Währung

Die (Handels-)Welt steht in Flammen: Wie reagiert die Fed?

USD: Erinnern wir uns kurz an die Worte Jerome Powells, Fed Chair, vor knapp zwei Wochen: Die Wirtschaft ist gesund, der Ausblick positiv. Die Senkung um 25 Basispunkte ist eine “Versicherung” gegen Wachstumsschwäche, also quasi ein präventiver Schritt. Die Abwärtsrisiken kommen von außen, sprich der Weltwirtschaft. Neben der niedrigen Inflation sind die Sorgen rund um den globalen Handelsstreit einer der Gründe für die Zinssenkung. Der Schritt ist nicht der Anfang einer langen Serie von Zinssenkungen.

Seitdem hat sich einiges geändert. Die (Handels-)Welt steht in Flammen, US-Präsident Trump hat im Streit mit China am Wochenende neues Öl ins Feuer gegossen. Damit gibt es jetzt natürlich ausreichend Gründe, dass der Zinsschritt Ende Juli definitiv nicht alles war, sondern dass da mehr kommt. Deutlich mehr. Und vermutlich auch recht zügig. Ganz im Sinne von „better safe than sorry“. Schließlich ist das Risiko einer Wachstumsabschwächung mit der Verschärfung des Konflikts erheblich gestiegen, und da möchte die Fed wohl lieber früher als später die Flammen eindämmen. Denn die Tatsache, dass China den USD-CNY-Kurs gestern auf über 7,00 hat springen lassen, zeigt, dass China vermutlich nicht schnell klein beigeben möchte, auch wenn die Notenbank beteuert, den Wechselkurs nicht als Mittel im Handelsstreit benutzen zu wollen.

Der US Präsident glaubt dies natürlich nicht und hat China gestern gleich nach dem Aufwachen der Währungsmanipulation bezichtigt. Das US-Finanzministerium hat China etwas später offiziell zum Währungsmanipulator erklärt. Finanzminister Mnuchin will sogar den IWF bemühen, um den “unfairen Wettbewerbsvorteil” Chinas zu unterbinden. Eigentlich muss jetzt die US-Regierung jetzt mit China das Gespräch über die Währung suchen. Bleibt das ohne Erfolg, können die USA ein Jahr nach der Feststellung der Währungsmanipulation Sanktionen einführen. Vielleicht will das US-Finanzministerium aber auch lediglich die Tür für eigene FX Interventionen öffnen. Schließlich verhandeln die USA und China bereits seit über einem Jahr, da hätte man ja die Währung sicherlich schon lange mal im Detail ansprechen können. Die Spekulationen am Markt, dass das US-Finanzministerium am FX Markt intervenieren könnte, dürften zunehmen und den Dollar tendenziell belasten.

Der Markt preist jetzt bis Ende des Jahres noch drei weitere Zinssenkungen seitens der Fed ein. Das endgültige Ausmaß ist schwer abschätzbar, da es von der weiteren Entwicklung im Handelsstreit abhängt. Aber ganz folgerichtig ist der US-Dollar unter Druck, denn er befindet sich neben dem CNY im Zentrum des Konflikts. Der lachende Dritte ist der Euro: er steht derzeit im Abseits und kann auf breiter Basis zulegen. Außerdem zieht die Volatilität merklich an. Daran müssen wir uns wohl gewöhnen: solange der Konflikt nicht deutlich an Schärfe verliert, wird die Volatilität tendenziell eher steigen und die Stimmung am Markt trüb bleiben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CHF: Die Händler der Schweizer Nationalbank (SNB) dürften mit nervösen Fingern am EUR-CHF „Buy“-Knopf vor den Bildschirmen sitzen. Wir sind der Meinung, dass die SNB aller Voraussicht nach unter 1,10 in EUR-CHF wieder am Markt aktiv sein wird – ein Niveau, das wir mit Kursen bei fast 1,0860 gestern Mittag bereits deutlich unterschritten haben. Und gerade da haben wir gestern in EUR-CHF angehalten und sind wieder gestiegen. Haben da die nervösen Finger etwa den Kauf-Knopf in EUR-CHF gedrückt?

Der Unmut der Schweizer Währungshüter dürfte sich in erster Linie auf den US-Präsidenten konzentrieren, denn letztlich ist er verantwortlich für die drohende Eskalation im Handelsstreit und die damit einhergehende Risk-Off-Stimmung am Markt, die den Franken als sicheren Hafen aufwerten lässt. Die Gesamtsichteinlagen der SNB sind in den letzten Wochen gestiegen und lassen zumindest den Schluss zu, dass die SNB immer mal wieder EUR-CHF kauft, um die Aufwertung des Franken abzufedern. Zwar liegen die Inflation mit 0,3% sowie die Kernrate mit 0,4% im Juli noch im positiven Bereich, aber der unterliegende Trend hat schon wieder nach unten gedreht. Eine markante Aufwertung des Franken käme daher zur Unzeit. Vermutlich wird die SNB erst einmal versuchen, mit unauffälligen Interventionen hier und da in EUR-CHF aktiv zu sein – ungeachtet der Tatsache, dass sich damit ihre Bilanzsumme wieder vergrößert. Sie wird beobachten, was die EZB auf der nächsten Sitzung im September entscheidet. Und gleichzeitig hoffen, dass es nicht zum Äußersten im Handelskonflikt kommt, so dass der Aufwärtsdruck auf den Franken nach und nach vielleicht von alleine etwas geringer wird. Mittelfristig wird sich die SNB aber eine andere Strategie einfallen lassen müssen, sofern sie nicht wieder eine unkontrollierte Ausdehnung ihrer Bilanzsumme in Kauf nehmen möchte. Aber mit dem Mindestkurs hat man sich ja schon einmal die Finger verbrannt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL1 Long EUR/CHF Faktor: 10
CD91QD Short EUR/CHF Faktor: -10
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AUD: Die Welt sah vor kurzem noch so schön aus für die Reserve Bank of Australia (RBA) – bis sie in Flammen aufging. Zumindest gab es nach der Zinssenkung im Juli noch die Chance, dass die RBA erst einmal eine längere Zinspause einlegen kann. Aber die Eskalation im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit macht diese Hoffnung zunichte. Nach zwei Zinssenkungen in kurzer Folge war heute ein weiterer Schritt zwar nicht angebracht. Aber die Risiken, die sich insbesondere auch für Australien aus dem Handelsstreit ergeben, sind beträchtlich. Weshalb die RBA jetzt zur Forward Guidance greift und ankündigt, dass die Erwartung vernünftig ist, dass niedrige Zinsen für längere Zeit notwendig sind, um das Inflationsziel zu erreichen und die Arbeitslosigkeit zu verringern. Außerdem stellt sie weitere Zinssenkungen in Aussicht, sollten sie notwendig sein. Die Geldpolitik in Australien dürfte also noch expansiver werden, vor allem, wenn der Handelsstreit weiter eskaliert, und damit der AUD tendenziell unter Druck bleiben.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ1EZM Call EUR/AUD Hebel: 5,0
CU8EL3 Put EUR/AUD Hebel: 5,1
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