Währung

Devisenmarkt: You’re fired, Mr. President – EUR-USD nach Trump

EUR-USD nach Trump

Auch wenn der Amtsinhaber (wie zu erwarten war) ein schlechter Verlierer ist und seine Niederlage nicht eingestehen will: Joe Bidens Wahlsieg ist mittlerweile so hinreichend klar, dass auch die verzweifelten Versuche des Amtsinhabers, das Ergebnis anzufechten, von den allermeisten Beobachtern als weitgehend aussichtslos beurteilt werden. Der Dollar erlebte daher kein Comeback. Andererseits erscheint mir unplausibel, dass Bidens Wahlsieg vom Devisenmarkt mit wesentlich mehr USD-Schwäche quittiert werden müsste, als wir jetzt schon sehen.

Die Chance der Demokraten, eine Mehrheit im Senat zu erlangen, ist doch eher rechnerischer Natur. Dazu bedürfte es nicht nur einer Stichwahl in beiden Senats-Rennen in Georgia (was wahrscheinlich aber nicht sicher ist). Bis zur Stichwahl wäre auch ein deutlicher Stimmungswechsel nötig. Ohne Senatsmehrheit wird es Biden schwerfallen, sein politisches Programm durchzuziehen. Ein geteilter Kongress spricht eher für eine höchstens gezügelt expansive Fiskalpolitik. Ob die ausreicht, die Inflation so weit nach oben zu schieben, dass das dem Dollar ernsthaft schadet, erscheint dem Markt derzeit als zweifelhaft: Die langfristigen Inflationserwartungen sind zuletzt nicht gestiegen (Abbildung 1), obwohl der Markt einen Biden-Sieg schon Ende letzter Woche eingepreist haben dürfte.

Beim EUR-USD-Wechselkurs kommt hinzu, dass alle Kurse in der Nähe der 1,20-Marke die verbale Intervention der EZB in Erinnerung rufen, die im September just zu dem Zeitpunkt erfolgte, als EUR-USD bei 1,20 handelte. So manchem Devisenhändler dürfte, sobald der 1,19-Handle auf dem Schirm erscheint, daher der Appetit darauf vergehen, EUR-USD noch höher zu treiben. Zumal die EZB derzeit ein mächtiges Instrument zur Hand hat, um den Devisenmarkt zu disziplinieren, wenn er aus ihrer Sicht den Euro zu hoch handelt: eine Zinssenkung im Dezember. Zur Erinnerung: die halten unsere EZB-Experten eh für wahrscheinlich. Aus ganz anderen Gründen. Aber der Markt sieht das derzeit nicht so. Die am Geldmarkt implizit gehandelte Wahrscheinlichkeit für einen Dezember-Zinsschritt beträgt kaum mehr als 20%. Je näher EUR-USD der 1,20-Marke kommt, desto wahrscheinlicher wird aber, dass die EZB was gegen die EUR-Stärke unternimmt. Nun reichen Worte (selbst solche unverblümten verbalen Interventionen wie die von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane im September) nicht ewig, um den Markt einzuschüchtern. Doch hätte diesmal (eher als im September) die EZB ein starkes Drohmittel zur Hand: eine Zinssenkung. Allein die Angst vor solch einer Drohung könnte dem Devisenmarkt den Appetit auf höhere EUR-USD-Kurse vermiesen.

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CNY: Ende der expansiven Geldpolitik?

Der CNY erhielt in diesen Tagen aus verschiedenen Richtungen kräftig Unterstützung: 1) positive Renditeaussichten im Vergleich zu US-Schatzpapieren. Die Rendite chinesischer Staatsanleihen für 10 Jahre liegt bei etwa 3,2% gegenüber 0,82% für das US-Schatzamt für 10 Jahre; 2) eine ausgesprochen gute Wachstumsentwicklung. Dies wurde durch die jüngsten Handelsdaten für Oktober verstärkt, die am Wochenende veröffentlicht wurden. Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um über 11% und damit so stark wie seit März-2019 nicht mehr. Das Plus bei den Importen ging leicht auf 4,7% zurück; 3) Mögliche politische Divergenz. In einem Interview am Wochenende sagte ein Beamter der PBOC, dass angesichts anhaltender Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung Diskussionen über die Rücknahme der geldpolitischen Stimulierung im Gange seien. Er merkte an, dass dies eher früher als später geschehen sollte, obwohl der Zeitpunkt und die Methode des Ausstiegs sorgfältig evaluiert und umgesetzt werden müssten. Er fügte hinzu, dass Chinas Gesamtsituation besser sei als die internationale Wirtschaft. China dürfte in diesem Jahr die einzige große Volkswirtschaft sein, die expandiert; und 4) ein Biden-Sieg. Der Markt scheint die Ansicht zu vertreten, dass eine Biden-Administration eine weniger feindselige Haltung in Zollfragen bedeuten würde, aber dies könnte auch größere Aufmerksamkeit für weitere Währungsanpassungen bedeuten, was auf einen stärkeren CNY schließen lässt.

Alles in allem haben die CNY-Bullen Oberwasser. USD-CNY nahm in Asien eine weitere Etappe nach unten und fiel zusätzlich zu dem Rückgang von 1,2% in der vergangenen Woche um weitere 0,5% auf 6,5800. Und dies ist nicht nur eine Story von USD-Schwäche, wie der CFETS-Renminbi-Index zeigt, der auf den höchsten Stand seit Ende März letzter Woche stieg.

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