Währung

Devisenmarkt: Vom lahmen Entlein zum stolzen Stimulus-Schwan

Bidens Stimulus-Plan und der USD-Ausblick

Durch den Doppelsieg der Demokraten bei den Senats-Stichwahlen in Georgia am 5. Januar und der damit verbundenen demokratischen Senatsmehrheit hat sich die Biden-Präsidentschaft von einer lahmen Ente in einen stolzen Staatsausgaben-Schwan mausern können. Gestern veröffentlichte der designierte Präsident seinen ersten Entwurf für ein weiteres Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen USD. Wie erwartet gedenkt er, die in ihn gesetzten Hoffnungen auf ein Ausgabenfeuerwerk zu erfüllen. Neben weiteren Direktzahlungen setzt er dabei unter anderem auf zusätzliche Arbeitslosenunterstützung und eine Anhebung des Mindestlohns.

Natürlich ist unwahrscheinlich, dass Bidens Plan in der jetzigen Form umgesetzt wird. So braucht Biden für Teile seines Plans auch die Unterstützung einiger Republikaner, die dafür einige Änderungswünsche haben dürften. Doch der Grundtenor ist klar: Die Fiskalpolitik wird die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten in einem deutlich größeren Umfang unterstützen, als es noch bis zum 5. Januar zu erwarten war. Unsere Volkswirte erwarten für die USA nun ein deutlich höheres Wachstum von 5% in diesem Jahr, was höhere Rendite für US-Investitionen verspricht und damit erst einmal für verstärkte USD-Zuflüsse und entsprechend einen stärkeren USD spricht. EUR-USD-Niveaus unter 1,20 erscheinen in den kommenden Monaten durchaus gerechtfertigt. Wir haben unsere Prognose entsprechend angepasst.

Vor diesem Hintergrund werden die heutigen US-Daten zu Einzelhandelsumsätzen und Industrieproduktion im Dezember klar verblassen. Sie sind ein Blick in den Rückspiegel, in eine Zeit, bevor umfangreiche weitere Staatsausgaben wahrscheinlicher wurden. Entscheidender sind daher heute ganz klar der Empire State Index und das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan, die beide in den ersten beiden Januarwochen erhoben werden. Dabei ist natürlich unklar, welchen Einfluss die politischen Turbulenzen der ersten Woche genau hinterlassen haben und es darf auch nicht vergessen werden, dass zumindest einige Unternehmen ihre Erleichterung über eine fiskalpolitische Stimulusspritze gegen die Befürchtung einer stärkerer Regulierung unter Biden abwägen dürften.

Der Optimismus ist also keineswegs ungetrübt und darf insbesondere nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich an einem wichtigen Aspekt des Dollar-Ausblicks nichts geändert hat. Und das ist die Geldpolitik, bzw. das Versprechen der Fed, Zinserhöhungen erst dann in Erwägung zu ziehen, wenn Vollbeschäftigung erreicht ist und die Inflation eine gewisse Zeit über ihrem 2%-Ziel lag. Trotz des besseren Konjunkturausblicks dürfte diese Bedingung im für Wechselkurse relevanten Prognosezeitraum nicht erfüllt sein. So hat Powell erst gestern wieder den Fokus ganz klar auf den Arbeitsmarkt gerichtet und betont, dass die Wirtschaft noch weit vom Ziel der Fed entfernt sei. Sämtlichen Spekulationen, dass die Fed gerade vor dem Hintergrund weiterer Staatsausgaben schon bald eine Reduzierung ihrer Staatsanleihekäufe ins Auge fassen könnte, erteilte er eine klare Absage.

Das bedeutet, dass die Fed auf die wachstumsbedingt leicht höhere, aber für Zinserhöhungen wohl nicht ausreichend hohe Inflation, nicht adäquat reagieren wird. Der Anstieg in den US-Renditen dürfte daher auslaufen und die USA, zumindest was den geldpolitischen Ausblick angeht, vorerst nicht signifikant besser dastehen als der Euroraum. Da das unser Hauptargument dafür ist, dass wir die nach wie vor bestehende, deutliche Überbewertung des Dollars nicht länger als gerechtfertigt ansehen, halten wir dabei mittelfristig an unserer Prognose eines langsamen EUR-USD-Anstieges fest.

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Schwedische Inflationsdaten im Licht der neuen FX-Finanzierungsstrategie der Riksbank

EUR-SEK hat gestern einen guten Teil seiner Verluste von Mittwoch bereits wieder korrigiert. Auslöser dieser Verluste war die Ankündigung der Riksbank, ihre Devisenreserven zukünftig nicht mehr über Fremdwährungskredite sondern über direkte Fremdwährungskäufe am Devisenmarkt zu finanzieren. Diese Finanzierungsstrategie ist in anderen Zentralbanken bereits üblich, weshalb die Beteuerungen der Riksbank, dass es sich bei der Änderung um eine reine Formalie ohne geldpolitische Erwägungen handelt, grundsätzlich glaubwürdig sind.

Das heißt aber nicht, dass nicht bei dem einen oder anderen Händler diesbezüglich Zweifel bestehen bleiben, zumal auch andere Zentralbanken verstärkt die Bedeutung des Wechselkurses für ihre Geldpolitik thematisieren. Und damit kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Ankündigung der Riksbank am Devisenmarkt nachwirkt. Denn wenn eine Zentralbank ausreichend glaubhaft ist, dann kann schon die Vermutung des Marktes, dass die Zentralbank in eine bestimmte Richtung aktiv werden könnte, ausreichen, um zu verhindern, dass der Markt diese Bereitschaft der Zentralbank testet. Sprich, wenn ausreichend viele Händler glauben, dass die Riksbank ihre neue Strategie für die Reservefinanzierung bewusst zu dem Zeitpunkt ankündigte, zu dem die Krone zum Euro auf dem stärksten Niveau seit gut drei Jahren handelte, dann könnte der Markt durchaus zurückhaltend damit sein, die Unterseite in EUR-SEK zu testen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Inflation. Denn auch wenn Vizegouverneurin Cecilia Skingsley beteuert, dass die starke Krone derzeit kein Grund zur Sorge für den Inflationsausblick ist, ist natürlich jedem klar, dass eine schwächere Krone dazu beitragen würde, die Inflation wieder zum 2%-Ziel zurückzuführen. Denn der unterliegende Trend deutet für das von der Riksbank präferierte Inflationsmaß mit stabilen Hypothekenzinsen auch weiterhin nur auf eine Inflation unter 1% hin, selbst wenn die heutigen Daten zeigen werden, dass höhere Energiepreise die Inflation im Dezember etwas angeschoben haben. Je niedriger die Inflation bleibt, desto eher dürften Händler sich zieren, in den Bereich unter 10 in EUR-SEK vorzustoßen, nun womöglich auch aus Sorge, bei der Riksbank schlafende Währungshüter zu wecken.

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