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Devisenmärkte: Die Fragen der Zukunft

Die Fragen der Zukunft

Wie gerne möchten wir in die Zukunft schauen können, um Antworten auf unsere drängendsten Fragen zu erhalten. Antworten zu finden, ist in der Regel das Schwierigste. Aber oft hilft es meines Erachtens schon, die richtigen Fragen zu stellen. Was könnte den Markt in Zukunft beschäftigen? Auch wenn es noch eine Weile bis dahin ist: Ich denke, insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte könnten folgende Fragen Thema werden, sofern die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden wird.

  1. Obwohl es noch keine Anzeichen für nachhaltig steigende Inflationsraten in den großen Industrienationen gibt, könnte zusehends die Frage aufkommen, ob aufgrund des maximalen Schubs der Geld- und Fiskalpolitik in Kombination mit möglichen Aufholeffekten im Konsum die Pandemie nicht letztendlich das “Schockelement” sein könnte, das mittelfristig dazu führt, dass die Länder aus dem jahrelangen Status Quo der “niedrigen Inflation und niedrige Zinsen” (low inflation, low rates) herauskatapultieren könnte. Bereits jetzt favorisieren einige Marktteilnehmer den “Reflation Trade” angesichts steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise. Die Tatsache, dass der Markt teilweise schon darauf setzt, dass einige Zentralbanken eher früher als später ihre expansive Geldpolitik zurückfahren müssen, was wiederum einige Zentralbanken dazu veranlasste, derartigen Spekulationen einen Dämpfer zu verpassen, könnte ein erster Hinweis sein, dass diese Diskussion in absehbarer Zukunft immer ernsthafter aufkommen und für die Märkte die Veröffentlichung von Inflationsraten wieder an Bedeutung gewinnen könnte.
  2. Für die Emerging Markets könnte die Diskussion anders verlaufen. Hier hat die Pandemie aufgrund von Angebotsengpässen oft zu steigenden Inflationsraten geführt, was u.a. die russische Zentralbank dazu veranlasst hat, ihren Zinssenkungszyklus trotz der schwierigen Wirtschaftslage zu beenden. Die essenzielle Frage wird für den Markt dann vermutlich sein: bleiben die Inflationsraten nachhaltig erhöht oder steigen sie im Zuge der weltweiten Erholung womöglich noch weiter, und wie werden die Zentralbanken darauf reagieren? Für die Länder, die schon mit sanierungsbedürftigen Staatsfinanzen und großen Haushaltsdefiziten in die Krise gerutscht sind (wie beispielsweise Brasilien, Rumänien oder Südafrika), könnte der Markt erhöhte Risikoprämien (in Form von höheren Realzinsen) fordern, andernfalls die Währungen abstrafen und damit den Druck auf die Zentralbanken nach steigenden Zinsen zusätzlich erhöhen.

Wie unwägbar die Zukunft ist und wie schwierig Prognosen sind, haben die Ereignisse 2020 gezeigt. Es kann dennoch nicht schaden, gedanklich durchzuspielen, welche Fragen die Märkte beschäftigen könnten, um möglicherweise rechtzeitig Absicherungsstrategien entwickeln zu können. Denn wie Goethe schon sagte: Wer vorsieht, ist Herr des Tags.

Sprühender Optimismus

Obwohl in Bezug auf die Pandemie und auf erste Lockerungen bei den Lockdowns vorsichtiger Optimismus angebracht ist, bleibt der Weg aus der Krise lang und steinig. Für den Markt hingegen scheint die Lage eindeutig: er sprüht geradezu über vor Optimismus. Denn für ihn ist eine hervorragende Mischung für große Zuversicht gegeben: expansive Fiskalpolitik, expansive Geldpolitik, fortschreitende Impfkampagnen.

  • Weltweit feuern die Fiskalpolitiken aus allen Rohren. Nach zahlreichen Programmen im letzten Jahr sind weitere wie aktuell in den USA in der Pipeline. Ende letzter Woche appellierte die neue US Finanzministerin Janet Yellen an ihre G7-Finanzkollegen, jetzt sei die Zeit, zu klotzen (“the time to go big is now”), um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen. Irgendwann wird natürlich die Rechnung präsentiert werden, und gerade für die Länder, deren Staatsfinanzen vor der Pandemie schon sanierungsbedürftig waren, könnte am Ende der Markt nach überstandener Pandemie eine extra Risikoprämie einfordern. Aber zunächst einmal goutiert der Markt die fiskalische Unterstützung für die Wirtschaften weltweit.
  • Die Fiskalpolitik wird durch eine expansive Geldpolitik flankiert. Liquidität ist im Überfluss vorhanden, um über günstige Finanzierungsbedingungen die wirtschaftliche Erholung zu erleichtern. Dieser Zustand wird laut Aussagen zahlreicher Zentralbanken in den kommenden Monaten auch noch anhalten, sodass nach Marktsicht die Wirtschaften vom doppelten Impuls – Fiskal- und Geldpolitik – profitieren sollten.
  • Trotz des teils schwierigen Starts und schleppender Verläufe in vielen Ländern: die Impfkampagnen schreiten allmählich voran, gleichzeitig sinken vielerorts die Inzidenzwerte. Obwohl die Gefahr nicht gebannt ist, dass sich Mutationen weiter verbreiten und die Pandemie noch nicht unter Kontrolle ist, schüren die Impfkampagnen Optimismus am Markt, dass es in absehbarer Zeit zu einer Normalisierung des (wirtschaftlichen) Lebens kommen könnte, möglicherweise mit einem Boom im Konsum, wenn sich die Menschen nach wochen- bzw. monatelangen Einschränkungen wieder “frei” bewegen können und das in der Krise Ersparte in einer Art “Aufholeffekt” ausgeben.

Wenn sich die Wirtschaftsdaten in den kommenden Tagen und Wochen verbessern, wird sich der Markt in seinem Optimismus bestätigt sehen. Das hieße zwar eher, rein in risikoreiche Währungen und Assets. Bei guten US Daten könnte aber durchaus auch der Dollar zulegen, denn sie könnten immer mehr Investoren dazu ermuntern, die Story zu spielen, dass die USA nicht zuletzt dank des neuen Fiskalpakets, das wohl im März verabschiedet wird, am besten aus der Krise kommt. Und dass dort aufgrund steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise die (langen) Zinsen steigen werden (“Reflation Trade”) – sichtbar am Anstieg der 10-jährigen Renditen – und die Fed doch früher als erwartet ihren Expansionsgrad zurückfahren muss. EUR-USD kann in den kommenden Wochen deshalb durchaus noch einmal unter die 1,20-Marke fallen.

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CNY: Berichte zu seltenen Erden

Während der chinesische Inlandsmarkt aufgrund der Feiertage zum Mondneujahr noch geschlossen ist, soll China laut Medienberichten abermals erwägen, die Exporte seltener Erden in die USA mit Kontrollen zu belegen, zumal derartige Rohstoffe für die Rüstungsindustrie unverzichtbar sind. Obschon dies nicht das erste Mal ist, dass seltene Erden im Zuge der Spannungen zwischen den USA und China instrumentalisiert werden könnten, kam diese Nachricht zu einem interessanten Zeitpunkt. US-Präsident Joe Biden wird am Freitag im Rahmen einer virtuellen Sitzung erstmals mit anderen Staats- und Regierungschefs der G-7 zusammenkommen und Themen wie die Corona-Pandemie, die Weltwirtschaft und den Umgang mit China erörtern. Aus dem Weißen Haus hieß es hierzu: „Präsident Biden wird ebenfalls über die Notwendigkeit von Investitionen sprechen, um unsere kollektive Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Außerdem wird er eine Überarbeitung der globalen Regeln anmahnen, um wirtschaftliche Herausforderungen wie im Zusammenhang mit China zu meistern.“ Das Thema USA-China dürfte wieder von sich reden machen, wobei unklar bleibt, wie beide Seiten auf die neue Dynamik reagieren werden. Demgemäß dürfte der Markt vorsichtige Töne anschlagen, wenn die chinesischen Märkte morgen wieder öffnen.

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