Währung

Devisenmärkte: Die Rückkehr der Tapering-Angst

Kleiner Aufreger oder Beginn eines neuen Tantrums?

Die Achterbahnfahrt am Rentenmarkt setzt sich fort, wobei die Tendenz klar ist: Es geht weiter nach oben. Die Rendite auf 10jährige US-Staatsanleihen stieg gestern zwischenzeitlich bis auf 1,6% und auch kürzere Laufzeiten ziehen an. Sprich: Marktteilnehmer ziehen implizit ihre Erwartungen für eine Fed-Zinserhöhung nach vorne, was Emerging Markets Währungen (insbesondere ZAR, TRY und MXN) gestern auf Talfahrt schickte. Kommt Ihnen diese Dynamik bekannt vor? Richtig, sie beschreibt genau die Dynamik des Taper Tantrums von 2013.

Meine Kollegen haben in den letzten Tagen ausführlich erklärt, was das für den Devisenmarkt bedeuten kann (EM-FX-Schwäche) oder eben gerade nicht (keine zwangsläufig ausufernde Volatilität oder USD-Stärke). Bemerkenswert an den gestrigen Ausschlägen war, dass sie kamen, nachdem Fed Chair Jay Powell sich diese Woche sehr bemüht hatte, die Finanzmärkte zu beruhigen, dass jegliche Diskussion über eine Straffung der Geldpolitik verfrüht sei und die Fed vorerst unverändert expansiv bleiben wird. Offensichtlich glaubt der Markt Powell nicht so ganz und nichts ist für eine Zentralbank gefährlicher als der Verlust ihrer Glaubwürdigkeit.

Die Dynamik muss sich nicht verselbstständigen. Die Fed könnte ihrer Forward Guidance einer langfristig lockeren Geldpolitik Nachdruck verleihen, die Märkte könnten sich wieder beruhigen. Doch die gestrigen Bewegungen waren ein Warnschuss an die Zentralbanken weltweit, dass Forward Guidance (also Versprechungen über den zukünftigen Pfad der Geldpolitik) kein Allheilmittel ist, insbesondere wenn die konjunkturellen Entwicklungen nicht (mehr) so richtig dazu zu passen scheinen.

Inflation zum Wochenende noch einmal im USD-Fokus

Inflation war das Thema der Woche an den Finanzmärkten und Haupttreiber der Turbulenzen am Rentenmarkt. Da ist es nur passend, dass heute in den USA erneut Preisdaten im Fokus stehen, zumal unsere Volkswirte für den Deflator der persönlichen Konsumausgaben (personal consumption expenditures, PCE), dem von der Fed präferierten Inflationsmaß, eine Überraschung auf der Oberseite erwarten (+0,3% ggü. Vm. statt der vom Konsens erwarteten +0,1% für die Kernrate). Das dürfte für den USD-Wechselkurs zum Wochenende durchaus noch einmal relevant werden. Denn eine entsprechende Aufwärtsüberraschung könnte im aktuellen Marktumfeld Inflationssorgen befeuern, obwohl sie in den Augen unserer Experten auf Sonderfaktoren zurückzuführen sein dürfte und damit keineswegs als Beginn eines Trends zu einer höheren Preisdynamik zu verstehen wären.

Damit ständen die heutigen PCE-Daten genau für die Dynamik, die Fed-Gouverneur Jay Powell in den letzten Tagen beschrieben hat: im Zuge der konjunkturellen Erholung wird die Inflation in den kommenden Monaten anziehen, doch die Fed erwartet eben keine dauerhaft höhere Inflationsdynamik, sondern geht vielmehr davon aus, dass die Inflation ihr 2%-Ziel vorerst nicht dauerhaft überschreiten wird, wenn der post-Corona-Sondereffekt wieder aus dem Vorjahresvergleich herausfällt.

Das Risiko aus Devisenmarktsicht: eine höhere realisierte Inflation könnte die Inflationserwartungen befeuern. Das wäre tendenziell USD-negativ, wenn die Fed, wie von Powell und seinen Kollegen in den letzten Tagen mehrfach beteuert, das geldpolitische Gaspedal bis auf Weiteres unverändert durchtritt. Besondere Aufmerksamkeit gebührt daher heute auch der Verbrauchervertrauensumfrage der Universität Michigan, die auch die Inflationserwartungen für in einem bzw. in fünf bis zehn Jahren abfragt.

In die heutigen Februar-Daten fließen Antworten ein, die bis Montag abgeliefert wurden, weshalb sie eine sehr aktuelle Einschätzung liefern, ob die Inflationssorgen auf Finanzmarktteilnehmer beschränkt sind oder auch auf Haushaltsebene geteilt werden. Je weiter höhere Inflationserwartungen um sich greifen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf die realisierte Inflation durchschlagen und den Dollar schwächen, wenn die Fed darauf nicht angemessen reagiert.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB96R8CallEUR/USDHebel: 8,1
SB2ESMPutEUR/USDHebel: 8,7
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Baileys Klagen über die EU

Ich kann ja verstehen, dass jemand, der bisher in einer Großfamilie gelebt hat, sich hat scheiden lassen und nun Single ist, sich erstmal eingewöhnen muss in sein neues Leben. Das sei den Briten zugestanden. Aber von einem Bank-of-England-Gouverneur darf man doch bitte ein gewisses Maß an Sachlichkeit erwarten. Gouverneur Andrew Baileys Klagen über Überlegungen der EU, das Clearing-Geschäft Europas auf den Kontinent zu ziehen, bewegen sich freilich bestenfalls im Grenzbereich von Sachlichkeit. Um das klar zu sagen: Würde sich die EU entscheiden, dass europäisches Clearing in Europa stattfinden soll, kann das gut oder schlecht für Europas Finanzmarkt sein. Dazu habe ich keine Meinung. Aber es wäre keine “extraterritoriale” Gesetzgebung, wie Bailey behauptet. “Extraterritorial” ist, wenn sich z.B. US-Behörden in Geschäfte zwischen deutschen und russischen Unternehmen einmischen. Wie die EU die Regulierung ihres heimischen Finanzmarktes gestaltet, das muss ihr schon überlassen sein – unabhängig davon, ob das, was am Ende an Regulierung herauskommt, clever ist.

Für den Devisenmarkt ist diese Posse vorallem deshalb relevant, weil sie erneut deutlich macht, dass es neben Corona und den Impferfolgen der Briten weiterhin die Brexit-Folgen zu beachten gilt, wenn’s um das Pfund geht. Wir kennen alle die endlosen Berichte von Schwierigkeiten im Güterhandel. Von verwelkenden Blumen, verrottendem Fisch etc. Doch mindestens ebenso wichtig ist, dass auch der wirkliche britische Exportschlager – Finanzdienstleistungen – unter dem Brexit leiden dürfte. Noch ist das aufgrund von Übergangsregelungen nicht sichtbar. Und noch ist nicht klar, wie weit das Äquivalenzprinzip der EU reichen wird – welche Rolle sie den Finanzdienstleistern Großbritanniens auf dem Kontinent zubilligt. Aber eines ist klar: Der hochgradig regulierte Finanzmarkt ist besonders heikel. Und daher ist der Zugang der Briten zu diesem EU-Markt auch immer potenziell gefährdet – selbst wenn man sich hier und jetzt auf weitgehende Äquivalenz einigen sollte.

Dass EUR-GBP mittelfristig in den Bereich unter 0,87 gehört, bezweifele ich auch deshalb.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ1JFHCallEUR/GBPHebel: 9,8
CJ4VHGPutEUR/GBPHebel: 10,2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Die RBA wird unzufrieden sein

Die Reserve Bank of Australia (RBA) wird sehr unzufrieden sein, was die derzeitige Entwicklung an den Finanzmärkten anbelangt. Da sich vielerorts die langen Zinsen nicht vom Anstieg der US Renditen abkoppeln können, sind die 3-jährigen australischen Renditen über das erklärte Renditeziel der RBA von 0,1% gestiegen, was die RBA veranlasste, diese Woche zum ersten Mal seit Dezember wieder im Bondmarkt aktiv zu sein. Außerdem erhielt der AUD einen gehörigen Aufwärtsimpuls, AUD-USD touchierte gestern sogar die 0,80-Marke. Das wird der RBA gar nicht schmecken, schließlich könnte der starke AUD die wirtschaftliche Erholung dämpfen.

Was kann die RBA noch tun? Das Anleihekaufprogramm hatte sie im Februar schon bis zum Jahresende verlängert. Sie könnte mit einer Senkung des Leitzinses in den negativen Bereich drohen, aber dies hätte wohl nur kurzfristig eine Signalwirkung auf den AUD, brächte aber gleichzeitig wie in vielen anderen Fällen gehörige Nebenwirkungen mit sich. Mich würde es nicht überraschen, wenn sie am Dienstag das Anleihekaufprogramm aufstockt, ihre Forward Guidance einer noch lange sehr expansiven Geldpolitik zementiert (wie viele Kolleginnen dies tun) und das ganze noch mit Aussagen gegen einen zu festen AUD garniert. Das könnte zumindest für einige Zeit dann die Oberseite im AUD im Bereich von 0,80 deckeln.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CL9E3GCallAUD/USDHebel: 9,4
SD9BDMPutAUD/USDHebel: 9,5
CJ1QH5CallEUR/AUDHebel: 9,4
CL726YPutEUR/AUDHebel: 9,2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CNY: Handelsdeal-Rhetorik

China müsse die Versprechen, die es im Abkommen gemacht habe, umsetzen, so die designierte Handelsbeauftragte der Vereinigten Staaten, Katherine Tai, bei ihrem Confirmation Hearing im US-Senat. Erstmals bestätigten US-Regierungsvertreter damit, dass die Biden-Administration von China erwartet, dem Phase-1-Handelsdeal Taten folgen zu lassen. Zuvor hatten US-Regierungsvertreter, darunter auch Finanzministerin Janet Yellen, immer wieder betont, dass die neue Regierung das Handelsabkommen mit China überprüfen werde. Eine klare Linie blieben sie dabei jedoch schuldig.

Unterdessen räumte Tai ein, dass frühere Regierungsvertreter bereits versucht hätten, in Chinas Wirtschaft strukturelle Veränderungen durchzusetzen, dabei jedoch auf Hindernisse gestoßen seien. Die Biden-Administration müsse alle Optionen ausloten. Auch wenn sie keine besonderen Maßnahmen nannte, mit denen die Biden-Regierung China in die Pflicht nehmen will, wird der Ton gegenüber China allem Anschein nach rau bleiben.

Ein Blick auf den Devisenmarkt: Dort ist die chinesische Währung bereits unter Abwertungsdruck, da die steigenden USD-Zinsen die Attraktivität renditestarker Schwellenländerwährungen verringert haben. Dem CNY könnte eine gewisse weitere Schwäche bevorstehen, sofern die geopolitischen Spannungen wiederaufkeimen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ6YH9CallEUR/CNHHebel: 11,5
CJ4VFXPutEUR/CNHHebel: 14,3
CU97XBCallUSD/CNHHebel: 14,0
CJ4U8TPutUSD/CNHHebel: 11,7
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Technologiewerte im Fokus

Seit dem Corona-Crash 2020 haben sich die Aktienmärkte oft mehr als erholt. Dabei sticht vor allem der Tech-Sektor mit seiner Performance hervor. Hier erfahren Sie, was die Branche antreibt und welche Einzelwerte Sie sich einmal genauer ansehen sollten.