Währung

Devisenmarkt: Der Euro zieht den Kürzeren

Der Euro zieht den Kürzeren

Der uneinheitliche Wochenstart am Devisenmarkt zeigt, dass sich der Markt nach wie vor schwer tut, die aktuellen Risiken – seien sie wirtschaftlicher oder politischer Natur – zu bewerten. Es ist lange nicht sicher, ob US-Präsident Biden seine ambitionierten Pläne eines Fiskalpakets von 1.900 Mrd. USD durch den Kongress bringen kann, denn selbst in den eigenen Reihen schrecken Abgeordnete vor dieser Summe zurück. Deshalb fällt es dem Markt schwer, unbeschwert US Dollar zu kaufen. Der Euro ist aber auch keine richtige Alternative. Hier sieht es aktuell noch etwas düsterer aus. Denn die Impfkampagnen laufen sehr schleppend, weshalb die Lockdowns verlängert und teilweise sogar verschärft werden. Gleichzeitig enttäuschten die Einzelhandelsumsätze aus Deutschland für Dezember gestern massiv und geben einen Vorgeschmack darauf, wie der Dienstleistungssektor unter den aktuellen Lockdowns in Europa leidet, was sich in den entsprechenden Einkaufsmanagerindizes im Wochenverlauf widerspiegeln wird. Heute stehen zudem die erste Schätzung des BIP der Eurozone für das vierte Quartal auf der Agenda, welches wohl mit einem deutlichen Minus aufwarten wird. Allein beim Blick auf die Konjunkturdaten dürfte der Euro diese Woche wohl den Kürzeren ziehen, weshalb ich nicht ausschließe, dass wir im Wochenverlauf in EUR-USD in Richtung 1,20 absacken können.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Ein cleverer Schachzug der RBA

Auf ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr behielt die Reserve Bank of Australia (RBA) ihre Geldpolitik fast unverändert bei, allerdings legte sie ein neues Anleihenkaufprogramm für 100 Mrd. AUD (5 Mrd. AUD pro Woche) auf, das nach dem Ende des jetzigen Programms greifen wird. Das zeigt: sie wird so lange expansiv bleiben, wie es geht. Sie versucht damit außerdem, eine mögliche Taper-Diskussion zeitlich nach hinten zu verschieben.

Bislang hat die australische Wirtschaft von der zügigen Erholung im asiatischen Raum und den damit einhergehenden Preissteigerungen bei den Rohstoffen, die Australien exportiert (unter anderem Eisenerz), profitiert. Die jüngsten regionalen Lockdowns wie in Sydney oder Perth dürften nur wenig auf die Wirtschaftsleistung des Landes gedrückt haben. Der Arbeitsmarkt hat sich zusehends erholt, die Beschäftigung ist gestiegen und die Arbeitslosenquote gefallen. Der Immobilienmarkt hat sich ebenfalls wieder erholt und gerade in den großen Städten und deren näheren Umgebung ziehen die Preise unter anderem auch aufgrund des niedrigen Zinsniveaus wieder an. Mittelfristig dürfte die RBA dies als ein Risiko einschätzen. Der besseren wirtschaftlichen Entwicklung trägt die RBA in ihrem Statement Rechnung, weist aber natürlich auf die kurzfristigen Risiken hin.

Denn es gibt genügend Gründe, weshalb die RBA auf absehbare Zeit erst noch einmal Vorsicht walten lassen wird.

  • Der Streit mit China über den Ursprung der Covid-Pandemie hat dazu geführt, dass China als größter Abnehmer Australiens von Kohle und Kupfer seit Dezember dort nichts mehr gekauft hat. Eisenerz ist zu wichtig für Chinas Stahlproduktion, deshalb hat hier kein “Käuferstreik” stattgefunden (dennoch sieht der Preis derzeit eine Korrektur). Mit über 50% bei Kupfer und über 20% bei Kohle ist China jedoch der größte Abnehmer Australiens, was sich irgendwann zwangsläufig in den australischen Exporten schmerzhaft widerspiegeln wird.
  • Zwar hat sich die Beschäftigung seit dem Einbruch im März letzten Jahres erfreulich entwickelt. Aber wichtige Lohnunterstützungen laufen diesen März aus und könnten den Rückgang in der Arbeitslosenquote ins Stocken geraten lassen.
  • Und schlussendlich tendiert das globale Umfeld angesichts der nur schleppend vorankommenden Impfkampagnen und den damit verbundenen Risiken für die Wirtschaft eher zu mehr als zu weniger expansiver Geldpolitik. So bemühte sich schon die US Fed auf ihrer Sitzung letzte Woche, jegliche Spekulation im Hinblick auf ein Zurückfahren der Unterstützung für die Wirtschaft zu unterbinden.

Ihr im November auf ein halbes Jahr angelegtes 100 Mrd. Anleihekaufprogramm hatte die RBA Ende Januar zur Hälfte durchgezogen, weshalb sie jetzt schon entschied, dass sich im April nahtlos ein neues über 100 Mrd. (5 Mrd. pro Woche) anschließen wird. Sie wollte hierfür nicht auf die Sitzung im März warten und sich möglicherweise zusehends besseren Konjunkturdaten gegenübersehen, die eine Taper-Diskussion hätten entfachen können. So hat sich die RBA mit der Neuauflage des Kaufprogramms etwas Zeit erkauft. Denn als eine der ersten Zentralbanken den Expansionsgrad zurückzufahren würde wohl zwangsläufig zu einer Aufwertung der Währung führen, die zu einem Bremsklotz der wirtschaftlichen Erholung und der Inflationsentwicklung zurück ins Zielband werden könnte. Bis dahin müsste die Erholung auf soliden Füßen stehen und die Inflation nachhaltig anziehen, um eine Aufwertung der Währung wegstecken zu können. Gegen Herbst mag das der Fall sein, für März/April wäre es noch zu früh gewesen.

Meines Erachtens ein recht cleverer Schachzug der RBA. Sie versucht, eine Taper-Diskussion zeitlich nach hinten zu schieben. Gleichzeitig verspricht sie jetzt auch dass der Leitzins frühestens 2024 wieder angehoben werden wird. Aber das Kaufprogramm kann natürlich vorher auslaufen, sollte es angesichts der wirtschaftlichen Erholung angemessen sein. Ob es die RBA mit diesem Schachzug geschafft hat, den Aufwärtstrend des AUD mittelfristig zu stoppen, wage ich zu bezweifeln. Aber sie hat den Fokus des Markts erst einmal von der Taper-Frage genommen und dem AUD damit auf kurze Sicht etwas Luft verschafft. Gut gemacht!

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Die schwedische Krone bleibt nicht verschont

So ganz bleibt die schwedische Krone eben doch nicht von der Pandemie und deren Auswirkungen verschont. Lange Zeit sah es so aus, als wäre die SEK völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen in der Welt, denn sie stieg munter weiter, sodass EUR-SEK zu Jahresbeginn fast auf 10,0 fiel. Zumindest zum Teil wird sie jetzt von der Realität eingeholt. Zwar sehen wir nach wie vor Gründe, warum die SEK mittelfristig gegenüber dem Euro aufwerten sollte, aber wir hatten immer wieder davor gewarnt, dass bereits viel Positives eingepreist ist und deshalb immer wieder Rücksetzer bzw. Korrekturen möglich sind, vor allem in Zeiten steigender Unsicherheit. Ging die schwedische Regierung in der ersten Covid-Welle noch recht lax mit den Risiken um, herrschen mittlerweile angesichts der hohen Infektionszahlen in der zweiten Welle auch in Schweden Einschränkungen, die allerdings noch nicht in der vollen möglichen gesetzlichen Härte eingesetzt werden. Das verarbeitende Gewerbe brummt nach wie vor, wie der Einkaufsmanagerindex signalisiert, auch wenn er sich im Februar von seinen Hochs wieder entfernt hat. Die Wirtschaft hat sich dementsprechend zwar im Vergleich zu anderen Ländern noch gut gehalten. Dennoch enttäuschte die erste Schätzung des BIP für das vierte Quartal gestern mit “nur” +0,5% ggü. Vq. Die Vorjahresrate enttäuschte die Markterwartungen ebenfalls mit -2,6%.

Die Unsicherheitswelle am Markt aufgrund der nur schleppend vorankommenden Impfungen holt eben auch die schwedische Wirtschaft und die SEK ein. Dazu kommt, dass der Markt vor dem Hintergrund der europaweiten Lockdowns nicht ausschließt, dass in Schweden der Leitzins noch einmal gesenkt werden und damit ins Negative fallen könnte – vor allem im Hinblick auf die Zinssitzung der Riksbank nächste Woche. Ratsmitglieder Per Jansson und Cecilia Skingsley wollen negative Zinsen nicht ausschließen, aber die Hürde hierfür dürfte im Notenbankrat hoch sein. Die Riksbank dürfte wie viele andere Zentralbanken eher auf Liquiditätsprogramme als auf Zinssenkungen setzen, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Das Anleihekaufprogramm hat sie bereits bis zum Jahresende verlängert und die Finanzministerin Magdalena Andersson hat zusätzliche finanzielle Hilfen für Unternehmen in Aussicht gestellt, sollten die Einschränkungen ausgeweitet und verschärft werden. Weshalb ich davon ausgehe, dass die Riksbank auf ihrer Sitzung nächste Woche zwar auf die kurzfristigen Abwärtsrisiken für die Wirtschaft hinweisen, aber den Leitzins nicht senken wird. Damit könnte die SEK dann wieder langsam gegenüber dem Euro etwas an Boden gut machen.

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