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Die Chancen der Aufwärtsrotation – diese Werte befinden sich auf der technischen Favoritenliste

Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken, die Konjunkturprogramme vieler Regierungen, die bis zuletzt oft angehobenen Konjunkturprognosen (z. B. von der OECD für die Weltwirtschaft und den Euroraum) und die positiven Ertragsüberraschungen bei vielen börsennotierten Unternehmen haben an den Weltaktienmärkten seit März 2020 für eine beeindruckende technische Hausse gesorgt. Viele dieser positiven Impulse arbeiten weiterhin. Trotzdem sollte es – vergleichbar zu früheren technischen Haussen – über den Sommer 2021 hinweg nicht überraschen, wenn ein differenzierteres Kursbild bei den (Sektor-)Indizes und den Einzelwerten entsteht. Für Neuengagements, die weiterhin ein gutes technisches Chance / Risiko-Verhältnis aufweisen sollen, sind damit zurzeit drei Grundprinzipen wichtig. Erstens sollten keine prozyklischen (Zu-)Käufe in Aktien, die seit März 2020 besonders gestiegen sind, vorgenommen werden. Zweitens bietet die Aufwärtsrotation innerhalb eines Sektors gute Chancen, da nach den Kurssteigerungen – oft angeführt durch die Sektorschwergewichte – jetzt eher Titel aus dem Sektormittelbau im Fokus stehen. Ein Beispiel hierfür ist im europäischen Luxusgüterbereich die Schweizer Compagnie Financière Richemont SA (technischer (Zu-)Kauf). Drittens sind diese technischen Aufwärtsrotationschancen auch bei Titeln, die in den letzten Monaten nur in einer Seitwärtsbewegung steckten, vorzufinden. Hier bietet sich eine technische Doppelstrategie (zuerst Aufbau einer Anfangsposition, später – nach einem Investment-Kaufsignal – ein Positionsausbau) an. Ein Beispiel hierfür ist der DAX-Titel MTU.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Compagnie Financière Richemont: Übergeordnetes Kaufsignal

Die Schweizer Compagnie Financière Richemont (kurz Richemont) ging 1988 aus der damaligen südafrikanischen Rembrandt Group hervor. Richemont entwickelt, produziert, vermarktet, vertreibt und verkauft über eine umfangreiche Anzahl an Tochtergesellschaften und (eigene) Online-Händler weltweit Luxusgüter mit den Schwerpunkten Juwelierwaren, Uhren sowie Mode und Accessoires. Bei der Aktie handelt es sich um eine defensive technische Wachstumsaktie und einen „technischen Marathonläufer“. Ausgehend vom Kurstief bei 3,2 Schweizer Franken (Oktober 1990) befindet sich der Titel in einer sehr langfristigen Aufwärtsbewegung, die von einem zentralen, über 30 Jahre bestehenden Hausse-Trend (aktuell bei 35,0 Schweizer Franken) begrenzt wird. Dieser Trend, der aber nur einen geringen Einfluss auf die aktuelle technische Lage hat, wurde auch während der Corona-Baisse (Februar / März 2020) nicht verlassen. Die übergeordnete Aufwärtsbewegung ist bisher ein Wechsel aus Kaufsignalen, „normalen“ technischen Hausse-Trends und „mehrjährigen“ technischen Pausen in Form von Seitwärtspendelbewegungen oder kräftigen Kursrücksetzern. Nachdem die Aktie bis Ende 2013 auf 96,1 Schweizer Franken angestiegen war, entwickelte sich unterhalb der gestaffelten Widerstandszone von 96,0 – 100,0 Schweizer Franken eine Seitwärtspendelbewegung. Während in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Monaten einige Konkurrenten und speziell die französischen Luxusgüterhersteller wie LVMH und Kering sehr ausgeprägte technische Bilderbuch-Haussen durchlaufen haben, steckte Richemont weiterhin in dieser Seitwärtspendelbewegung. Zunächst sorgte aber die neue mittelfristige Aufwärtsbewegung seit dem Corona-Tief (bei 44,6 Schweizer Franken) dafür, dass Richemont bis an / in diese achtjährige Widerstandszone gelaufen ist. Mit dem Rückenwind der zuletzt erfolgten Unternehmensberichterstattung ist der Titel nach oben losgelaufen. Hierbei wurde die gestaffelte Widerstandszone mit einem übergeordneten Investment-Kaufsignal übersprungen, sodass die seit einigen Jahren pausierende technische Neubewertung der Aktie wieder aufgenommen wurde. Aufgrund der aktuellen technischen Gesamtlage sollte das nächste mittelfristige technische Etappenziel bei 120,0 Schweizer Franken liegen. Das langfristige technische Kurspotential der neu in Gang gekommenen technischen Neubewertung sollte aber deutlich höher liegen. Richemont, die auch mit Blick auf September 2021 eine Chance hat in den Stoxx 50 aufzusteigen, stellt einen defensiventechnischen (Zu-)Kauf dar.

BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD6BWWCallRichemontHebel: 11,2
SD79KLPutRichemontHebel: 8,1
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

MTU: Technische Doppelstrategie

Im DAX gibt es mehrere Titel, die an der Hausse und dem Lauf des Index auf neue Allzeithochs nicht teilgenommen haben. Hierzu gehört auch MTU Aero Engines (kurz: MTU). Das Unternehmen, der führende deutsche Triebwerkshersteller, war im September 2019 für ThyssenKrupp in den gegenwärtigen DAX 30 aufgestiegen. Auf Basis der aktuellen Daten deutet sich an, dass MTU mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auch zur Startzusammensetzung des ab September 2021 vorgesehenen DAX 40 gehören wird. Aus technischer Sicht etablierte die Aktie, die im Jahr 2005 an den deutschen Aktienmärkten gelistet wurde, ausgehend von dem Kurstief bei €12,9 (Oktober 2008; im Umfeld der damaligen Finanzkrise) eine Hausse-Bewegung. Ab dem Jahr 2016 und Notierungen um €78,7 kam es in Form eines idealtypischen Hausse-Trends zu einer Aufwärtsbeschleunigung, die die Aktie in den Monaten nach der DAX 30-Aufnahme bis zum Januar 2020 auf ein All-Time-High um €289,3 (Resistance) führte. Aufgrund der Zulieferfunktion für die zivile Luftfahrtindustrie, die von der Corona-Pandemie sehr hart getroffen wurde und einige Zeit bis zur „Normalisierung“ benötigen wird, setzte bei MTU eine von mehreren Verkaufssignalen begleitete Baisse ein. Wie im “Wasserfall” brach der Titel ein, wobei der technische Sell-off im März 2020 bei €97,8 endete. Hier schlug der Titel – parallel zum DAX – nach oben um, jedoch hatte die Aktie während der Kurserholung immer den Status der relativen Schwäche. Ausgehend von dem Zwischenhoch bei €221,0 (Dezember 2020) befindet sich die Aktie – weiterhin in der moderaten mittelfristigen Aufwärtsbewegung – aber in einem Trading-Markt. Dieser wird von der Support-Zone um €185,0 und der Resistance-Zone um €221,0 begrenzt. In den letzten Wochen hat sich innerhalb der Trading-Range ein freundlicher Grundton herausgebildet. Aufgrund dieser technischen Gesamtlage bietet sich eine technische Doppelstrategie an. Zuerst der Aufbau einer Anfangsposition auf dem aktuellen Kursniveau. Sollte MTU in den kommenden Wochen mit einem neuen Investment-Kaufsignal (Sprung über €221,0) loslaufen und ein neues mittelfristiges technisches Etappenziel von €240,0 bis €250,0 andeuten, sollte diese Position deutlich ausgebaut werden.

BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD7P1PCallMTU Aero Engines AGHebel: 15,4
SD6E3JPutMTU Aero Engines AGHebel: 20,8

Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

Am 11. Juni startet die UEFA-Europameisterschaft. Grund genug, um ausgewählte Aktien von Sponsoren unter der charttechnischen Lupe zu betrachten. Erfahren Sie hier mehr dazu, welche Aktien bei der »Aufstellung« im Depot interessant sein könnten.