Währung

Devisenmarkt: EUR/USD zwischen zweiter Welle und V-förmiger Erholung

Welches Marktumfeld ist USD-negativ?

Neue Woche, neues Spiel. Letzte Woche dominierte die Angst vor einer neuen Pandemie-Welle. Einherging eine Erholung des US-Dollars. Wird das auch diese Woche der beherrschende Treiber bleiben? Das ist kaum die Entscheidung des Devisenmarktes, sondern wird vom Infektionsgeschehen diktiert. Exponentiell steigende Infektionszahlen in weiten Teilen der USA, massive lokale Ausbrüche in Deutschland usw.: Es gibt hinreichend viele Neuigkeiten, die diese Sorge weiterhin nähren können. Unsere Volkswirte haben am Freitag argumentiert, eine zweite Infektionswelle würde weniger Lockdown auslösen und wäre daher weniger ökonomisch relevant. Der Devisenmarkt hingegen dürfte von der Sorge dominiert sein, dass zunächst genau wegen weitaus geringerer Lockdowns die Infektionszahlen wieder schnell zunehmen können und dann doch wieder ökonomisch relevante Schritte unvermeidbar werden. Der Unterschied zwischen meinen Kollegen und dem Markt sind also unterschiedliche epidemiologische Annahmen. Das heißt: Ein wenig wird’s noch dauern, bis ausgemacht ist, wer recht hat. Und obwohl ich natürlich stets glaube, dass es meine Kollegen sind, die letztendlich Recht behalten, ist das derzeit für meinen Marktausblick nicht relevant. Denn die pessimistischere Markt-Interpretation wird zunächst nicht auf den Prüfstand gestellt.

Mit den Juni-Einkaufsmanager-Indizes, die ab morgen zur Veröffentlichung anstehen, könnte sich freilich auch der Fokus ändern. Dann könnte (wenn sich die Stimmung der Einkaufsmanager hinreichend aufhellt) das Thema einer “V-förmigen Erholung” dominieren. Regelmäßige Leser werden wissen, dass ich von dieser Beschreibung nicht viel halte. Und bisher schien mir der Devisenmarkt ebenfalls eher darauf zu achten, was als langfristiger Effekt übrig bleibt. Dann müsste aber eher das Ausmaß der Erholung interessieren (bzw. im Umkehrschluss, wie viel vom initialen Corona-Schock als dauerhafter Schaden übrig bleibt) als die Geschwindigkeit. Aber natürlich ist klar, dass es dem Markt extrem schwerfallen würde, diese mittel- bis langfristige Frage im Blick zu behalten, wenn allseits gute Stimmungsdaten auf ihn einprasseln.

Jetzt gibt es einige Analysten, die, wenn “zweite Welle” das Thema ist, den Dollar als “sicheren Hafen” empfehlen. Und wenn “V-förmige Erholung” angesagt ist, empfehlen sie den Dollar, weil sich die US-Wirtschaft schnell von Krisen erholt und daher die Nase im Aufwärts-Part des “V” vorne haben dürfte. Kurz: Egal, wie es kommt, der Dollar legt in deren Vorstellungswelt zu. Damit könnten sie sich aber all die Argumentation sparen, denn dann ist USD-Aufwertung ein Naturgesetz. All ihre Argumente verschleiern doch nur ihre wahre Überzeugung über dieses Naturgesetz.

Das ist freilich nicht mit der Vorstellungswelt vereinbar, die ich von “Markt” habe. Gibt es keine Wahrscheinlichkeiten für Szenarien, unter denen eine Position Verluste macht, dann ist das eine Arbitrage-Gelegenheit. Und die sind rar und sicherlich weitaus kurzfristiger. Nun weiß das natürlich auch der schlauere Teil der Analysten aus dem oben erwähnten Lager. Daher kamen besonders pfiffige unter ihnen auf die Idee vom “Dollar-Smile”: dass es zwischen USD-Stärke aufgrund von “Safe Haven” (also in schlechten Zeiten) und USD-Stärke aufgrund der tollen Performance der USA in Boom-Zeiten einen mittleren Zustand geben müsse, der USD-negativ sei.

Nach meinem Geschmack ist die Argumentation ein wenig zu künstlich. Weil man aus No-Arbitrage-Gründen irgendein USD-negatives Szenario braucht, unterstellt man diese Nicht-Linearität. Ich finde es naheliegender, zu fragen, ob der Dollar denn wirklich so ein toller sicherer Hafen ist oder ob diese Erholung denn wirklich USD-positiv ausfallen wird.

Ich persönlich bin eher in dem Camp, das nicht glauben mag, dass der Dollar langfristig sicherer Hafen bleibt. Das heißt aber für die nächste Zeit, falls “V-förmige Erholung” als Thema dominieren wird: Zunächst könnte der Dollar unterstützt bleiben.

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CNY: Der Staub hat sich noch nicht gelegt

Der neuesten Nachrichten scheinen nur eines zu suggerieren: Für Trump ist der Handelsdeal derzeit unantastbar, steht er doch in Zusammenhang mit seiner Wahlkampagne. Das ist nicht nur in Boltons neuem Buch unmissverständlich zu lesen. Vielmehr gab Trump ebenfalls zu, im letzten Jahr Sanktionen gegen chinesische Offizielle aufgeschoben zu haben, als beide Nationen über das Phase-1-Abkommen verhandelten. Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass sich der Staub noch nicht gelegt hat und der Konflikt zwischen den USA und China nebulös bleibt. Allerdings erklärt das in gewisser Hinsicht, warum US-Regierungsvertreter China weiterhin für den Kauf von US-Agrargütern loben, während die gesamten chinesischen US-Importe gegenwärtig deutlich unter den Phase-1-Vorgaben bleiben. Laut vereinzelten Nachrichten von letztem Freitagnachmittag hat China die Importe von US-Agrargütern erhöht. Das hatte USD-CNY leicht nach unten befördert. Für die Märkte hat sich inzwischen ein Risiko abgezeichnet, zumal sie möglicherweise zu stark auf den US-China-Konflikt gewettet haben. So ist auch die Underperformance des Renminbi (CNY) in den letzten Monaten zu erklären, die in einem schwachen CNY-Index zum Ausdruck kam. Bleiben in den nächsten Tagen große Negativschlagzeilen aus, dürfte der CNY einige Verluste wieder gutmachen.

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