Währung

Devisenmarkt: Die Stimmung ist mies – nicht nur am Aktienmarkt

Die Stimmung ist mies – nicht nur am Aktienmarkt

  • So langsam dämmert vielen, dass ein Corona-Impfstoff nicht schnell verfügbar sein wird. Die Politiker und Experten, die uns für allernächste Zeit eine Medizin versprachen, überzeugen kaum noch jemand.
  • Und so langsam wird auch klar, dass die Pandemie nicht von selbst verschwindet. Frankreich meldet z.B. neue Rekord-Infektionen im wichtigen 7-Tage-Durchschnitt.
  • Die Indikatoren wirtschaftlicher Aktivität haben längst die Phase der “Wachstumsverlangsamung” erreicht, nachdem die gröbsten Lockdown-bedingten Einbrüche im Frühsommer schnell wettgemacht wurden. Das war absehbar (siehe Abbildung), aber am Markt gab’s weiterhin zu viele, die dem absurden Optimismus einer vollständigen und schnellen Erholung anheimfielen und nun enttäuscht sind.

Kurz gesagt: Eine Rückkehr zur Vor-Corona-Normalität, auf die viele hofften, ist nicht absehbar. Und das verhagelt die Stimmung. Nicht nur am Aktienmarkt, aber da besonders.

Rettet uns wenigstes in Europa die Fiskalpolitik? Der mag es gelingen, eine gewisse Lockdown-Phase mit Kurzarbeitergeld und Überbrückungskrediten so abzufedern, dass indirekte Effekte (“Multiplikator-Effekte” im Ökonomen-Jargon) aus sinkenden Einkommen weitgehend vermieden werden. Langfristig klappt das nicht. Unsere Brötchen kommen aus der Wirtschaft, nicht aus dem Finanzministerium.

Mir als FX-Analysten kann eigentlich egal sein, was der Aktienmarkt macht. Die Wechselkursbewegungen sind damit nur sehr locker korreliert. Aber heutzutage muss man ja befürchten, dass die Zentralbanken alles Übel dieser Welt zu beseitigen versuchen – und seien es fallende Aktienkurse.

Konkret: Würde diese Woche allgemeine Jubelstimmung herrschen, wäre die Wahrscheinlichkeit wohl höher, dass EZB-Chefin Christine Lagarde ihren Chefvolkswirt Philip Lane zurückpfeift und seine verbalen Interventionen von letzter Woche als Ausrutscher oder als irrelevant abtut. Zum Beispiel, indem sie jede diesbezügliche Frage mit der Phrase “we don’t comment on exchange rates” abtut. Die Alten erinnern sich noch: Das war mal üblicher EZB-Sprech. So aber muss man wohl vermuten, dass Lagarde und ein nicht unerheblicher Teil des EZB-Rates ein gesteigertes Interesse daran haben, dass der Euro eher schwächer als stärker handelt. Das Einzige, was diese Fraktion zurückhalten könnte, ist die Scham. Weil sich für einen G7-Zentralbanker Aussagen zu Wechselkursen nicht gehören. An dieser Stelle ist offene Kommunikation (der neue Stil der Zentralbanken) fehl am Platze. Warum? Sonst droht die Gefahr von Währungskriegen. Freilich gilt auch: Übertrieben schamhaft ist die EZB typischerweise nicht.

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“No Deal” mit Verspätung?

Über Großbritannien kann man nur noch den Kopf schütteln. Man würde internationales Recht nur ein ganz klein bisschen brechen, wenn man (mit dem heute dem Parlament vorliegenden Gesetz) gegen den Austrittsvertrag verstoße, ließ Minister Brandon Lewis gestern wissen. Wie bitte? Das ist ja wohl das Äquivalent zu “ein ganz klein bisschen schwanger”, oder?

Mittlerweile scheint mir, dass diese britische Regierung kein Abkommen zur langfristigen Beziehung mit der EU will. Und was kommt dann? Muss man z.B. befürchten, dass die britische Regierung “nur ein ganz klein bisschen” die im “Deal” (dem Austrittsabkommen) versprochenen Rechte der EU-Bürger, die auf der Insel leben, einschränkt? Gibt’s am Ende einen “No Deal” (also gar keine verlässlichen vertraglichen Austrittsvereinbarungen) mit Verspätung?

Dass EUR-GBP mittlerweile nicht allzu fern von der 0,91-Marke handelt, darf angesichts der täglichen Chaos-Meldungen von der Insel meines Erachtens niemand verwundern. Wenn das so weitergeht, sind auch deutlich höhere Niveaus drin. Bisher glaubten viele Marktteilnehmer und UK-Experten, Premier Boris Johnson würde nur hart pokern und am Ende – wie letztes Mal – doch einem Kompromiss zustimmen. Diese Theorie ist mit dem Verhalten der Johnson-Regierung nur noch schwer vereinbar.

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