Währung

Devisenmarkt: USD hui – EUR pfui?

EUR-USD zwischen Impfungen, Stimulus und dem US-Arbeitsmarktbericht

EUR-USD ist wieder unter die 1,20er Marke gefallen. Der unterliegende Grundtenor “USD hui – EUR pfui” könnte erst einmal anhalten. Doch ist unklar, ob der heutige US Arbeitsmarktbericht für Januar dazu beitragen wird. Für den erwarten unsere Volkswirte nach dem Rückgang im Dezember wieder einen Stellenaufbau – die Erholung nach dem Corona-Schock setzt sich also fort. Doch ist natürlich inzwischen jedem klar, dass die aktuelle EUR-USD-Korrektur nur sehr wenig mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Euroraum oder den USA zu tun hat. Grund für die Rückkehr unter die 1,20 – ich weiß, wir wiederholen uns in der TagesInfo Devisen – ist natürlich die anhaltende Hoffnung auf einen Stimulus- und Impfungs-getriebenen Wachstumsboom in den USA während das Impfchaos in der EU eine Normalisierung der Wirtschaftsaktivität im Euroraum deutlich verzögern dürfte.

Doch auch in den USA ist nicht alles eitel Sonnenschein. Denn es ist nach wie vor unklar, wie schlagkräftig das von US-Präsident Biden versprochene zusätzliche Stimuluspaket tatsächlich wird. Ohne die Unterstützung der Republikaner dürften die Maßnahmen deutlich beschränkter werden, doch ein Kompromiss mit den Republikanern dürfte kurioserweise sogar umso weniger wahrscheinlich werden, je besser sich die US Wirtschaft aktuell präsentiert. Und so wird der heutige US-Arbeitsmarktbericht eben doch wieder relevant. Wenn der Devisenmarkt die widrigen Folgen einer starken Arbeitsmarkterholung auf weitere Konjunkturhilfen durchschaut, könnten heute gute Zahlen den Dollar sogar leicht schwächen.

Doch auch um das europäische Stimulusprogramm – den EU Recovery Fund – ist es nicht gut bestellt. Die Einigung auf den Fond hatte im Sommer nicht unerheblich dazu beigetragen, dass sich EUR-USD überhaupt wieder im 1,15-1,20er Bereich festsetzen konnte. Doch die aktuelle Regierungskrise in Italien wirft ein Schlaglicht darauf, dass es keineswegs trivial für die Mitgliedstaaten wird, die notwendigen Reformen und Investitionspläne zu verabschieden. Sollte sich der EU Recovery Fund in den kommenden Monaten als Rohrkrepierer erweisen, müsste wohl auch der Euro einen guten Teil seiner Sommergewinne wieder abgeben.

Da sich die Probleme in der EU vorerst nicht in Luft auflösen werden, während in den USA ein weiteres Stimuluspaket in irgendeiner Form durch den Kongress kommen wird, behält der US-Dollar vorerst wahrscheinlich die Oberhand.

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Bank of England Konjunktur- und Zinsausblick puschen das Pfund

Die Bank of England hat ihr großes Kommunikationsziel gestern erreicht: Sie hat klargemacht, dass Null- oder Negativzinsen zukünftig in das geldpolitische Instrumentarium der Zentralbank aufgenommen werden, gleichzeitig aber betont, dass dies in keinster Weise als Signal verstanden werden sollte, dass eine entsprechende Zinsanpassung unmittelbar bevor stehe oder auch nur geplant sei. Dieses Signal ist angekommen: Marktteilnehmer haben ihre Erwartungen für eine Zinssenkung deutlich zurückgeschraubt, was dem Pfund gestern Flügel verliehen hat. Um fast 1% wertete das Pfund gestern gegenüber dem Euro auf und handelte erstmals seit Mai letzten Jahres wieder unter der Marke von 0,88.

Zwei Punkte spielen dabei eine Rolle: Erstens hat die BoE Unternehmen dazu aufgerufen, sich auf Negativzinsen vorzubereiten. Da sie es bisher noch nicht sind, sprechen operative Risiken dafür, dass die BoE zumindest in den nächsten sechs Monaten auf Negativzinsen verzichten wird. Zweitens, und viel entscheidender für den GBP-Ausblick, sprechen die aktualisierten Prognosen der BoE dafür, dass dann im weiteren Jahresverlauf weitere Zinssenkungen aufgrund des besseren Konjunkturausblicks nicht mehr notwendig sein werden. Zwar wird das Wachstum im ersten Quartal dieses Jahres aufgrund der harten Lockdown-Maßnahmen wohl verheerend ausfallen, doch danach erwarten die Zentralbanker dank des raschen Impffortschritts eine starke Erholung.

Auch wir gehen davon aus, dass die BoE bis auf Weiteres nicht in die Verlegenheit kommen wird, ihren Zins weiter zu senken, weshalb die aktuellen GBP-Gewinne in unseren Augen gerechtfertigt sind. Doch wir gehen davon aus, dass die post-Corona-Erholung zumindest teilweise durch die Brexit-bedingt höheren Handelsbeschränkungen überschattet wird, die im weiteren Jahresverlauf zunehmend offensichtlich werden dürften. Ein Belastungsfaktor, der durch ein schwächeres Pfund gemildert würde. Wir rechnen daher damit, dass das Pfund im Jahresverlauf seine Gewinne wieder abgeben muss.

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