Währung

Die Leiden des US-Dollar

Selbst ein guter US-Arbeitsmarktbericht dürfte dem Dollar nicht dauerhaft helfen

Der US-Arbeitsmarktbericht heute ist der erste wichtige Hinweis darauf, inwieweit sich die zweite Viruswelle auf die wirtschaftliche Erholung in den USA ausgewirkt hat. Allgemein wird erwartet, dass sich der Beschäftigungsaufbau im Juli deutlich verlangsamt hat. Doch es besteht hohe Unsicherheit darüber, wie stark der Rückgang ausfällt. Zumindest der ADP-Bericht, der einen Stellenaufbau von nur noch rund 170 Tausend im Juli auswies nach noch 2,4 Millionen im Vormonat, war schon mal kein guter Vorbote. Allerdings erwies sich dieser Indikator zuletzt nicht als allzu zuverlässig, womit die heutigen Zahlen erhebliches Überraschungspotenzial nach oben als auch nach unten bergen.

Ein überraschend positives Ergebnis würde dem US-Dollar ohne Frage etwas Luft verschaffen nach seinem Absturz der letzten Woche. Allerdings müssten die Zahlen schon utopisch gut ausfallen, damit der US-Währung dauerhaft geholfen wäre. Denn der wesentliche Grund für die Dollar-Schwäche ist unserer Ansicht nach eine nachhaltige Kehrtwende der US-Geldpolitik. Schon vor der Coronakrise hatte die Fed angedeutet, dass sie ihre Zinsen erst dann weiter erhöhen würde, wenn die Inflation das 2%-Ziel erreicht habe, was einer wesentlichen Änderung ihrer Strategie entsprach. In der Vergangenheit hatte die Fed schließlich einen Zinserhöhungszyklus schon eingeleitet, wenn sie erwartet hatte, dass die Inflation in Richtung 2% steigt, und nicht erst, wenn sie schon dieses Niveau erreicht hat. Da die Fed aber zuvor schon Zinserhöhungen geliefert hatte und die US-Zinsen zu Beginn des Jahres immerhin bei 1,50-1,75% lagen, war diese taubenhafte Haltung für die meisten USD-Investoren noch einigermaßen akzeptabel. Jetzt reden wir aber davon, dass sie ihre Zinsen auf absehbare Zeit bei nahe Null beibehalten wird, womit sich ihre Geldpolitik nicht mehr von der anderer wichitger Notenbanken, insbesondere der EZB, groß unterscheidet. Unserer Meinung nach rechtfertigt das dauerhaft höhere EUR-USD-Notierungen, weshalb wir unsere Prognose für Ende dieses Jahres von 1,14 auf 1,21 und für Ende nächsten Jahres von 1,18 auf 1,24 angehoben haben.

Diese Prognose ist keinesfalls aggressiv und berücksichtigt durchaus auch Abwärtsrisiken in EUR-USD, beispielsweise den fortdauernden US-chinesischen Konflikt, der sich lange Zeit positiv auf den USD auswirkte. So werden US-Waren und Dienstleistungen durch Strafzölle auf Importe aus China oder wie von der US-Administration aktuell offenbar präferiert, durch den Bann chinesischer Software in den USA, künstlich verteuert, was zu einer Mischung aus höheren US-Preisen und einem stärkeren Dollar führt. Zunehmend scheint sich der Markt jedoch auch auf die negativen Effekte für die US-Wirtschaft zu konzentrieren, weshalb die US-Währung kaum noch von den jüngst zunehmenden Spannungen profitieren konnte. Längerfristig besteht jedoch auch das Risiko, dass Europa ins Kreuzfeuer dieses Konflikts gerät und entsprechend konjunkturelle Einbußen erleiden muss, insbesondere unter einem potenziellen US-Präsidenten Joe Biden, dem es sogar gelingen könnte, die Unterstützung der Europäer zu gewinnen. Dies ist jedoch zum aktuellen Zeitpunkt recht weit vorgegriffen, womit aus unserer Sicht die Aufwärtsrisiken in EUR-USD vorerst dominieren.

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Taubenhafte RBA

Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China sowie ein überaus taubenhafter geldpolitischer Lagebericht der australischen Notenbank lasten heute früh auf dem Aussie. So legen die Prognosen der Reserve Bank of Australia (RBA) nahe, dass sie nicht davon ausgeht, dass die Inflation innerhalb ihres Prognosehorizonts, d.h. bis Ende 2022, nachhaltig zu ihrer 2-3% Zielspanne zurückkehren wird. Dies führt sie im Wesentlichen auf eine anhaltende Unterauslastung in der Wirtschaft sowie einem schwachen Lohnwachstum zurück. RBA Assistant Governor Luci Ellis zeigte sich insbesondere über die Schwäche des heimischen Konsums überrascht, der nicht allein mit Einkommenseinbußen der Haushalte zu erklären sei, da die fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen der Regierung diese zum Großteil kompensiert habe. Vielmehr dürfte die Nachfrageschwäche mit einer allgemein erhöhten Unsicherheit zu erklären sein und die dürfte wohl in der Tat, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der wieder steigenden Infektionsraten in Australien, kaum in absehbarer Zeit zurückgehen. Von geldpolitische Seite ist insofern kein Rückenwind für den Aussie auf absehbare Zeit zu erwarten.

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Keine Negativzinsen, aber auch keine steigende Zinsen im UK in Sicht

Das britische Pfund erhielt gestern vor allem davon Auftrieb, dass die Bank of England offensichtlich vor der Einführung von Negativzinsen weiterhin zurückschreckt. Zwar sei das Instrument offiziell noch auf dem Tisch. Doch die Diskussion im geldpolitischen Bericht legt nahe, dass sich die Notenbanker der positiven Effekte nicht sicher sind, womit sie auf diesen Schritt wohl nur im absoluten Notfall zurückgreifen dürften.

Und in der Tat: verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen im UK weiter fallen, ist das natürlich ein positives Signal für das Pfund. Mittel- bis langfristig ist für die GBP-Wechselkurse jedoch weitaus entscheidender, wie schnell die BoE ihre Geldpolitik nach der Krise normalisieren wird. Mit der gestrigen (Wieder-) Einführung einer Forward Guidance, könnte man den Eindruck erhalten, dass sie schon jetzt sicherstellen will, dass der Markt diesbezüglich nicht zu schnell vorgreift. So weist die BoE nun darauf hin, dass sie ihre Zinsen erst dann erhöhen wird, wenn sie klare Hinweise darauf hat, dass die Inflation auf einem nachhaltigen Pfad zurück zu ihrem Ziel ist. Laut ihren aktuellen Prognosen geht sie davon aus, dass das Inflationsziel von 2% in etwa 2 Jahren wieder erreicht wird. Jedoch warnt sie, dass die Risiken für ihre Prognosen nach unten gerichtet seien, was BoE-Chef Andrew Bailey später sogar noch einmal ausdrücklich hervorhob. Insbesondere nach der Erfahrung der meisten Industrieländer in den letzten Jahren mit einer eher zu niedrigen Inflation, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Markt auch für das UK nicht so schnell steigende Inflationserwartungen und damit Zinserhöhungsspekulationen aufkommen werden. Im Euroraum ist das mittlerweile der Normalzustand, nicht jedoch im UK. Vor diesem Hintergrund sind die Risiken in EUR-GBP nach oben gerichtet.

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CNY: PBoC geht auf neutralen Kurs über

Die chinesische Zentralbank veröffentlichte gestern ihren Bericht zur Umsetzung der Geldpolitik im 2. Quartal und klang darin weniger akkommodierend als zuletzt. Da sich die Erholung nach der Covid-Pandemie auf Kurs befindet, scheint die chinesische Zentralbank auf eine ausgeglichene Geldpolitik umzuschwenken, die sich stärker auf die Schuldenkontrolle sowie das Risikomanagement konzentrieren wird. Vor dem Hintergrund eines leicht restriktiveren Grundtons in der Geldpolitik stiegen die Renditen chinesischer Onshore-Anleihen während der vergangenen Tage. Dabei überschritt die zehnjährige Benchmarkrendite heute Morgen die wichtige Marke von 3%. Die höhere Rendite schien jedoch nicht den CNY-Kursen zugute zu kommen. Der CNY-Kurs geriet heute Morgen unter Druck, nachdem US-Präsident Trump eine Präsidentenverfügung unterzeichnet hatte, um die Gefahr durch ein chinesisches Technologieunternehmen zu adressieren.

Nebenbei bemerkt fielen die chinesischen Handelszahlen für den Juli uneinheitlich aus, wobei die Exporte positiv überraschten und die Importe nachgaben. Das starke Exportwachstum deutet eine Erholung der globalen Nachfrage an, während die schwachen Importe wahrscheinlich auf etwas langsamere Infrastrukturausgaben in China hindeuten.

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