Währung

Devisenmarkt: Elefantenrunde der Zentralbankchefs im Fokus

Elefantenrunde

Die Hoffnung auf eine wirksame Corona-Impfung dominiert nach wie vor den Devisenmarkt. Doch EZB-Präsidentin Christine Lagarde, Fed Chair Jay Powell und Bank of England Governor Andrew Bailey könnten sich heute als Spielverderber auf der Risk-On-Party erweisen. Die drei Stars der Zentralbankenszene treffen heute im Rahmen des virtuellen EZB-Zentralbankenforums aufeinander und dürften betonen, dass ein wirksamer Impfstoff zwar den Konjunkturausblick im Laufe des kommenden Jahres erheblich aufhellen würde, sich an den aktuellen Herausforderungen jedoch nichts ändert. Europa, die USA und Großbritannien befinden sich noch immer mitten in einer unkontrollierten Ansteckungswelle, der die Regierungen zumindest teilwese mittels immer weiter greifenden Restriktionen Herr zu werden versuchen. Eine effektive Impfung im kommenden Jahr könnte vor diesem Hintergrund für viele Unternehmen und Arbeitnehmer schlicht zu spät kommen. Und damit bleiben Finanzpolitik und unterstützend auch die Geldpolitik gefragt, um die Ausfälle der Pandemie zu begrenzen. Noch immer zeichnet sich nicht ab, welcher Regierung/ Zentralbank das am besten gelingt, dafür ist die Datenlage einfach zu unzuverlässig. Doch die Währungen dieser Länder werden langfristig als Gewinner aus der Pandemie hervorgehen.

Zweifel an EZB-Zinssenkung senken EUR-Abwärtspotenzial

Die Nachricht über erste vielversprechende Ergebnisse bezüglich der Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs in der finalen Studienphase ändert nichts an den Plänen der EZB, im Dezember ihre geldpolitischen Instrumente neu zu kalibrieren (sprich: ihre Geldpolitik weiter zu lockern). Das betonte gestern EZB-Präsidentin Christine Lagarde zum Auftakt des EZB-Zentralbankenforums. Überraschend ist das nicht, schließlich dürfte es noch bis weit in das Jahr 2021 hinein dauern, bis eine hinreichende Immunisierung der Bevölkerung eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Normalisierung ermöglicht. Dennoch droht die Reaktion der Finanzmärkte auf die Nachricht von der Impf-Front die EZB in die Bredouille zu bringen. Denn die Finanzmärkte preisen im Zuge ihrer Impf-Euphorie eine EZB-Zinssenkung aus. Nach der ungewöhnlich deutlich Ankündigung weiterer geldpolitischer Lockerung auf der vergangenen Sitzung steht die EZB jedoch unter Zugzwang. Enttäuscht sie, droht eine empfindliche Aufwertung des Euros. Das kann nicht in ihrem Sinne sein, haben doch EZB-Offizielle in den vergangenen Wochen immer wieder die Nachteile einer raschen EUR-Aufwertung für ihren Ausblick betont.

Doch was sind in diesem Umfeld die richtigen Maßnahmen, um die Wirtschaft angemessen zu unterstützen, bis eine wirksame Impfung eine sich selbst tragende Erholung ermöglicht? Wir haben schon wiederholt erläutert, warum in unseren Augen vor allem eine Zinssenkung einen signifikanten Einfluss auf den Euro hat, während eine bloße Ausweitung von TLTROs und PEPP-Anleihekäufen (die laut Lagarde die wichtigsten Instrumente der EZB bleiben dürften) kaum einen nachhaltigen Effekt auf die EUR-Wechselkurse haben dürfte. Die Erwartung einer Zinssenkung ist der entscheidende Grund, warum wir zum Jahresende EUR-USD noch einmal deutlich niedriger bei 1,15 sehen. Wird eine Zinssenkung weniger wahrscheinlich, sinkt auch das Abwärtspotenzial in EUR-USD.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Weiteres SEK-Aufwertungspotenzial begrenzt

Die Impfstoff-Euphorie hat auch die schwedische Krone erfasst. Getrieben von der aufflammenden Risikofreude legte die Krone zu; EUR-SEK verharrt seit Montag auf dem tiefsten Stand seit Januar 2019 knapp unter 10,20. Doch wie überall sehen wir diese Euphorie mit Vorsicht. Denn angesichts rapide ansteigender Infektionszahlen steht auch Schweden erst einmal vor neuen wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen, bevor auf eine, mutmaßlich durch eine effektive Impfung befeuerte, nachhaltige Erholung gehofft werden kann. Angesichts der Spekulationen über eine neue geldpolitische Bazooka der EZB im Dezember sehen wir daher gute Chancen, dass die Riksbank auf ihrer letzten Sitzung des Jahres Ende November ihre Geldpolitik noch einmal deutlich lockert. Denn die zweite Infektionswelle belastet nicht nur den Wachstumsausblick. Auch die Inflation droht bei einer sich hinziehenden realwirtschaftlichen Flaute das Inflationsziel der Riskbank von 2% längerfristig zu unterschießen. Dieses Risiko dürften die heutigen Inflationszahlen für Oktober noch einmal unterstreichen, zumal die verhältnismäßig starke Krone die Preisdynamik zusätzlich drückt. Früher oder später, so die Befürchtung der Riksbank, könnte eine niedrige realisierte Inflation auf die längerfristigen Inflationserwartungen durchschlagen. Die auch dadurch steigende Wahrscheinlichkeit für eine weitere Lockerung der schwedischen Geldpolitik begrenzt das Abwärtspotenzial in EUR-SEK, wobei die Aussicht auf eine expansivere EZB den Wechselkurs nach oben deckelt. Wie sehen EUR-SEK daher vorerst seitwärts handeln.

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CNY: Kreditwachstum weiter unterstützend

Die neuesten Kreditzahlen für Oktober schwächten sich erwartungsgemäß infolge saisonaler Faktoren, darunter insbesondere die Ferien der „Goldenen Woche“, wieder ab. Die umfassendste Kennzahl für das Kreditwachstum, d. h. das gesamte Finanzierungsvolumen, fiel auf 1,4 Bio. CNY zurück, nachdem es in den beiden Vormonaten durchschnittlich 3,5 Bio. CNY betragen hatte. Seit Jahresanfang ist es noch immer um stattliche 31 Bio. CNY gestiegen. Das sind 45% mehr als im Vorjahreszeitraum und auf die Pandemie zurückzuführen. Die Kredite wuchsen 2019 um 13,7%. Nach unserer Einschätzung werden die Behörden das Tempo des Kreditwachstums 2021 in den niedrigen zweistelligen Bereich zurückfahren. Die Verschuldung unter Kontrolle zu halten, bleibt eines der Leitmotive bei der Restrukturierung und Reform der Wirtschaft. Mit der wirtschaftlichen Erholung und der Verbesserung des Verbrauchervertrauens spricht nur wenig dafür, das hohe Tempo der Kreditexpansion in das nächste Jahr hinein aufrechtzuerhalten. In puncto Währung hat die PBoC den Mittelpunkt für USD-CNY heute höher festgesetzt und damit dem seit gestern stärkeren USD Rechnung getragen. Interessanterweise war dies nicht weit von unseren Modellschätzungen entfernt, was leichte Anpassungen seitens der PBoC bei ihrem täglichen Fixing nahelegt. Allem Anschein nach gibt sich die PBoC gegenwärtig damit zufrieden, einen Schritt zurückzugehen, erstmal abzuwarten und die Entwicklung von USD-CNY den Marktkräften zu überlassen.

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CU97XBCallUSD/CNHHebel: 9,4
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