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Die Epidemie-Strategie Trumps

Die Epidemie-Strategie Trumps

  • Dass gestern am Aktienmarkt eine Corona-Party gefeiert wurde,
  • dass Risikoappetit zurückkehrte,
  • dass die impliziten Wechselkurs-Volatilitäten deutlich fielen,
  • dass die EUR-Basis tief im positiven Bereich gehandelt wird
  • etc.

werden die meisten Beobachter heute Morgen darauf zurückführen, dass die Hilfspakete von Regierungen und Zentralbanken greifen. Das ist sicherlich nicht falsch, aber das können Sie gut bei Kollegen nachlesen. “Der Staat kann uns retten” wäre nach dieser Lesart die Attitüde des Marktes. Ich bin mir nicht sicher, dass das die ganze Story ist. Die Zentralbanken können Papierscheinchen mit Nummern bedrucken, der Staat kann Spartätigkeit seiner Bürger durch Ausgabe von Anleihen aufsaugen und nach Gutdünken verteilen. Beide zusammen haben nominal (also in $-, €-, ¥-Einheiten etc.) unbeschränkte Feuerkraft. All das ändert aber nichts daran, dass – wenn der Staat seinen Bürgern zur Epidemie-Eindämmung verbietet, Brötchen zu backen – keine Brötchen da sind. Die Finanzminister und Notenbankchefs selbst backen keine Brötchen. (Zugegeben, das Beispiel mag hinken, weil Vater Staat Brötchen hoffentlich zu den essenziellen Gütern zählt, deren Produktion selbst in Italien und Kalifornien noch erlaubt sein dürfte.)

Ich stehe wirklich nicht im Verdacht, Fan des US-Präsidenten zu sein. Mein Anti-Trump-T-Shirt ist schon ganz ausgewaschen, so häufig trage ich es. Aber mich beschleicht der Verdacht, dass Trumps derzeitiges Vorhaben, in Kürze wieder die Einschränkungen zivilen und wirtschaftlichen Lebens zurückzuschrauben, zumindest einen Teil zur temporären Stimmungsverbesserung am Markt beigetragen hat. Das war mal kein “whatever it takes”, sondern ein Abwägen zwischen verschiedenen Übeln. Niemand braucht dabei das Ergebnis der trumpschen Abwägung gutzuheißen. Aber dass es überhaupt ein Abwägen gibt, ist die stimmungsaufhellende neue Qualität. Wenn ein Staat “whatever it takes” ein Ziel verfolgt (und sei es noch so nobel), sind halt die potenziellen Nebenwirkungen (z.B. auf die Ökonomie) unbeschränkt. Das verhagelt die Stimmung am Finanzmarkt grundsätzlich. Viel mehr als die Frage, wie viele Brötchen heute oder morgen gebacken werden.

Freilich beschleicht mich das Gefühl, dass es noch zu früh ist, wieder “risk on” auszurufen und sich z.B. in EM-Währungen zu stürzen. Denn ich glaube, dass der US-Präsident mit seiner Strategie scheitern wird. Wir haben es in Großbritannien und anderswo gesehen: Wenn im Fernsehen die Bilder von Särgen mit Corona-Toten gezeigt werden, kann sich keine Regierung erlauben, nicht die stärksten Maßnahmen zur Epidemie-Bekämpfung zu ergreifen. “Whatever it takes.” Insbesondere, wenn eine Regierung im Vorfeld keinen breiten gesellschaftlichen Konsens für eine Epidemiepolitik hergestellt hat, die so ganz anders wäre als die im Rest der Welt. Schließlich geht es um das höchste Gut, um Menschenleben. Hier kommt Trumps Unfähigkeit, wenigstens in Krisenzeiten konsensual zu handeln, zum Tragen.

Wer also derzeit auf den US-Dollar setzt, weil er glaubt, dass die USA ökonomisch weniger hart getroffen werden als Europa (weil die Epidemiebekämpfung in den USA weniger entschlossen verlaufen würde als hier) verkennt meines Erachtens die polit-ökonomische Dynamik. Scheitert die derzeitige präsidiale Epidemie-Strategie, wird gerade dieser US-Präsident um so schärfer umschwenken. Wenn dann in Europa die Neuinfektions-Rate bereits signifikant sinkt, mag es auch mal anders herum ausschauen: dass Europa alles richtig gemacht hätte, die USA alles falsch. Wer Nerven hat, mag auf dieses Auf und Ab mit aktiven Positionen in EUR-USD setzen. Oder man wartet halt ab, bis es belastbarer nach Licht am Ende des Tunnels aussieht.

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CNY: Langsame Rückkehr zur Normalität

Als ich heute Morgen im Büro ankam, hörte ich, dass das Verkehrsaufkommen in Singapur (wo ich arbeite) beträchtlich nachgegeben hat. Dies erinnerte mich an den „Ruhemodus“ in China, den wir besonders ausgeprägt im Februar erlebt hatten. Nun ist in China wieder alles anders, weil sich der Verkehr dort mehr oder weniger erholt hat und die Wirtschaftsaktivität überwiegend wieder auf Kurs ist. Vor allem wird China im Epizentrum des Virusausbruchs, in Wuhan, ab dem 8. April die Reisebeschränkungen lockern. Das Virus hat sicherlich viel geändert, doch niemand kann sich einen längeren Ausnahmezustand mit einer vollständigen Abriegelung leisten. Am Devisenmarkt entwickelte sich der CNY erneut stabil, was im Augenblick im Interesse der Entscheidungsträger liegt. In diesem Zusammenhang erwägen die USA Berichten zufolge eine 90-tägige Aufschiebung der fälligen Zölle aufgrund der Schäden, die das Virus bei den Unternehmen angerichtet hat. Hierdurch wird wohl keine Änderung des handelspolitischen Ansatzes der USA angedeutet, zumindest käme es jedoch zu einer gewissen Verringerung der Handelsspannungen. Der chinesische Präsident Xi Jinping wird morgen per Videokonferenz am G20-Gipfel teilnehmen. Dies wäre das erste „persönliche“ Treffen zwischen den chinesischen und amerikanischen Präsidenten seit dem Treffen in Osaka im vergangenen Juni.

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