jedoch bedenken, dass der Anstieg der Stahlproduktion fast ausschließlich auf China zurückzuführen ist, wo auf Tagesbasis eine rekordhohe Menge Stahl hergestellt wurde. In der EU und in Nordamerika lag die Stahlproduktion dagegen im September noch 14% bzw. gut 17% unter Vorjahr. Während es in diesen Regionen also noch dauern wird, bis die Vor-Corona-Niveaus wieder erreicht sind, steuert China auf eine Rekordmenge zu: Erstmals in einem Jahr dürfte die Marke von 1 Mrd. Tonnen überschritten werden. Der Verband der chinesischen Eisen- und Stahlhersteller rechnet mit einem Plus von 3-5% gegenüber Vorjahr. Die angeordneten Produktionskürzungen während der Wintermonate, die seit Anfang Oktober gelten und bis Ende März dauern sollen, werden die deutliche Produktionsausweitung in China wohl nicht verhindern. Denn diese sind weniger streng als in der letzten Wintersaison – je nach Region und Produkt betragen sie nur rund ein Viertel des Vorjahres – und dürften wie schon vor einem Jahr ohnehin kaum befolgt werden. Die hohen Produktionsraten der letzten Monate dürften mit dazu beigetragen haben, dass der Preis für Betonstahl an der SHFE in Shanghai von seinem Jahreshoch Anfang August mittlerweile um etwa 7% gefallen ist. Der Preis könnte weiter sinken, da in China nun die saisonal nachfrageschwächere Zeit begonnen hat.