Währung

Devisenmarkt: Die Uneinigkeit innerhalb der EU

Wie ein Korken

Es könnte sein, dass ein altes Problem wie ein Korken plötzlich wieder an der Wasseroberfläche erscheint: die Uneinigkeit innerhalb der EU. Welch Jubelstimmung herrschte vor zwei Monaten, als endlich eine Einigung zum EU Wiederaufbaufonds gefunden wurde. Der Euro schien schon wieder “gerettet” und kletterte bis auf 1,20 gegenüber dem US Dollar. Zur Erinnerung: Der Fond soll im Rahmen des EU Haushalts Gelder verteilen. Die Beiträge der Mitgliedsstaaten, die den Haushalt finanzieren, sollen wiederum durch die Emission von Gemeinschaftsanleihen der EU Kommission aufgebracht werden, wobei die Mitgliedsstaaten gemäß ihren Anteilen Garantien abgeben.

Jetzt geht’s in Brüssel ans Eingemachte, nämlich um ebendiesen Haushalt und die genauen Modalitäten der Auszahlungen. Einige Länder wollen EU Gelder an Rechtsstaatlichkeit binden: sollte ein Land die demokratischen Werte verletzen, sollen laut des Vorschlags Deutschlands, das aktuell die EU Ratspräsidentschaft hält, Gelder zurückgehalten werden können, wenn eine gewichtete Mehrheit der Mitgliedstaaten dafür stimmt. Einigen Staaten, u.a. Schweden und Finnland, geht der Vorschlag nicht weit genug, viele Abgeordnete des EU Parlaments wollen schärfere Bedingungen.

Insbesondere osteuropäische Länder hingegen, an erster Stelle Ungarn und Polen, fühlen sich jedoch kritisiert und lehnen diese Konditionalität rundweg ab. Deshalb, und jetzt kommen wir zum Kern der Sache, drohen diese Länder bereits, die Ratifizierung des EU Wiederaufbaufonds zu blockieren. Er benötigt die Zustimmung aller Mitgliedstaaten (d.h. er muss durch die nationalen Parlamente) und des EU Parlaments.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass der Fond platzt. Aber allein die Tatsache, dass er nicht einfach durchgewunken wird, sondern hitzige Diskussionen auf uns zukommen, die die Uneinigkeit innerhalb der EU wieder an die Oberfläche der Marktwahrnehmung katapultieren und dazu führen können, dass der Fonds nicht wie geplant am 1. Januar 2021 einsatzbereit ist, können dem Euro einen Dämpfer versetzen und sein Aufwärtspotential begrenzen. Zumindest bis absehbar ist, dass der Fond endgültig ratifiziert ist und seine Arbeit aufnehmen kann.

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SNB: Es läuft!

Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) läuft es im Moment recht gut. Zumindest, was den Franken anbelangt. Trotz der zwischenzeitlichen Eintrübung des Marktsentiments im September macht EUR-CHF keine Anstalten, wieder in Richtung 1,05 abzutauchen. Die informelle Untergrenze der SNB hält, u.a. auch dank ihrer klaren Aussagen, dass sie am Devisenmarkt interveniert. Laut ihrer jetzt neu veröffentlichten Daten hat sie hierfür im ersten Halbjahr sage und schreibe 90 Mrd. CHF eingesetzt, mehr als in den vergangen drei Jahren zusammen und auch deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Eine Menge Geld, aber gleichzeitig auch eine klare Ansage der SNB and den Markt, dass sie bereit ist, weiter kräftig zu intervenieren, die jeden CHF-Käufer dreimal überlegen lässt, ob er wirklich bereit ist, die SNB zu testen. Diesmal hat die SNB einen Applaus verdient – im Gegensatz zu ihrer Strategie im Jahr 2015. Aus Fehlern kann man offensichtlich lernen. Für die SNB dürfte ihr Erfolg in EUR-CHF umso erfreulicher sein, als die Inflation weiterhin tief im negativen Bereich verharrt und nach dem Corona-Einbruch nur wenig angezogen hat, wie die August-Daten heute zeigen werden. Ein Aufwertung des Franken würde zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Inflation ausüben. Solange keine erneuten massiven Risk-Off Szenarien drohen, kann sich die SNB aber etwas entspannter zurücklehnen und sich diesmal selbst auf die Schulter klopfen.

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Für die schwedische Krone kommt es auf die Inflationserwartungen an

Wir hatten schon länger davor gewarnt, dass die schwedische Krone etwas weit gelaufen war.  Aufgrund dessen musste sie auch letzte Woche in der Phase erhöhter Angst am Markt ordentlich einstecken. EUR-SEK stieg zwischenzeitlich bis auf 10,66. Aber nicht nur die Marktstimmung drückte auf die Krone. Zwar ließ die Riksbank ihre Geldpolitik am 22. September unverändert. Aber Ratsmitglied Cecilia Skingsley wollte letzte Woche eine Zinssenkung unter Null nicht ausschließen, insbesondere, wenn die Inflationserwartungen in Gefahr seien, selbst wenn diese derzeit stabil blieben. Die Aussagen eines Ratsmitglieds spiegeln zwar nicht die Stimmung im gesamten Rat wider, wie die Minutes der letzten Sitzung, die heute veröffentlicht werden, zeigen dürften. Wie andere Zentralbanken auch betont die Riksbank immer wieder, dass sie über ein ganzes Arsenal an Instrumenten verfügt, das sie noch einsetzen könnte, um die Geldpolitik noch expansiver zu gestalten. Aber je mehr Mitglieder sich offen für eine Zinssenkung zeigen, desto wahrscheinlicher wird sie auch. Denn die Hürde hierfür scheint in diesem Fall zu sinken, weshalb der Markt die Minutes heute genau auf diese Anzeichen abklopfen wird. Wichtig wird dabei ab jetzt die Entwicklung der Inflationserwartungen sein. Im Vergleich zur Eurozone und den USA haben sich die Erwartungen in Schweden nach dem Einbruch im März nicht so stark erholt und hinken etwas hinterher. Ausschlaggebend ist jetzt aber vor allem, dass sie nicht wieder beginnen zu fallen. Dann stiegen für den Markt die Chancen, dass sich die Riksbank letztlich doch dazu durchringt, den Leitzins wieder ins Negative zu senken, was erheblichen Abwärtsdruck auf die Krone ausüben würde.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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