Währung

Devisenmärkte: Sicher ist , dass nichts sicher ist

Sicher ist, dass nichts sicher ist

Es sind wirklich merkwürdige Zeiten. Ich habe den Eindruck, das einzige, was ich sicher weiß, ist, dass ich nichts sicher weiß. Überall lauern Unsicherheiten, die sich in den nächsten Wochen entfalten können.

  • Der Wahlsausgang in den USA ist trotz der Umfragen zugunsten Jo Bidens nicht zu hundert Prozent sicher. Außerdem bleibt die Frage, ob der derzeitige Amtsinhaber ein für ihn ungünstiges Ergebnis, vor allem, wenn es knapp ausfallen sollte, akzeptieren wird.
  • Die Verhandlungen zu einem weiteren Fiskalpaket in den USA gehen weiter, fast täglich gibt es neue Meldungen hierzu. Mal scheint eine Einigung näherzurücken, dann wieder nicht. Auch die Höhe des Pakets ist umstritten. Aber selbst, wenn es eine Einigung gibt, ist unwahrscheinlich, dass das Paket vor der Wahl im Kongress verabschiedet wird.
  • Selbst, wenn doch noch ein Paket auf die Schnelle verabschiedet werden sollte, ist unklar, wie es auf den Devisenmarkt wirkt: vermutlich würde der Markt das positiv für die Wirtschaftsaussichten auffassen und den Dollar aufwerten lassen. Möglicherweise machen sich aber auch allmählich Sorgen über das zukünftig ausufernde Haushaltsdefizit in den USA breit, die den Dollar belasten könnten.
  • Der Euro profitierte im Sommer von der Einigung zum Wiederaufbaufonds. Allerdings werden der EU-Haushalt und die Bedingungen, an die die Gelder geknüpft sein sollen, derzeit kontrovers in Brüssel diskutiert. Um wie geplant am 1. Januar einsatzbereit zu sein, müssen alle Parlamente der EU-Staaten und das EU-Parlament dem Fonds zustimmen. Zeichnet sich ab, dass es aufgrund des Streits um die Modalitäten zu Verzögerungen beim Fonds kommen kann, würde das zu Unsicherheit führen und den Euro belasten.
  • Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen in vielen Teilen der Welt und des langen, holprigen Wegs in Richtung Impfung ist unklar, inwieweit die zweite Welle verschiedene Wirtschaftsräume treffen und die Erholung stoppen wird, sodass möglicherweise erneute Aktionen vonseiten der Geldpolitik erforderlich sind.
  • Schlussendlich ist da noch das Thema Brexit. Eigentlich sollte bis Donnerstag zum EU-Gipfel eine Einigung vorliegen. Das ist aber nicht sicher. Ein umfassendes Abkommen ist sowieso in der Kürze der Zeit unwahrscheinlich. Aber selbst, wenn doch bis Donnerstag einige Teilabkommen zu den wichtigsten Sektoren getroffen würden und der Markt das in einer initialen Reaktion positiv für das Pfund auffassen würde, bliebe erst noch die Frage zu klären, welche Bereiche genau abgedeckt werden und was sie für die britische Wirtschaft bedeuten würden. Hier würde erst einmal Unklarheit herrschen. Es ist außerdem durchaus möglich, dass bis Donnerstag gar nichts vorliegt und beide Seiten über den 15. Oktober hinaus weiter verhandeln. Dann herrschte wieder größere Unsicherheit, ob es nicht letzten Endes doch zum Worst Case, dem Austritt ohne Abkommen, kommen könnte. Zumindest die Bank of England fragt schon einmal bei den heimischen Finanzinstituten nach, inwiefern sie von Negativzinsen belastet würden.

Dass der Devisenmarkt trotz all dieser Unwägbarkeiten noch relativ entspannt ist, wie die G10-Volatilitäten zeigen, verwundert mich. Ich sehe genügend Gründe, zumindest bis zum Jahresende noch die Seite abzusichern, die am stärksten weh tun kann, sei es in EUR-USD oder in EUR-GBP.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CHF: Das Leben ist leichter

Zumindest für die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist dank der relativen Entspanntheit des Markts das Leben etwas leichter geworden. Da EUR-CHF in den letzten Wochen stabil geblieben ist, musste sie vergleichsweise wenig oder gar nicht intervenieren. Die Sichteinlagen der heimischen Banken bei der SNB sind entsprechen kaum noch gestiegen. Ihre glaubwürdige Geldpolitik trug hierzu sicherlich bei. Aber die SNB wird trotzdem in Habachtstellung bleiben, schließlich kennt auch sie die Unwägbarkeiten, die in den nächsten Wochen bis zum Jahresende drohen, und EUR-CHF krabbelt schon wieder in Richtung 1,07. Insbesondere ein harter Brexit oder Probleme beim EU-Wiederaufbaufonds könnten schnell wieder zu einer Flucht in den Franken führen. In diesem Fall ist sicherlich wieder mit verstärkten Interventionen am Devisenmarkt zu rechnen.

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SEK: Auf die Erwartungen kommt es an

Zumindest in einem Punkt sind die schwedischen Inflationszahlen heute interessant: enttäuschen sie deutlich auf der Unterseite, wird der Markt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung einpreisen. Dann würde die SEK einige ihrer Gewinne, die sie seit Ende September gesehen hat, wieder abgeben müssen, sodass EUR-SEK wieder in Richtung 10,45 steigen würde. Die Riksbank wird aber nicht nur auf die Inflationszahlen achten, sondern in erster Linie auf die Inflationserwartungen. Beginnen diese wieder nach unten zu drehen, könnte sie die Zinsen wieder in Negative senken. Insofern wären für mich die Inflationserwartungen auch der entscheidende Faktor, auf den die SEK reagieren sollte. Abgesehen davon bleibt die allgemeine Marktstimmung weiterhin ein großer Einflussfaktor auf die Krone.

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CNY: Geteilte Märkte

Seit die chinesische Zentralbank (PBoC) keine Mindestreserven mehr für USD-Käufe am Derivatemarkt verlangt, ist der Markt geteilter Meinung. Viele Beobachter argumentieren, dass geänderte Auflagen für Devisenreserven in der Vergangenheit kaum Auswirkungen auf den kurzfristigen Trend hatten. Falls man sich nach den Erfahrungen der Vergangenheit richten kann, könnte die neue Vorschrift das starke CNY-Momentum etwas verlangsamen, sie wird jedoch den seit Mai bestehenden CNY-Aufwertungstrend nicht ändern. Andererseits weisen einige andere Analysten auch darauf hin, dass die PBoC bereits eine klare geldpolitische Ausrichtung demonstriert hat, die zeigt, dass der CNY schon jetzt zu stark war. Dieser Logik folgend wird USD-CNY wohl allmählich eine Bodenbildung durchlaufen, was bedeutet, dass USD-CNY größeren Aufwärtsrisiken ausgesetzt ist. Leider müssen wir nun abwarten, welche Seite recht behält. Ich ziehe allerdings eine Währungsanalyse aus fundamentaler Sicht vor: Meines Erachtens hätte die USD-Schwäche zwar eine Verbesserung des CNY-Ausblicks bewirken können. Sie reicht aber für eine fundamentale Änderung der CNY-Perspektiven nicht aus. Insgesamt schätze ich den CNY nicht positiv ein.

Nebenbei bemerkt deuten die chinesischen Handelsdaten für September an, dass sich eine ordentliche Erholung fortsetzt. Auffallend war der Anstieg der chinesischen Importe um 13,2% zum Vorjahr, der den Marktkonsens von 0,4% deutlich übertraf. Dadurch lag der chinesische Handelsbilanzüberschuss wesentlich unter den Erwartungen.

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