Währung

Die Fed liefert, doch die Zweifler werden mehr

USD: Auch das war keine Bazooka. Ja, das FOMC hat gestern den erwarten 25-Basispunkte-Zinsschritt geliefert. Nicht geliefert hat es hingegen irgendeinen Hinweis, dass es jetzt schnell, weit und unterbrechungsfrei weiter geht mit Zinssenkungen. Zwar hat Chair Jay Powell in der Pressekonferenz vermieden, die Formulierung vom “mid-cycle adjustment”, die letztes Mal so USD-positiv wirkte, zu wiederholen. Allerdings sind die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und die ökonomischen Projektionen nicht pessimistischer als letztes Mal. Die “Dots” (die Erwartung der FOMC-Mitglieder bzgl. ihrer eigenen zukünftigen Zinspolitik) zeigen ein ausgeglichenes Bild: rund 1/3 erwartet einen weitern Zinsschritt bis Jahresende, 1/3 erwartet keine Veränderung und 1/3 erwartet eine Zinserhöhung – und gibt damit zu verstehen, dass der heutige Schritt aus ihrer Sicht ein Fehler war.

Klar, das FOMC hat oft in den letzten Jahren seine Meinung geändert. Oft auch rasch. Die Dots waren stets ein schlechter Maßstab für die zukünftige Fed-Geldpolitik. Daher ist es auch richtig, dass unsere Fed-Watcher sich nicht beirren lassen und weiterhin zusätzliche Zinsschritte bis Jahresende erwarten. Doch dürften sie gestern nicht viele neue Anhänger gefunden haben. Ebensowenig wie der EUR-USD-Wechselkurs. Denn gestern machte das FOMC einen ähnlichen Eindruck wie letzte Woche der EZB-Rat: dass die Zweifler, die ein stures Mehr an expansiver Politik nicht mehr mitmachen wollen, innerhalb der Zentralbanken eine wachsende Fraktion darstellen. Anti-expansive Zentralbanker aller Länder, vereinigt euch!

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JPY: “Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann bilde einen Arbeitskreis.” Grob gesprochen ist das das Ergebnis der heutigen Sitzung der Bank of Japan. Im Oktober wolle man sich mal zusammensetzen und überlegen, wie es denn mit der Geldpolitik weiter gehen soll, so das wichtigste Ergebnis im BoJ-Statement heute Morgen. Da ich mir nicht vorstellen kann, was die Mitglieder des Policy Board sonst so treiben, kann ich das nur als vorsichtige Vorbereitung des Marktes interpretieren. Vorbereitung darauf, dass mal wieder ein Wechsel der geldpolitischen Strategie folgt.

Seit über 20 Jahren beobachte ich die Geldpolitik der BoJ und habe längst aufgehört, die Wechsel zu zählen. Denn nach dem gefühlt 100-sten war selbst mir klar, dass sie eh nichts bringen. Im Statement gibt’s eine neue Formulierung:

[T]he Bank judges that it is becoming necessary to pay closer attention to the possibility that the momentum toward achieving the price stability target will be lost.

Ist das schon Satire? Die Inflationsrate steht momentan bei 0,5%, meilenweit vom 2%-Ziel entfernt. Vor Jahresfrist lag sie bei 0,9%. Wo ist da irgendein “Momentum”, bitte? Da nie eines da war, kann auch keines verloren gehen. Der BoJ-Sprech verliert zunehmend Kontakt mit der Wirklichkeit. So ist das wohl jenseits des Endes von Geldpolitik. In Europa sollten wir uns schon mal auf ähnliches vorbereiten.

Dennoch wird, so muss vermutet werden, die BoJ nicht müde, wieder Neues zu versuchen. Im Oktober gibt’s dann Details. Der Markt ist so wenig beeindruckt wie ich. Der Yen legt zu. Vielleicht gibt’s gleich noch Neues, wenn Gouverneur Haruhiko Kuroda spricht. Mich – und wahrscheinlich die meisten Marktteilnehmer – würd’s sehr wundern.

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NOK: Wir befinden uns im Jahr 10 nach Lehman. Die ganze Welt ist auf Zinssenkungs-Trip. Die ganze Welt? Nein! Eine von unbeugsamen Notenbankern bewohnte Zentralbank hört nicht auf, ihren Leitzins zu erhöhen: die Norges Bank. Rund die Hälfte der Analysten erwartet für die heutige Zinsentscheidung der norwegischen Zentralbank (10:00 MESZ) eine weitere Zinserhöhung (von 1,25% auf 1,50%). Warum nur die Hälfte? Weil es (a) zunehmend unwahrscheinlich erscheint, dass sich die Norges Bank dem globalen Trend zu lockerer Geldpolitik entziehen kann. Und weil es (b) angesichts deutlich fallender Inflationsraten schwer einleuchtet, warum eine Zinserhöhung Not tun soll. Für beide Argumente gibt es Gegenargumente:

(a) Die bisherigen Zinserhöhungen (75 bps seit Spätsommer 2018) haben zu keiner konjunkturell belastenden Aufwertung der Krone geführt. Warum sollten 25 weitere Basispunkte daran etwas ändern? Und zuletzt stieg auch der Einkaufsmanager-Index wieder.

(b) Schon immer war die norwegische Geldpolitik so extrem weit vorausschauend, dass der Zusammenhang zwischen Zins- und Inflationsentwicklung auch für das geübte Auge kaum zu erkennen war. Bisher ist das immer gut gegangen. Warum daran etwas ändern?

Freilich wurde die Norges Bank in ihrer Kommunikation zuletzt vorsichtiger. Alles in allem sprechen daher aus unserer Sicht etwas mehr Argumente dafür, dass Norwegens Währungshüter ihren Leitzins unverändert lassen. Der Eindruck, dass den tapferen Norwegern der geldpolitische Zaubertrank ausgeht, kann für die Krone nicht gut sein. Mittelfristig hilft im Vergleich zu den expansiven Notenbanken im Rest der Welt allerdings wohl schon eine Zinspolitik, die einfach still hält.

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GBP: Dass der Brexit ein Schlamassel ist, sieht jeder, der Augen hat. Dennoch überrascht immer mal wieder das Ausmaß. Wenn es stimmt, dass Jean-Claude Juncker und Michel Barnier dem britische Premierminister am Montag erklären mussten, was “Binnenmarkt” bedeutet, dann hat Boris Johnson zwar Recht mit der Aussage, dass sein Besuch große Fortschritte gebracht hat. Und zwar Lernfortschritte. Allerdings Fortschritte von einem Niveau, das tiefer ist, als wir alle uns vorstellen konnten. Abgrundtief. Falls jemand wirklich noch glaubte, die britische Regierung würde in den nächsten Tagen eine realistische Alternative zum vorliegenden Deal präsentieren, kann diese Hoffnung begraben. Wenn die Presseberichte stimmen, würde solch ein Vorhaben schon an intellektuellen Hürden scheitern.

Geldpolitik in solch einem Umfeld zu betreiben, kann keinen Spaß machen. Doch macht es sich BoE-Gouverneur Mark Carney zu einfach. Ob bei gütlichem Brexit-Ausgang die BoE tatsächlich Zinserhöhungen vornehmen könnte, ist fraglich. Aber klar, heute (13:00 MESZ) wird sie diese Leier erneut wiederholen. Ganz ungefährlich ist das aber nicht. Im Szenario einer “rollierenden EU-Mitgliedschaft” des Königreiches (d.h. immer wieder Brexit-Verschiebung, während die Modalitäten ungeklärt bleiben) wird bei denjenigen, die Carney glauben, der Eindruck entstehen, der BoE-Leitzins sei viel zu niedrig. Wieviel von den Inflationserwartungen nur Folge der No-Deal-Erwartungen (in Kombination mit GBP-Absturz) ist, bleibt ja unklar. Wer Carney folgt, wird glauben, es läge an der unterliegenden Stärke der UK-Wirtschaft, würde also eigentlich bereits jetzt Zinserhöhungen nötig erscheinen lassen. Die kommen in Carneys Welt nur wegen der No-Deal-Risiken nicht. Auch so kann das Pfund unter Druck geraten. Ohne, dass das No-Deal-Chaos eintreten muss.

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