Rohstoffe

Die Musik spielt bei Gold und Silber

Energie: Gestern ging es mit den Ölpreisen erneut deutlich abwärts. Das Handelsmuster glich dabei dem des Vortages. Einer Preiserholung am Vormittag folgte am Nachmittag/Abend der Absturz. Brent und WTI fielen auf 4-Wochentiefs von gut 61 USD bzw. weniger als 55 USD je Barrel. Selbst die weitere Verschärfung der Krise im Mittleren Osten gibt den Ölpreisen momentan keinen nennenswerten Auftrieb. Gestern reagierten die Preise nur kurzzeitig auf die Meldung, dass der Iran vor wenigen Tagen einen ausländischen Öltanker in der Nähe der Straße von Hormus festgesetzt haben soll. Der von US-Präsident Trump gemeldete Abschuss einer iranischen Drohne durch ein US-Kriegsschiff führt am Morgen zwar zu steigenden Notierungen. Die Gewinne fallen aber im Vergleich zu den gestrigen massiven Verlusten moderat aus. Wie es scheint, wachsen am Ölmarkt die Sorgen vor einem erneuten Überangebot. Die Nachfrage entwickelt sich weniger robust als erwartet. So revidierte die Internationale Energieagentur ihre Prognose für die globale Ölnachfrage außerplanmäßig nach unten. Laut IEA-Chef Birol rechnet man für 2019 nur noch mit einem Anstieg um 1,1 Mio. Barrel pro Tag. Im erst vor einer Woche veröffentlichten Monatsbericht hatte die IEA die Prognose noch bei 1,2 Mio. Barrel pro Tag bestätigt. Zudem stellte Birol eine weitere Abwärtsrevision in Aussicht, sollte sich die Weltwirtschaft und insbesondere China weiter abschwächen. Auf der Angebotsseite entspannt sich die Lage ebenfalls. Russland scheint das Problem mit dem verunreinigten Öl gelöst zu haben. Der Pipelinebetreiber Transneft akzeptiert wieder Öl vom größten russischen Ölproduzenten Rosneft. Laut Energieminister Nowak steigt die russische Ölproduktion in der zweiten Julihälfte auf das im “OPEC+”-Abkommen vorgesehene Niveau. Anfang Juli lag sie ca. 400 Tsd. Barrel pro Tag darunter.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold ist gestern um 20 USD bzw. 1,4% gestiegen und hat mit knapp 1.450 USD je Feinunze den höchsten Stand seit über sechs Jahren erreicht. Auftrieb erhielt der Preis am späten Nachmittag/Abend von einem schwächeren US-Dollar und fallenden Anleiherenditen nach taubenhaften Äußerungen zweier Fed-Vertreter. Der stellvertretende Fed-Vorsitzende, Clarida, und der Präsident der New Yorker Fed, Williams, haben sich für eine schnelle Reaktion der US-Notenbank ausgesprochen, sollte die US-Wirtschaft ins Stolpern geraten. Williams sprach sich zudem dafür aus, dass die Fed vorbeugende Maßnahmen ergreifen soll anstatt abzuwarten. Der Markt hat daraufhin eine Zinssenkung der Fed um 50 Basispunkte übernächste Woche stärker eingepreist. Bis Ende des Jahres sind mittlerweile drei Fed-Zinssenkungen eingepreist. Dass Gold in Folge der Äußerungen stark gefragt war, spiegelt sich unter anderem in ETF-Zuflüssen von fast 14 Tonnen wider. Heute Morgen gibt es trotz neuerlicher Spannungen im Mittleren Osten – die USA haben letzte Nacht laut Angaben von US-Präsident Trump eine iranische Drohne über dem Persischen Golf abgeschossen – einige Gewinnmitnahmen. Die von der Schweizer Zollbehörde gestern berichteten schwachen Goldexporte nach Asien wurden vom Markt ignoriert. Wegen der (rekord-)hohen Preise in Indien und China war man bereits davon ausgegangen, dass beide Länder im Juni nur wenig Gold nachgefragt haben. Die Schweiz hat nur 13,1 Tonnen Gold nach Indien sowie 6,3 Tonnen Gold nach China und Hongkong ausgeführt.

Silber ist im Fahrwasser von Gold auf ein 13-Monatshoch von fast 16,5 USD je Feinunze gestiegen. Es hat sich gestern erneut besser entwickelt als Gold. Der Silberpreis wird weiterhin von starken ETF-Zuflüssen unterstützt – 285 Tonnen wurden allein für gestern gemeldet. Die Silber-ETF-Bestände liegen mittlerweile auf einem 2-Jahreshoch. Relativ betrachtet sind Silber-ETFs derzeit wesentlich stärker gefragt als Gold-ETFs: Seit Monatsbeginn wurden die Silber-ETF-Bestände um 5,5% und die Gold-ETF-Bestände um 1,1% aufgestockt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CU0E6S Long Silver-Future Faktor: 4
CJ7RLW Short Silver-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Spürbar steigende Aktienmärkte in Asien geben den Metallpreisen zum Wochenausklang Rückenwind. Kupfer legt um 2% auf ein 2-Monatshoch von 6.100 USD je Tonne zu, Nickel kostet erstmals seit gut einem Jahr mehr als 15.000 USD je Tonne. Zink hat seinen Abwärtstrend vorerst gestoppt und sich etwas erholt. Der Preis notierte zeitweise über 2.500 USD je Tonne. Bei den Marktteilnehmern kommen offenbar doch wieder ein paar Angebotssorgen auf, denn die Terminkurve ist am vorderen Ende wieder leicht in Backwardation. Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hatte am Montag berichtet, dass sich das Angebotsdefizit am globalen Zinkmarkt von Januar bis Mai 2019 im Vergleich zum Vorjahr auf 123 Tsd. Tonnen ausgeweitet hat. Dies ist vor allem auf eine gefallene Zinkproduktion zurückzuführen. Bei Preisen unter 2.400 USD, wie sie zum Beispiel in der letzten Woche zu beobachten waren, dürften vormals stillgelegte Schmelzen nicht wieder in Betrieb genommen werden. Damit dürfte sich die bessere Verfügbarkeit von Zinkkonzentrat zunächst nicht in einer höheren Raffinadeproduktion niederschlagen. Auf ihrer Frühjahrstagung im Mai hatte die ILZSG für das Gesamtjahr ein Angebotsdefizit in ähnlicher Höhe unterstellt wie sie jetzt für die ersten fünf Monate berichtete. Auch am globalen Bleimarkt bleibt das Angebot bislang hinter der Nachfrage zurück – laut ILZSG um 42 Tsd. Tonnen. Das Defizit hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ausgeweitet, was einer stärkeren Nachfrage geschuldet ist. Diese zeigt sich bislang deutlich stärker als von der ILZSG unterstellt. Der erwartete kräftige Überschuss im Gesamtjahr muss daher aus heutiger Sicht auf der Herbsttagung im Oktober möglicherweise nach unten revidiert werden. Der Bleipreis scheint im Moment gut unterstützt und ist auf ein 4-Monatshoch von 2.050 USD je Tonne gestiegen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper Future Faktor: -8

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