Währung

Devisenmarkt: Was sagt uns die Pandemie-Entwicklung?

Was sagt uns die Pandemie-Entwicklung?

Heute Morgen notiert EUR-USD etwas schwächer als gestern. Weil’s einfach marktendogene Schwankungen gibt, die nichts sind als Zufall. Angebot und Nachfrage gleichen sich nicht in jeder Sekunde aus. Von den vielen FX-Analysten, die heute ähnlich wie ich vor einem leeren Blatt sitzen, und ihr Daily zu befüllen haben, mögen viele das nicht zugeben. (a) Weil man damit keine Seite füllen kann. Und (b) weil viele in meiner Profession meinen, ihre Bedeutung würde marginalisiert, wenn sie nicht für jeden Kurs-Blip eine Erklärung parat haben. Das Schöne am Alter ist: Solche Sorgen mache ich mir nicht mehr.

Viele werden aber heute Morgen schreiben (und erste Beispiele habe ich schon gelesen), dass die hohen Corona-Neuinfektionen eine Flucht in sichere Häfen ausgelöst haben und der Dollar einer dieser “Häfen” wäre. In der Tat gab’s gestern wieder höhere Fallzahlen in den USA. Aber das sollte bei einer Epidemie eigentlich keine Neuigkeit sein. So ist “Epidemie” definiert. Wichtig ist, dass der Anstieg sich nun auch in den USA verflacht (wenn man den 7-Tage-Durchschnitt, einen Kompromiss aus “Signal” und “Noise” verwendet). Das ist eher Hoffnungsschimmer als Grund zur Panik.

Deshalb sind mir die “sicherer-Hafen”-Erklärungen zu wohlfeil. Und außerdem (damit habe ich Sie schon am Montag genervt) fehlt mir die Erklärung, warum der Greenback sicherer Hafen sein sollte.

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Ende der Dollar-Dominanz? Fake News mit wahrem Kern

Eine Nachrichtenagentur meldet heute Morgen, der Euro habe den Dollar zum ersten Mal als internationale Zahlungswährung überholt. Ich weiß nicht, ob andere diese Meldung aufgreifen. Falls ja, dann seien Sie gewarnt: Das ist zumindest irreführend, eigentlich platt unrichtig.

Der Kommunikationsservice SWIFT, über dessen Systeme der größte Teil von Zahlungsströmen zwischen Banken abgewickelt wird, veröffentlicht monatlich Zahlen dazu, in welchen Währungen welcher Anteil dieser Ströme denominiert ist. In den Gesamtdaten für Oktober hat tatsächlich der Euro zum ersten Mal einen leicht höheren Anteil als der US-Dollar (37,8% vs. 37,6%). Allerdings: Diese Zahlen enthalten auch Zahlungsströme innerhalb eines Landes bzw. Währungsraumes. Sie sagen daher nichts über die Bedeutung einer Währung im internationalen Zahlungsverkehr aus. Dass innerhalb des Euroraumes hautsächlich Euros fließen, innerhalb der USA hauptsächlich Dollars, sollte nicht verwundern. Eine Währung wird nicht dadurch zur Leitwährung, dass innerhalb des Währungsraumes besonders viele SWIFT-Transaktionen stattfinden.

SWIFT veröffentlicht freilich auch die wirklich relevanten Währungsanteile im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr (“grenzüberschreitend” ohne Zahlungen innerhalb des Euroraumes). Hier liegt der Euro noch hinter dem Dollar, allerdings nur knapp (38,5% vs. 41,7%). Schon vor langem haben wir die betreffende Nachrichtenagentur darauf aufmerksam gemacht, dass sie auf die falschen Zahlen schauen. Verstanden hat man uns dort nicht.

Zumindest kann man die irreführende Meldung aber zum Anlass nehmen, sich nochmal die Bedeutung der Währungen im internationalen Zahlungsverkehr zu vergegenwärtigen. Der Dollar ist Nr. 1, allerdings ist ihm der Euro seit einigen Jahren dicht auf den Fersen. Früher war das anders. Im Januar 2016 (der erste Zeitpunkt, für den SWIFT entsprechende Daten veröffentlicht) lagen die Anteile von EUR und USD noch bei 29,9% bzw. 47,1%. Dass es mittlerweile eine so starke Nr. 2 im internationalen Zahlungsverkehr gibt, überrascht Wirtschaftshistoriker und -theoretiker. Eigentlich sollten sich die Außenhändler dieser Welt auf eine Leitwährung einigen. Alles andere ist eigentlich nicht effizient. Dass dem nicht so ist, zeigt, dass die Attraktivität des Greenback als Leitwährung dramatisch abgenommen hat.

Als Alternative steht nur der Euro zur Verfügung. Alle anderen Währungen sind im internationalen Zahlungsverkehr weit abgeschlagen. Der Yen auf Platz 3 mit mickrigen 4,2%. Und der Renminbi gerade einmal mit 1,1% auf Platz 8. Angesichts der Tatsache, dass China Außenhandelsnation Nr. 1 ist, ist das ein maximal vernichtendes Urteil der Außenhändler und Finanzmärkte über die chinesische Währung. Und es ist Grundlage für unsere lange vertretene Sicht, dass alles Gerede von einer möglichen zukünftigen Rolle des Renminbi als Weltleitwährung völlig substanzlos ist.

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CNY: Stabilität gleich Fortschritt

Der chinesische Premier Li Keqiang brachte in einem gestrigen Kommentar in der Chinesischen Volkszeitung sein Vertrauen in den Aufschwung zum Ausdruck. Für ihn sei Stabilität in der Wirtschaft mit Fortschritt gleichzusetzen, weil sich die Weltwirtschaft noch immer in der Rezession befinde und mit einer zweiten Covid-19-Welle zu kämpfen habe, die die Konsumausgaben belasten könnte. Ferner sei er zuversichtlich, dass die Wirtschaft in diesem Jahr die Schallmauer von 100 Bio. CNY (ca. 12,8 Bio. EUR) durchbrechen werde. Das dürfte problemlos erreicht werden, da dies ein nominales BIP-Wachstum von gerade mal 0,5% gegenüber 2019 voraussetzt. China wird dieses Jahr die einzige große Volkswirtschaft wachsen. Wir erwarten ein reales BIP-Wachstum von 1,7% und eine durchschnittliche Inflation von rund 2,5%, die das nominale BIP weit über die Marke von 100 Bio. CNY hinaus befördern werden. Erneut hob Li die Strategie der „dualen Zirkulation“ hervor, die die Grundlage des 14. Fünf-Jahres-Plans (2021-2025) bildet. Weitere Einzelheiten werden beim Nationalen Volkskongress im März nächsten Jahres erwartet. Zwar steht die Binnenwirtschaft im Mittelpunkt der neuen Strategie, doch wird die internationale Wirtschaft nicht komplett ausgeschlossen.

Tatsächlich ist die starke Performance Chinas neben dessen erfolgreicher Kontrolle der Pandemie auch einer Ausdehnung seiner Exporte geschuldet. Ursache für den Exportanstieg ist die Nachfrage nach medizinischen Instrumenten, persönlicher Schutzausrüstung und Elektronikartikeln. Die starke Exportperformance liefert ebenfalls einen Grund dafür, dass die Behörden die unablässige Stärke des CNY derzeit hinnehmen. Am täglichen Mittelpunkt-Fixing lässt sich ablesen, dass sich die behördlichen Eingriffe auf minimalem Niveau bewegen. Die Abweichung zwischen der Prognose unseres Modells und dem tatsächlichen Fixing lag in den letzten zehn Handelssitzungen durchschnittlich unter 0,01%. In den ersten sechs Monaten des Jahres war der Durchschnitt um 0,08% über dem tatsächlichen Fixing. Das legt nahe, dass wir die Festlegung von USD-CNY überschätzten. Oder, dass die chinesische Zentralbank das Fixing nach unten drückte (d. h. stärkerer CNY gegenüber den Modellschätzungen), um die Währung zu stützen. Solange sich die Exporte gut behaupten und die Wirtschaft intakt bleibt, kann China mit dem CNY-Trend gut leben.

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