Währung

Devisenmarkt: Drohende Politisierung der Fed

Drohende Politisierung der Fed

Wer glaubt, dass bis zum Amtsantritt der neuen US-Regierung keine richtungsweisenden Entscheidungen mehr zu erwarten sind, könnte etwas besseren belehrt werden. Mitch McConnell, Mehrheitsführer im Senat, hat den Weg frei gemacht für eine Abstimmung noch in dieser Woche über die Berufung der höchst umstrittenen Wirtschaftswissenschaftlerin Judy Shelton ins Federal Reserve Board. Eine Zustimmung für Shelton ist keineswegs sicher, nachdem sich ein dritter republikanischer Senator offen gegen Shelton ausgesprochen hat und ein weiterer diese Woche aufgrund einer Quarantäne nicht abstimmen kann. Das Beste, auf das McConnell derzeit hoffen kann, scheint ein Gleichstand, der dann durch Vize-Präsident Mike Pence für Shelton entschieden wird.

Die Trump-nahe Shelton ist wegen ihrer expotischen Ansichten zur Zentralbankenunabhängigkeit und einer möglichen Wiedereinführung des Gold-Standards auch bei Republikanern umstritten. Warum wird ihre Berufung nun forciert zumal mit Christopher Waller, derzeit Research Direktor bei der St. Louis Fed, noch ein weiterer, deutlich konventionellerer Kandidat auf seine Bestätigung wartet? Der Verdacht liegt nahe, dass parteipolitische Machtspielchen im Vordergrund stehen. Shelton könnte, wenn sie berufen wird, zwar wohl wenig Schaden anrichten, da sie problemlos von den anderen Board-Mitgliedern, die nahezu alle auch unter der Trump-Regierung eingesetzt wurden, überstimmt werden kann. Doch eine zunehmende Politisierung der Fed könnte zumindest mittelfristig durchaus ein Thema für den Dollar werden, zumal in der aktuellen Krise die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik bereits zunehmend zu verschwimmen drohen. Eine unabhängige Zentralbank bleibt vor diesem Hintergrund eines der höchsten Güter für eine stabile Währung.

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NOK: Impf-Optimismus überwiegt

Die norwegische Krone ist einer der größten G10-Profiteure der vielversprechenden Ergebnisse aus den Corona-Impfstoff-Studien. Denn ein wirksamer Impfstoff lässt darauf hoffen, dass sich im Laufe des kommenden Jahres die Wirtschaftsaktivität normalisiert. Damit wird wahrscheinlicher, dass die Norges Bank im Dezember zumindest vorerst an ihrem vergleichsweise falkenhaften geldpolitischen Ausblick festhält. Dieser sieht vor, dass die Norges Bank bereits im Jahresverlauf 2022, und damit deutlich früher als andere Zentralbanken, ihren Leitzins langsam wieder anheben könnte. Das stützt die Krone – solange der Devisenmarkt ein derartiges Szenario nicht für vollkommen abwegig hält. Genau das war zuletzt aber verstärkt der Fall, nachdem sich auch der Ausblick für die norwegische Wirtschaft aufgrund explodierender Neuinfektionen und erneuter Restriktionen deutlich eingetrübt hatte. Deshalb bringen auch die heutigen BIP-Daten für das dritte Quartal kaum richtungsweisende Impulse für die NOK. Die gute Performance im dritten Quartal lässt schließlich keine Rückschlüsse darauf zu, wie die Wirtschaft durch die zweite Infektionswelle kommt. Entsprechend bleibt die Unsicherheit für den Wirtschaftsausblick hoch zumal noch unklar ist, wie schnell selbst mit einem gut wirksamen Impfstoff eine ausreichende Immunisierung erreicht werden kann. 10,50-11,25 dürfte vorerst der Wohlfühlbereich für EUR-NOK bleiben.

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CNY: Unermüdlicher Anstieg

Der chinesische Renminbi scheint im Moment über alles erhaben zu sein, und wertet weiter auf. Dadurch wurden auch die restlichen asiatischen Währungen, wie der SGD und der KRW, mit nach oben gezogen. Die chinesische Zentralbank (PBoC) legte das Mittelpunkt-Fixing erneut deutlich niedriger fest. Es gab um fast 290 Pips auf 6,5762 nach, wodurch der USD-CNY-Kassakurs in Richtung des Stands von 6,5700 gedrückt wurde. Erneut war das Mittelpunkt-Fixing nicht weit von der Prognose unseres Modells entfernt, was andeutet, dass die PBoC derzeit den Markt gewähren lässt. Angesichts des Wachstums- und Zinsunterschieds gegenüber den USA scheint die PBoC im Moment die CNY-Stärke zu tolerieren. Die laufende Entwicklung setzt sich also bisher fort, wobei die Erholung angesichts der jüngsten Konjunkturdaten für den Oktober intakt bleibt. Am Devisenmarkt sollten wir aber auch umsichtig auf erste Risse der optimistischen Erholungsannahme achten. Beispiele hierfür wären das Risiko weiterer Zahlungsausfälle, wie die am Montag gemeldeten Ausfälle eines Chipherstellers und eines Autoproduzenten. Es ist unwahrscheinlich, dass die Erholung dadurch insgesamt zum Erliegen kommt. Die unermüdliche CNY-Stärke könnte aber eine Atempause einlegen.

Interessant ist noch ein Statement von Vizepräsident Wang Qishan im Rahmen eines Forums: „Wir müssen das multilaterale Handelssystem im Rahmen der Welthandelsorganisation schützen und Unilateralismus sowie Protektionismus entschlossen ablehnen.“ Er nannte die USA nicht direkt, deutete jedoch an, dass Länder „Plattformen für den Dialog bauen und für eine weiterhin offene Kommunikation sorgen“ sollten. Es besteht die Hoffnung, dass mit der Biden-Regierung eine Neuausrichtung der Beziehungen zwischen China und den USA möglich ist. Möglicherweise werden aber nur langsam Fortschritte gemacht. Und ehe wir uns versehen, könnte dann bereits wieder der nächste US-Wahlkampf bevorstehen.

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Aussie beeinflusste RBA-Lockerungsentscheidung

Deutlicher kann man kaum werden: Die auf der letzten Sitzung beschlossene Zinssenkung war eine Antwort auf die starken Zugkräfte, die sich aus der Lockerungstendenz anderer Zentralbanken ergeben hätte, ließ gestern Philip Lowe, Gouverneur der australischen Zentralbank (Reserve Bank of Australia, RBA) wissen. Ein Motiv, das sich auch in den heute Nacht veröffentlichten Minutes der Sitzung vom 3. November wiederfindet. Dabei lag der Fokus vor allem auf der im Vergleich zu anderen Ländern relativ steilen australischen Zinskurve. Mit einem höheren Zins, so Lowe, hätte man starke Zuflüsse in australische Anleihen befördert, was wiederum Aufwärtsdruck auf den australischen Dollar ausgeübt und dadurch die Unterstützung des Arbeitsmarktes erschwert hätte.

Dieses klare Bekenntnis zum AUD-Wechselkurs als entscheidenden Einflussfaktor für die Geldpolitik bestätigt uns in unserer Einschätzung, dass der weitere Aufwertungsspielraum für den Aussie begrenzt ist. Eine Zinssenkung in den negativen Bereich bleibt zwar laut den Minutes der RBA extrem unwahrscheinlich. Doch eine weitere quantitative Lockerung über das Anleihekaufprogramm können wir derzeit nicht ausschließen. Denn AUD-USD nähert sich bereits wieder seinem September-Hoch bei 0,74 und Fortschritte am Arbeitsmarkt, auf dem aktuell der Hauptfokus der RBA liegt, wird es vorerst nicht geben. So werden die Arbeitsmarktdaten für Oktober übermorgen wohl zeigen, dass die Arbeitslosenquote über 7% geklettert ist.

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