Währung

Devisenmärkte: Der Effekt der Tapering-Angst

Der Effekt von Tapering auf Emerging Market Währungen

Mein Chef Ulrich Leuchtmann erklärte gestern, dass die Angst vor einem baldigen Tapering der Fed und damit einhergehend steigenden US-Renditen nicht unbedingt positiv für den US-Dollar sein muss. Dabei verweist er richtigerweise auf den leichten Anstieg von EUR-USD im Jahre 2013 – dem Jahr des ersten Taper Tantrums. Freilich gilt das jedoch nicht für alle USD-Wechselkurse. Zwar konnte die US-Währung damals gegenüber den meisten Währungen der Industrieländer kaum oder gar nicht zulegen, doch aber – und das teilweise sehr deutlich – gegenüber vielen Schwellenländerwährungen. Einige dürften sich daran erinnern, dass in dem Jahr der Begriff der „fragilen Fünf“ geprägt wurde. Gemeint waren damit die fünf Währungen bzw. Volkswirtschaften, die ein Zurückfahren des US-geldpolitischen Expansionsgrads aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von ausländischen Kapitalimporten am schmerzlichsten treffen würde. Die besagten Länder waren Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und die Türkei.

Die offensichtliche Frage ist: Wie stark würde ein Tapering die Schwellenländer dieses Mal treffen? Auch hier lehrt uns die Erfahrung aus 2013: So schlimm wird’s nicht. Die Befürchtungen einiger Marktbeobachter, das Tapering der Fed könnte zu einer ausgewachsenen Krise wie in den 90er Jahren (Peso-Krise, Asienkrise) führen, bewahrheiteten sich damals nicht. Natürlich werteten die Währungen der fragilen Fünf deutlich ab, allerdings setzte kein dauerhafter Abwertungstrend ein. Anfang 2014 konnten sie sogar wieder Boden gegenüber dem US-Dollar gutmachen. Der Druck erhöhte sich erst ab der zweiten Jahreshälfte 2014 wieder, als die Erholung der US-Wirtschaft als hinreichend fortgeschritten angesehen und damit auch eine Erhöhung der US-Leitzinsen wahrscheinlicher wurde.

Zudem sieht die externe Bilanz einiger Länder heute etwas besser aus als es damals der Fall war. Die Leistungsbilanzdefizite sind allgemein geringer, was aber natürlich zum Teil auf die jüngste Krise zurückzuführen ist, die den heimischen Konsum und damit den Bedarf für Importe deutlich gedämpft hat. Doch ein gewisser Teil dürfte auch damit begründet sein, dass die Währungen heute deutlich schwächer notieren und sie somit eine Verbesserung der Leistungsbilanz in den letzten Jahren begünstigt haben.

Das heißt aber natürlich nicht, dass sich nicht andere Gründe finden, die grundsätzlich für eine Abwertung der Währungen der oben genannten Volkswirtschaften sprechen. So hat sich die Haushaltslage natürlich auch in vielen Schwellenländern aufgrund der Pandemie merklich verschlechtert und die Realrenditen drohen in einigen Fällen aufgrund einer anziehenden Inflation deutlich zu fallen. Nur ein geringer Anstieg in den US-Ertragsaussichten könnte für viele Investoren ausreichen, sich aus diesen bereits angeschlagenen Ländern zurückzuziehen.

Kurzfristig dürften jegliche Tapering-Erwartungen wohl aber ohnehin einen Dämpfer erhalten. Es wird allgemein erwartet, dass Fed-Chair Jay Powell in seiner Rede heute vor dem US-Senat noch einmal nachdrücklich darauf hinweisen wird, dass die Notenbank noch weit von ihren Zielen Vollbeschäftigung und Preisstabilität entfernt ist und somit auch ein Zurückfahren des Expansionsgrades nicht in Betracht gezogen wird. In diesem Zusammenhang wäre interessant zu erfahren, wie Powell den jüngsten deutlichen Anstieg der Renditen bewertet. Teilt er die optimistische Sicht seines Kollegen John Williams, Präsident der New York Fed, der in der Entwicklung vor allem einen positiveren Konjunkturausblick des Marktes sieht? Oder deutet er wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde gestern Sorgen bezüglich einer Verschlechterung der Finanzierungskonditionen an, die wiederum die Erholung bremsen könnte? Letzteres wäre ein starkes Signal an den Markt, dass die aktuellen Tapering-Erwartungen überzogen sind.

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BoE dürfte kein Interesse an weiterer Pfund-Aufwertung haben

Der gestern verkündete Plan von Premierminister Boris Johnson, die Corona-bedingten Beschränkungen im UK bis Mitte des Jahres schrittweise aufzuheben, verlieh dem britischen Pfund etwas Auftrieb. Kurzfristig dürfte die britische Währung im G10-Vergleich damit wohl weiterhin die Nase vorn haben. Fraglich ist jedoch, wie viel mehr Aufwertung die Bank of England tolerieren wird. Zuletzt gaben sich die Notenbanker zwar optimistisch bezüglich des Konjunkturausblicks und gaben entsprechend auch der Einführung von Negativzinsen eine Abfuhr, womit sie den Pfund-Bullen eine Freude machten. Doch das muss nicht heißen, dass die Notenbanker bereits an ein Zurückfahren der expansiven Geldpolitik denken. Das Pfund hat seit Mitte Dezember auf handelsgewichteter Basis etwa 5% zugelegt. Das ist noch nicht dramatisch, doch setzt sich die Aufwertung in dem Tempo fort, würde sie zunehmend einen restriktiven Effekt auf die Realwirtschaft entfalten und die Konjunkturerholung ausbremsen. Zumindest von Seiten der BoE würde ich daher nicht auf weitere Unterstützung für das Pfund bauen.

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