Währung

Devisenmarkt: Der Ball ist ins Rollen gebracht

Dollar-Reputation dauerhaft angekratzt

Mit dem sich stabilisierenden Infektionsgeschehen in den USA schien sich auch der Dollar kurz fangen zu können. Gestern setzte die US-Währung dann aber doch ihren Abwärtstrend fort und EUR-USD touchierte die 1,18-Marke. Dennoch würde ich davon ausgehen, dass sich die US-Währung etwas erholen kann, sobald die Ansteckungsraten in den USA beginnen zu fallen. Allerdings befürchte ich, dass die Reputation des Greenbacks in den letzten Wochen mittlerweile so stark Schaden genommen hat, dass sein Aufwertungspotenzial begrenzt ist. So hat der Ausbruch der zweiten Viruswelle nicht nur Zweifel an einer schnellen US-Konjunkturerholung aufkommen lassen, wie auch Fed Chair Jay Powell gestern durchklingen ließ, sondern mittlerweile scheinen die Sorgen der Investoren noch viel tiefer zu gehen. Beispielsweise werden schon wieder Stimmen laut, die den Status des US-Dollars als Weltleitwährung in Gefahr sehen. Gut, die jüngsten Schlagzeilen über den Bericht eines großen US-amerikanischen Investmentbankhauses waren vielleicht etwas irreführend. Tatsächlich sprechen die Analysten mehr über Inflationsgefahren als Erklärung für eine steigende Goldnachfrage und weniger darüber, warum der US-Dollar deshalb seinen Status als Weltleitwährung verliert. Nur weil alle Gold kaufen, heißt das ja noch lange nicht, dass sie demnächst auch damit bezahlen werden. Als Weltleitwährung muss man eben doch mehr als die Wertaufbewahrungsfunktion erfüllen. Dennoch, was das Weltleitwährungs-Thema grundsätzlich anbelangt, scheint mir der Ball ins Rollen gebracht zu sein.

Und ich gebe zu, dass auch ich in jüngster Zeit öfter in das Horn des erodierenden Dollar-Status geblasen habe. Allerdings rühren meine Sorgen um die US-Währung in erster Linie aus dem Konflikt zwischen den USA und China und weniger aus Inflationsrisiken, die für den Markt momentan ohnehin kein Thema sind. Und ich sehe auch nicht Gold als den potenziellen Gewinner, sondern wenn überhaupt den Euro. Meine Befürchtung ist, dass sich insbesondere Unternehmen aus Angst vor US-Wirtschaftssanktionen zunehmend vom US-Dollar abwenden, oder sich gar gänzlich aus dem US-Markt zurückziehen. Letzteres gilt vor allem für chinesische Unternehmen.

Es gibt weiteren Grund zur Sorge: Die Finanzierbarkeit des sogenannten „Zwillingsdefizits“ der USA könnte, ähnlich wie in den frühen 2000er Jahren, zum Thema und damit zur Belastung für den Dollar werden. Denn durch die Coronakrise gesellt sich zu dem erheblichen Leistungsbilanzdefizit der USA nun auch noch ein massives Haushaltsdefizit. Nicht zuletzt aufgrund des Status des US-Dollars als Weltleitwährung hatten die USA bislang kein Problem, Kreditgeber im Rest der Welt zu finden. Wer war bislang ein besonders zuverlässiger Finanzier der US-Schulden? Richtig, China! Ich rede hier aber nicht davon, dass die chinesische Notenbank beginnen könnte, ihre US-Treasuries als Strafmaßnahme gegen die USA zu verkaufen, sondern vielmehr von einem ganz natürlichem Exit chinesischer Investoren, der von einer graduellen Trennung der beiden Volkswirtschaften angetrieben wird.

Nun ist es keinesfalls unsere Annahme, dass der Dollar in absehbarer Zeit seinen Status als Weltleitwährung verliert. Aber die Coronakrise und der anhaltende US-chinesische Konflikt haben zweifellos genügend Zweifel gesät, die eine erhöhte Risikoprämie auf den Dollar rechtfertigen.

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Sorge um den starken Yen

Auch USD-JPY konnte sich der allgemeinen USD-Schwäche nicht entziehen. Doch der Abwärtsrutsch in dem Wechselkurs ist alles andere als willkommen, wie ein Vertreter des Finanzministeriums Japans nun signalisierte. Er führte darüber hinaus an, dass Maßnahmen zu einer Eindämmung der Yen-Stärke, sollte sie sich fortsetzen, in Erwägung gezogen werden könnten. Allerdings ließ er offen, welche Maßnahmen dies konkret sein könnten. Angesichts der Tatsache, dass auf geldpolitischer Seite das Pulver so ziemlich verschossen ist, zumindest was die Zinsen und QE anbelangt, ist es schwer vorstellbar, was die japanische Führung effektiv gegen eine weitere Yen-Stärke machen könnte. Klar, theoretisch Devisenmarktinterventionen à la SNB, aber eben nur theoretisch, und nicht praktisch. Zumindest nicht ohne die Zustimmung der G20, die sich gegen Wechselkursmanipulation ausgeprochen hatten. Ich sehe insofern weiterhin erhebliches Abwärtspotential in USD-JPY.

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