Währung

Devisenmarkt: It’s all over now – oder nicht?

Dollar-Reaktion auf Navarro

“It’s over.” Das waren die Worte, mit denen Peter Navarro, Direktor für Handel und Industriepolitik und Leiter des Nationalen Handelsrates der US-Regierung, das bestehende Handelsabkommen der USA mit China beschrieb. Mein Kollege Hao kommentiert unten diesen Vorgang selbst. Ich will hier nur darauf verweisen, dass die US-Regierung schnell einen Rückzieher machte, ihr Hin und Her in strategisch wichtigen Fragen aber, wenn auch nicht methodisch, so doch symptomatisch ist. “Politik” im eigentlichen Sinn darf niemand ernsthaft aus Washington erwarten, woran wir uns freilich alle gewöhnt haben. Auch der Devisenmarkt. So war die USD-Reaktion nach dem Dementi wieder futsch. Freilich sind diese paar Minuten USD-Stärke aufschlussreich. Denn sie zeigen, wie stark ein Rückfall in den alten US-chinesischen Handelskonflikt der US-Währung Auftrieb verleihen kann.

Systematisch (als “Politik” der US-Regierung) ist das freilich erst nach einer möglichen Wiederwahl des US-Präsidenten zu erwarten. Bis dahin dürfte der angebliche Erfolg des Phase-1-Handelsabkommens (dazu mehr bei Hao) im Wahlkampf allzu nützlich für den Amtsinhaber sein.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU2XLRLongEUR/USDFaktor: 5
CU54YQShortEUR/USDFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

“Unendliche” Anleihekäufe der BoC

Tiff Macklem, der neue Gouverneur der Bank of Canada, hat – vielleicht als erster Zentralbank-Chef – das Wort “unendlich” im Zusammenhang mit der Dauer von Nullzins- und QE-Politik verwendet. “Unendlich” ist ein großes Wort, aber zumindest erkennt eine große Zentralbank an, dass die gegenwärtige (im historischem Vergleich: extrem expansive) Geldpolitik kein zyklischer Ausnahmezustand ist, sondern Dauerzustand. Für den Markt ist das keine große Neuigkeit. Für den Zeitraum, über den der Markt (über entsprechende Wetten) Erwartungen zur zukünftigen Geldpolitik formulieren kann, ist längst – spätestens seit Corona – eine Fortsetzung der jetzigen Politik eingepreist. Für die BoC wie für die anderen G10-Zentralbanken. Nach Macklems Kommentaren war der Devisenmarkt daher keinesfalls geschockt, der Loonie gab nicht nach. Seine Schwäche heute Morgen kam später und war eher Peter Navarro als Macklem geschuldet (siehe oben).

Vielleicht ist es eher positiv, wenn eine Zentralbank die Realität anerkennt, als der Schimäre einer “Normalisierung” hinterherzujagen? So weit würde ich nicht gehen. Das Problem der BoC, der Fed und anderer großer Zentralbanken ist: Sie weisen der Geldpolitik eine Rolle zu, der sie nicht gerecht werden kann. Macklem erläuterte das sehr gut (gleiches hätte man aber auch von Jay Powell, Andrew Bailey etc. hören können): Die Geldpolitik will nicht nur die initiale V-Form-ähnliche Erholung unterstützen, sondern darüber hinaus auch ein aussergewöhnlich hohes Wachstum nach dieser Phase. Allerdings halten weite Teile der ökonomischen Theorie das für unrealistisch. Und die Erfahrung nach 2008 legt ebenfalls nahe, dass das nicht gelingen wird. Die Zentralbanken manövrieren sich wieder in eine Situation, in der sie nur enttäuscht werden können und daher innerhalb dieser Logik ihre ultra-expansiven Geldpolitiken fortsetzen müssen. Wenn’s alle machen, werden Wechselkurse zur Sicht des Marktes auf Not gegen Elend.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU2XLLLongUSD/CADFaktor: 5
CU54YBShortUSD/CADFaktor: -5
CU2XLVLongEUR/CADFaktor: 5
CU54YVShortEUR/CADFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Navarros Machtspiele

Dass US-Präsident Trump den Handelsdeal mit China besiegeln will, um den Weg für seine Wiederwahl zu ebnen, scheint auf der Hand zu liegen. Doch Peter Navarro, notorischer China-Gegner und Handelsberater im Weißen Haus, erklärte am asiatischen Vormittag, Trump habe beschlossen, den Deal aufgrund von Chinas Umgang mit dem Virus zu beerdigen. Der spontane Ausverkauf beförderte USD-CNY über 7,08 hinaus und stoppte die gestern Nachmittag begonnene Mini-Rally. 30 Minuten später ruderte Navarro zurück und erklärte gegenüber anderen Medien, er sei missverstanden worden, zumal er über „Vertrauen“ sprechen wollte. Ehrlich gesagt vertraue ich diesem Mann nicht mehr. So oder so hat sich der Markt in gewisser Weise an diese Taktiererei gewöhnt. Wenn Trump den Deal wirklich ad acta legen will, kann er das jederzeit mitteilen. Von mir aus auch per Twitter. Doch selbst wenn er twittert (wie jetzt, mit der Aussage, der Handesldeal sei weiterhin intakt), kann kurz danach wieder alles ganz anders aussehen. Navarro hat es schließlich vorgemacht. Fakt ist, dass die chinesischen Importe aus den USA bei Weitem unter den vereinbarten Vorgaben liegen. Das zeigt, dass an der Umsetzung des Abkommens etwas faul ist. Wichtiger aber noch ist, dass hierin die fundamental instabilen Beziehungen zwischen den USA und China zum Ausdruck kommen. Durchaus möglich, dass Trump etwas benötigt, um den massiven Medienrummel um Boltons Buch zu übertünchen. Derzeit ist ihm das gelungen. In den nächsten Tagen dürften weitere Schlagzeilen entstehen. Vielleicht wieder auf Kosten des Freihandels.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ6WTFCallUSD/CNHHebel: 7,0
CU9BQKPutUSD/CNHHebel: 7,0
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.