Währung

Devisenmarkt: Da kommt was auf uns zu

Prognoseänderung EUR-USD

Auf den ersten Blick klangen die gestrigen Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde gar nicht so EUR-negativ. Die gegenwärtigen EUR-Wechselkursniveaus sind für sie kein Grund zur Besorgnis, sie wären (neben aller Corona-Unsicherheit) nicht ein “treibender Faktor” für die Sorgen der EZB und für die für Dezember angekündigte Rekalibrierung der EZB-Instrumente. Dennoch, unsere EZB-Experten schließen aus der Tatsache, dass die EZB für Dezember die Erwartung einer starken EZB-Bazooka hochgeschraubt hat, dass dann die EZB unabhängig vom Wechselkursmotiv den Einlagensatz um 10 Basispunkte auf -0,6% senkt.

Wird das dem Euro wesentlich schaden? Schließlich sind 10 Basispunkte mehr oder weniger Carry kaum relevant für die Wechselkurse, wenigstens verglichen mit all den anderen Risiken: US-Wahl und ihre Folgen, zweite Corona-Welle etc. Ich glaube, dass solch eine Zinssenkung allerdings das Potenzial für sichtbare EUR-Schwächung hat. Denn sie zwingt all diejenigen zur Kapitulation, die bisher aus der Tatsache, dass die EZB im Frühjahr nicht die Zinsen senkte, ableiten, dass Europas Währungshüter die -0,5% als die effektive Zinsuntergrenze betrachten. Dann könnten viele die Frage stellen, ob die EZB die Zinsen nicht noch viel weiter senken könnte. Eine EZB-Zinssenkung hat daher das Potenzial, die Zinserwartungen des “durchschnittlichen Marktteilnehmers” (kurz: die eingepreisten Zinssenkungen) nochmal nach unten zu drücken. Sie wirkt daher über ihr aktuelles Ausmaß hinaus.

Im schlimmsten Fall ändert solch eine Zinssenkung das grundlegende Bild vom Unterschied zwischen EZB-Geldpolitik und Fed-Geldpolitik im FX-relevanten Bereich. Mit der Neuausrichtung der Fed-Geldpolitik konnte man vermuten, dass Fed- und EZB-Zinspolitik sich nicht mehr wesentlich unterscheiden. Beide würden selbst in günstigem konjunkturellem Umfeld ihre Zinsen nicht erhöhen. Bei ähnlicher Zinspolitik ist aber auch die USD-Stärke, die wir seit 2015 beobachten (als eine Normalisierung der Fed-Geldpolitik absehbar wurde) nicht mehr zu rechtfertigen. Auf dieser Logik dürfte die EUR-USD-Erholung, die wir seit dem Frühjahr sahen, basieren. Die ist wieder “at risk”, wenn viele erwarten, dass es für die EZB (im Gegensatz zur Fed) keine Zinsuntergrenze gibt.

Bitte betrachten Sie es als meinen Optimismus, dass ich die EUR-USD-Prognose für’s Jahresende 2020 “nur” auf 1,15 gesenkt habe. Dieser Optimismus basiert auf der Hoffnung, dass nicht allzuviele Marktteilnehmer aus einer weiteren Zinssenkung schließen, für die EZB gäb’s überhaupt keine Zinsuntergrenze. Ich glaube halt an das Gute im Menschen, auch in FX-Händlern und Notenbankern. Weil ich lieber naiv als zynisch bin.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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SB2EM3CallEUR/USDHebel: 7,6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Hürde für negative Zinsen in Kanada bleibt hoch

Auch im Zusammenhang mit anderen Zentralbanken wird die Frage negativer Zinsen immer wieder aufgeworfen, nachdem viele Notenbanken im Zuge der Corona-Pandemie ihre Leitzinsen auf nahe Null gesenkt haben. So hatte der Chef der Bank of Canada (BoC) Tiff Macklem vor einigen Wochen in einer Rede gesagt, dass negative Zinsen zum Instrumentenkasten der Notenbank gehören und damit Spekulationen angefacht, ob unter Macklem, der seit Juni im Amt ist, negative Zinsen in Kanada wahrscheinlicher geworden sind. Auf der Zinssitzung am Mittwoch nahm Macklem derartigen Spekulationen allerdings den Wind aus den Segeln, indem er den aktuellen Leitzins von 0,25% als effektive Untergrenze bezeichnete. Natürlich können negative Zinsen nicht vollkommen ausgeschlossen werden, insbesondere wenn sich die Corona-Situation in Kanada ebenfalls dramatisch verschlechtern sollte. Die Bank of Canada betonte zwar die Risiken, die von der Pandemie ausgehen, geht allerdings noch davon aus, dass es lediglich lokale Corona-Restriktionen geben wird und keine landesweiten weitreichenden Beschränkungen. Da allerdings auch in Kanada die Infektionszahlen zuletzt gestiegen sind, könnte sich diese Sichtweise als zu optimistisch erweisen. Negative Zinsen dürften in Kanada nicht vom Tisch sein. Gepaart mit der getrübten Risikostimmung und den niedrigen Ölpreisen dürfte der CAD unter Abwertungsdruck bleiben.

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CJ4VEACallEUR/CADHebel: 7,9
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CNY: Die Taktik der Zentralbank

Nach landläufiger Meinung wird 6,70 einen USD-CNY-Kurs darstellen, auf den Märkte und Politiker achten. Allerdings wurde diese Marke heute Morgen erneut durchbrochen. Das zeigt den Verkaufsdruck auf USD-CNY, der derzeit insbesondere von Exporteuren ausgeht. Indes berichten Medien, dass einige staatliche Banken am Kassamarkt Dollar erwerben, diese jedoch später in Terminpositionen umschichten. Das könnte helfen, den Aufwertungsdruck auf den CNY zu lindern, und spiegelt letztlich die Absicht der Zentralbank wider. Nach meiner Einschätzung wird dieses Hin und Her so lange weitergehen, bis sich ein neuer Katalysator abzeichnet. Folglich könnte der Kampf um 6,70 eine Weile anhalten. Sicher: Die Politik will eine einseitige Marktreaktion verhindern und zudem ihr Pulver erstmal trocken halten. Mit anderen Worten wollen die chinesischen Währungshüter nicht umfassend intervenieren. Dementsprechend ist mit weiteren Manövern zu rechnen, um Unternehmen dazu zu bringen, Dollar-Verbindlichkeiten (d.h. Importeure und Dollar-Schuldner) abzusichern.

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CU97XBCallUSD/CNHHebel: 8,5
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