Rohstoffe

Die Realität holt die Ölpreise ein und Gold ist in der Defensive

Energie: Die Realität holt die Ölpreise ein

Die Gewinnstrecke bei (Brent-)Öl ist nach neun Tagesanstiegen in Folge zu Ende gegangen. Als Auslöser kann man den Ausblick der Internationalen Energieagentur IEA anführen, die von einem “zerbrechlichen” Gleichgewicht am Ölmarkt ausgeht. Dabei zeigt der Bericht ein pessimistischeres Bild als dies die Marktteilnehmer erwarten, wenn man die aktuell hohen Preise betrachtet. So hat die IEA die Prognosen für den Weltölverbrauch für dieses Jahr erneut um 200 Tsd. Barrel täglich gesenkt. Insbesondere die Nachfrageschätzung für das 1. Quartal wurde um 400 Tsd. Barrel täglich nach unten revidiert und damit um insgesamt 1 Mio. Barrel täglich innerhalb von nur zwei Monaten. Gleichzeitig soll die Ölproduktion außerhalb der OPEC+ wegen höherer Ölpreise deutlich stärker steigen als erwartet, weshalb der Bedarf an OPEC-Öl in diesem Jahr um 600 Tsd. Barrel täglich niedriger ausfallen soll als zuvor erwartet. Das Angebot außerhalb der OPEC+ soll demnach in diesem Jahr um 830 Tsd. Barrel täglich zunehmen. Deswegen droht dem Markt im 2. Quartal ein Produktionsüberschuss von ca. 1,3 Mio. Barrel täglich, wenn Saudi-Arabien seine freiwillige Produktionskürzung zurücknimmt und die anderen Mitglieder der OPEC+ ihre Produktion wie vereinbart graduell erhöhen. Doch der wenig später erschienene Bericht der OPEC widerspricht der Einschätzung der IEA vor allem in Bezug auf das Nicht-OPEC-Angebot. Die OPEC hat ihre Schätzung für die Produktionsausweitung außerhalb der OPEC+ sogar um 200 Tsd. auf 700 Tsd. Barrel täglich reduziert. Deshalb soll der Bedarf an OPEC-Öl vor allem dank der dynamischen Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte – in diesem Punkt stimmen die OPEC und die IEA überein – sogar um 340 Tsd. Barrel täglich höher ausfallen als zuvor erwartet. Die IEA-Prognose unterstützt unsere Einschätzung zum Ölpreis in diesem Jahr, wobei wir aufgrund des Überangebots ein erneutes “Abtauchen” des Brentölpreises unter 50 USD je Barrel im 2. Quartal erwarten, auch weil wir angesichts der weiteren Einschränkungen und des geänderten Konsum- und Reiseverhaltens die derzeitige Nachfrageeuphorie nicht teilen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold in der Defensive

Die Zeiten sind für Gold derzeit ähnlich frostig wie die Außentemperaturen. Gestern Nachmittag geriet der Preis unter Abgabedruck. Heute setzt sich der Preisrückgang fort. Der Preis rutscht auf 1.815 USD je Feinunze ab. Damit sind alle Gewinne seit Wochenbeginn wieder aufgezehrt. Der US-Dollar fällt als Erklärung für den Schwächeanfall diesmal aus. Auch die Anleiherenditen haben sich kaum bewegt, um als Begründung herhalten zu können. Massiver Gegenwind kommt dagegen seit Tagen von den ETFs, die gestern den fünften Tag in Folge kräftige Abflüsse verzeichneten. Mit den gestrigen Abflüssen von 4,5 Tonnen summieren sich diese in den letzten fünf Handelstagen auf 24,5 Tonnen. Dass Gold derzeit wenig gefragt ist, liegt u.a. an der anhaltenden Rekordjagd an den Aktienmärkten. Auch der Höhenflug von Bitcoin in dieser Woche dürfte einige Anleger von Gold abgehalten haben, auch wenn beide Anlagen nur wenig miteinander gemeinsam haben, um in Konkurrenz zueinander zu stehen. Anders sieht es hingegen bei Platin aus, das in dieser Woche um bis zu 140 USD gestiegen ist und gestern ein 6-Jahreshoch bei gut 1.270 USD je Feinunze erreichte. Dieser Höhenflug könnte dazu beigetragen haben, dass Anleger diesem bislang eher im Schatten von Gold stehenden Edelmetall den Vorzug gaben. Darauf deuten auch die bis vor zwei Tagen verzeichneten ETF-Zuflüsse hin. Der Preisrückgang auf 1.210 USD am frühen Morgen dürfte auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein, was nach dem rasanten Preisanstieg zuvor nur allzu verständlich sein dürfte. Kurzfristig spricht wenig dafür, dass sich die Aussichten für Gold aufhellen. Dafür müssten die Inflationsrisiken merklich anziehen. Die in dieser Woche veröffentlichten US-Inflationsdaten lieferten dafür aber noch keine Anhaltspunkte. Sollte das massive Konjunkturpaket in den USA verabschiedet sein und die Sorgen vor einer Überhitzung der US-Wirtschaft daraufhin zunehmen, könnte sich dies allerdings ändern und Gold vor einem deutlichen Anstieg stehen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
SB3UAAShortGold FutureFaktor: -5
SB3T56LongPlatin FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatin FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: EU-Stahlnachfrage 2020 so schwach wie selten zuvor

An der LME hat sich der Preis für Betonstahl (nächstfälliger Future) nach seinem kräftigen Rückgang zu Monatsbeginn wieder auf rund 600 USD je Tonne erholt. Dies sind zwar noch 10% weniger als im Hoch Anfang Januar, aber auch über 30% mehr als zu Beginn des vierten Quartals. Der LME-Preis für Stahlschrott weist eine ähnliche Entwicklung auf. Wie der Verband der europäischen Stahlproduzenten (Eurofer) vorgestern in seinem neuesten „Economic and Market Outlook“-Bericht mitteilte, dürfte die augenscheinliche Stahlnachfrage in der EU im letzten Jahr um 13% gegenüber Vorjahr gefallen sein. Dies ist den Auswirkungen des Coronavirus geschuldet und etwas besser als im vorherigen Bericht unterstellt. Nach einem beispiellosen Rückgang um 25% im zweiten Quartal – in diesem Quartal wurde die geringste Stahlnachfrage jemals gemessen –, ist die Stahlnachfrage demnach im dritten Quartal um 11,6% gefallen. Dies war bereits das achte Quartal in Folge mit einem Rückgang. Selbst wenn die Nachfrage im vierten Quartal wieder etwas angezogen hat (Daten hierzu liegen noch nicht vor), war 2020 laut Aussagen von Eurofer eines der schlimmsten Jahre überhaupt. In diesem Jahr soll sich die augenscheinliche Stahlnachfrage in der EU zwar kräftig um 13,3% auf 152 Mio. Tonnen erholen, damit aber noch leicht unter dem 2019er Niveau liegen. Für 2022 erwartet Eurofer ein weiteres, moderates Nachfragewachstum von 3,4%. Sektorseitig könnte eine gute Performance des Bausektors negative Trends in anderen stahlkonsumierenden Sektoren auffangen. Eurofer appellierte zugleich nochmals an die EU, die Stahlindustrie zu unterstützen. Die EU solle die Krise als eine Chance sehen und Mittel aus dem Wiederaufbaufonds in der Stahlindustrie zum Erreichen der Dekarbonisierungsambitionen einsetzen.

Rohstoff-Ausblick 2021: Das sind die Aussichten für Gold, Öl und Co.

Trotz der Corona-Krise konnten die meisten Rohstoffpreise 2020 deutlich zulegen. Wie wird es im neuen Jahr weitergehen? Erfahren Sie hier, welche Rohstoffe neue Rekordhochs erreichen könnten und wer es 2021 schwer haben wird. Jetzt lesen!