Währung

Die Fronten im Streit um die EZB-Geldpolitik verhärten sich

EUR: Die Debatte um die EZB-Geldpolitik nimmt – so scheint mir – wieder Fahrt auf. Klar, die Kritik einiger Zentralbank-Pensionäre (vor allem aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden) an der EZB-Geldpolitik entspricht haargenau dem, was man von den Unterzeichnern erwartet hätte. Doch macht diese Äußerung, genauso wie die Erwiderung aus Mainstream-Sicht und jüngste Kritik aus der Versicherungs-Branche nochmal klar, wie groß die gegenseitige Ablehnung zwischen den Lagern inzwischen ist. Und sie wird größer, je länger die EZB-Politik nicht die von ihren Machern gewünschten Resultate liefert. Noch auf der letzten EZB-Pressekonferenz antwortete der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi z.B. auf Klagen der Versicherer und Pensionskassen:

[I]t’s quite clear that to the extent that negative rates prompt or speed up the recovery they will also benefit pension funds and insurance companies […].

Mag sein. Doch wenn die versprochenen Erfolge jahrelang ausbleiben, dann bleiben halt nur Nebenwirkungen. Darf es die EZB wundern, dass die Kritiker wieder Oberwasser bekommen? Dass der Frust über Europas Geldpolitik sich nicht nur bei denen breitmacht, die grundsätzlich ihre Zielvorstellungen ablehnen (wie oben zitierte Pensionäre), sondern auch bei denen, die ihr wohlgesonnener sind?

Es klingt wie Hohn, wenn gleichzeitig Europas aktive Zentralbanker von der Politik eine stärkere Regulierung des Wohnungsmarktes zur Begrenzung der Immobilienpreise fordern. Denn aus Sicht ihrer Kritiker sind es ja gerade die Zentralbanken, die mit ihrer Geldpolitik die absurden Steigerungen der Immobilienpreise verschuldet haben.

Warum ist all das für einen FX-Analysten relevant?

  • Weil es einerseits zur Erklärung der EUR-Schwäche in 2019 beiträgt. Wer sich über die Grundsätze der EZB-Geldpolitik die Haare rauft, wird sich kaum für den Euro erwärmen – egal, wie sie im unmittelbaren Vergleich zu anderen Geldpolitiken aktuell wirkt.
  • Und weil es andererseits zeigt, dass sich gegen den bisherigen Kurs der EZB innerhalb und außerhalb des Europäischen Systems der Zentralbanken zunehmender Widerstand formiert. Einerseits begrenzt das die EUR-schädlichsten Handlungsalternativen der EZB (die Zinspolitik). Andererseits trägt eine immer weitere Verhärtung der Positionen nicht dazu bei, neues Zutrauen in Europas Geldpolitik und seine Gemeinschaftswährung zu entwickeln.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

GBP: An einem Punkt sah es am vergangenen Wochenende schon so aus, als könne man die No-Deal-Szenarien (zumindest für den 31. Oktober) abblasen. In Brüssel war der Eindruck entstanden, die jetzige britische Regierung habe das Problem erfasst und erkannt, dass

  • stante pede kein neuer Deal herbeigezaubert werden kann und dass
  • der Vorschlag des britischen Premiers vom 2. Oktober ungeeignet ist, weil er das grundsätzliche Problem der Notwendigkeit von Kontrollen an Zollgrenzen ignoriert (wie gefühlt 1.000 andere britische “Alternativ-Vorschläge” zum alten Backstopp-Vorschlag).

Doch hätte man es besser wissen müssen. Denn Premier Boris Johnson hat – bevor man sich’s versah – sogleich wiederholt, dass er auf jeden Fall Ende des Monats raus will aus der europäischen Staatengemeinschaft. Wie das zur Beteuerung der Regierung passt, sich an Recht und Gesetz zu halten (die solch ein Szenario ausschließen) bleibt Johnsons Geheimnis. Doch da jedermann ihm alles zutraut, bleibt’s beim Alten: Ein Restrisiko für “No Deal” am 31. bleibt bestehen. Und damit besteht kein Anlass für einen nachhaltigen Rückgang der GBP-Volatilitäten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CU54Y5 Short EUR/GBP Faktor: -10
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CNY: Chinas Vizepremier Liu He wird die Washington-Delegation am Donnerstag, den 10. und am Freitag, den 11. Oktober leiten. Seit sich beide Seiten auf eine Wiederaufnahme geeinigt haben, ist viel passiert, darunter Anzeichen einer US-Abkühlung, das drohende Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump sowie die Feierlichkeiten Chinas zum 70. Jahrestag. Laut Berichten im Vorfeld soll China einem umfassenden Handelsdeal skeptisch gegenüberstehen und die Bandbreite der Punkte, über die es verhandeln möchte, verringert haben. Konkret wird spekuliert, dass ein Angebot Chinas möglicherweise an den wichtigsten US-Forderungen vorbeigeht, die Chinas Industriepolitik und die staatlichen Subventionen betreffen. Die Erwartungen an die Gespräche sind damit möglicherweise zu hochgesteckt. Zudem bleibt die Frage, ob die USA Ernst machen und ihre angekündigte Zollerhöhung von 25% auf 30% auf chinesische Importe im Wert von 250 Mrd. $ am 15. Oktober umzusetzen. Hierfür war ursprünglich der 1. Oktober geplant.

Per Ende September fielen Chinas Devisenreserven überraschend stark um 14,8 Mrd. $ auf 3,9 Bio. $ (Markt: 3,10 Bio. $). Einmal mehr erklärte die staatliche Devisenhandelsbehörde (SAFE), die Änderung der Reserven sei in erster Linie auf Bewertungseffekte zurückzuführen. Der chinesische Onshore-USD-CNY-Markt meldet sich morgen nach den einwöchigen Ferien zum Nationalfeiertag zurück.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ6WTF Call USD/CNH Hebel: 5,4
CJ9J54 Put USD/CNH Hebel: 6,9
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