Währung

Devisenmarkt: Die EU liefert, der Euro leidet

Euro fällt nach historischer Einigung auf EU-Wiederaufbaufonds

Sie wussten, sie mussten liefern, und sie haben geliefert. Nach einem rekordverdächtigen Sitzungsmarathon einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU in den frühen Morgenstunden auf einen Wiederaufbaufonds. Doch während sie die “historische” Einigung feiern, fällt der Euro. Auf den ersten Blick mag das überraschen. Doch heißt das nicht, dass der Devisenmarkt den Kompromiss als nicht ausreichend erachtet. Aber der marktrelevante Teil, der Gesamtumfang (750 Mrd. EUR) und die Aufteilung auf Zuschüsse (390 Mrd. EUR) und Kredite, war schon gestern bekannt geworden und brachte keine EUR-positiven Überraschungen mehr. Es wurde geliefert, was erwartet wurde, aber eben auch nicht mehr. Daraus ergibt sich eine gute Gelegenheit zur Gewinnmitnahme. Denn sowohl von der fiskal- als auch von der geldpolitischen Seite sind für den Euro erst einmal keine weiteren Impulse zu erwarten. Von nun an bestimmt vor allem die realwirtschaftliche Erholung und die Entwicklung der Infektionszahlen, wie es für den Euro weitergeht. Alles in Allem sehen wir EUR-USD im Bereich bei 1,14 jedoch durchaus als gerechtfertigt an. Eine nachhaltigere Abwärtskorrektur erwarten wir daher nicht.


Wieivel Schaden kann ein einzelner Fed-Governor anrichten?

Der Bankenausschuss des US Senats wird heute wohl Judy Shelton und Christopher Waller für die beiden freien Sitze im Fed Board of Governors empfehlen. Während Waller auch mit den Stimmen demokratischer Senatoren rechnen darf, hatte Shelton in der Vergangenheit insbesondere mit unkonventionellen Äußerungen zum Goldstandard und zur Unabhängigkeit der Fed Zweifel an ihrer Eignung für einen Posten im mächtigsten geldpolitischen Gremium der Welt geweckt. In der Nacht hat aber auch John Kennedy Shelton seine Stimme zugesichert, womit die republikanische Mehrheit steht. Für den Dollar wird die heutige Abstimmung damit zum Non-Event. Der Fokus des Devisenmarktes liegt eh auf den aktuell drängenderen Problemen wie den Verhandlungen über ein weiteres Konjunkturpaket. Längerfristig könnte eine eventuelle Fed-Gouverneurin Shelton aber durchaus zu einem kritischen Thema für den Dollar werden. Denn mit ihr wäre eine stärkere politische Einflussnahme zu befürchten, die in der Regel nicht mit einer stabilitätsorientierten Geldpolitik vereinbar ist. Das Vertrauen des Marktes in den Dollar könnte in diesem Fall empfindlichen Schaden nehmen, zumal bereits spekuliert wird, dass Präsident Donald Trump Shelton als eine geeignete Nachfolgerin für Fed-Chair Jay Powell ansehen könnte, wenn dessen Amtszeit Anfang 2022 endet. Zwei große Hürden wären vor einem solchen Schreckensszenario jedoch noch zu überwinden: Erstens, muss Sheltons Nominierung erst noch von einer Mehrheit im Senat bestätigt werden, was angesichts ihrer unkonventionellen Ansichten keinesfalls als gesichert gilt. Und zweitens muss Trump am 3. November als US-Präsident wiedergewählt werden, bevor ein Umbau der Fed hin zu einem verlängerten Arm der Regierung ein realistischeres Risiko wird. Eines wird vor diesem Hintergrund jedoch ganz deutlich: Marktteilnehmer sollten die Bedeutung der US-Präsidentschaftswahl für den Devisenmarkt auf keinen Fall unterschätzen.

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GBP: Doppelschlag

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit: Nach dem gestrigen gemeinsamen Abendessen beginnt heute die nächste offizielle Verhandlungsrunde über ein Handelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich nach dem Ende der Brexit-Übergangsperiode zum Jahresende. Die Erwartungen sind angesichts der ausgebliebenen Fortschritte in informellen Gesprächen im Vorfeld gering. Auch wir sehen die Chancen für eine GBP-positive Überraschung diese Woche als verschwindend gering an. Politisch durchsetzbar sind Kompromisse, das haben wir immer wieder betont, erst in allerletzter Minute. Und die bricht erst in einigen Monaten an. Bis dahin muss das Pfund gegen heftigen Gegenwind ankämpfen: Die Daten aus Mai legen nicht nur nahe, dass die Wirtschaft nach dem Corona-Schock nur vergleichsweise langsam wieder Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig ist die Verschuldung auf über 100% des BIPs gestiegen und richtet den Fokus auf die Problematik des britischen Zwillingsdefizits: Das Vereinigte Königreich muss internationalen Investoren attraktive Renditemöglichkeiten bieten, um eine Finanzierung des Haushalts- und Leistungsdefizits längerfristig sicherzustellen. Wie es diese angesichts des Doppelschlags aus Corona-Krise und Brexit-Unsicherheit glaubhaft machen soll, ist uns ein Rätsel. Wir bleiben daher mit Blick auf das Pfund skeptisch. GBP-Rallyes wie die gestrige sind unserer Meinung nach daher nicht nachhaltig.

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