Aktie

Devisen: Vorsichtige Töne aus der Bank von England

Vorsichtige Töne aus der Bank von England

Erinnern Sie sich noch daran, dass Andrew Bailey, Gouverneur der Bank von England (BoE), sich erst vor kurzem so extrem falkenhaft angehört hatte, dass der Markt einen Zinsschritt der BoE Anfang November als nahezu sicheres Ereignis angesehen hatte?

Wie wir alle wissen, kam’s anders; die BoE hat den Leitzins nicht erhöht. Das war schädlich für das Pfund. Weil eine kleine, aber nicht unmögliche Wahrscheinlichkeit dafür bestand, dass es nichts wird mit dem schnellen Liftoff (der ersten Zinserhöhung) der BoE. Vorallem aber, weil die Unfähigkeit von Bailey und seinen BoE-Kollegen, dem Markt verlässliche Signale zu geben, negativ für das Pfund ist. Also eher ein Pfund-negativer Faktor zweiter Ordnung, wenn Sie so wollen.

Mittlerweile scheint das entfernte Risiko, dass es auch im Dezember mit dem Liftoff nichts wird, nicht mehr so entfernt zu sein, wie es unmittelbar nach der BoE-Entscheidung noch schien. Bailey selbst und andere BoE-Offizielle klingen weitaus vorsichtiger als vor der November-Entscheidung. Ein Liftoff am 16. Dezember (dem Termin der nächsten MPC-Sitzung) scheint bestenfalls eine 50-50-Chance zu haben.

In Großbritannien sind’s nicht die massiv steigenden Corona-Fallzahlen, die in Teilen des europäischen Kontinents zu beobachten sind. Vielmehr scheint in der BoE die Erkenntnis zu wachsen, dass ihre Geldpolitik nichts an den inflationstreibenden Angebotsengpässen ausrichten kann, dass sie also lediglich darauf fokussiert sein muss, Zweitrundeneffekte der derzeitigen Inflation (CPI +4,2% gegenüber dem Vorjahr im Oktober) zu bekämpfen. Und dazu mag es ausreichen, der Öffentlichkeit glaubhaft zu vermitteln, dass die BoE im Fall der Fälle dazu bereit wäre.

Eine Zentralbank, die hinreichend glaubhafte Signale senden kann, könnte allein verbal die Inflationserwartungen im Zaum halten und Zweitrundeneffekte unterbinden. Weil das zeigt die Erfahrung auch der derzeitigen Inflationsepisode Inflationserwartungen ein wesentlicher Faktor dafür sind, wie stark Inflationstreiber auf die aktuelle Preisentwicklung durchschlagen. Die BoE bräuchte also lediglich die Lufthoheit über die Inflationserwartungen. Dann wären Zinserhöhungen in realwirtschaftlich fragiler Lage gar nicht nötig.

Allerdings: Gerade, weil die BoE mit ihrer Zinsentscheidung von Anfang November den Eindruck hinterlassen hat, dass auf ihre Worte wenig Verlass ist, sind Zweifel angebracht, ob sie hinreichend gut die Erwartungen der Märkte und der Öffentlichkeit steuern kann.

Noch hält sich das Pfund überraschend gut gegenüber dem Dollar, kann gegenüber dem Euro sogar seit Freitagmorgen leicht zulegen. Verständlich, denn man hat ja schon das Gefühl, dass die BoE quasi mit den Hufen scharrt und bei erster Gelegenheit gerne den Liftoff wagen möchte.

Zumindest gegenüber der ostentativ auf Abwarten setzenden EZB ist also weiterhin ein deutlicher Unterschied erkennbar. Dennoch, wenn’s wirklich mit dem Liftoff auch am 16. Dezember nichts wird, dürfte das Pfund weiteres Korrekturpotenzial haben, befürchte ich.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD34P9CallEUR/GBPHebel: 6,4
CJ4VHMPutEUR/GBPHebel: 6,4
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Wie schnell tapert die Fed?

Etliche Fed-Offizielle, insbesondere auch Vize-Chair Richard Clarida, hörten sich in den letzen Tagen danach an, als habe es die Fed besonders eilig, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Es sei angemessen, im Dezember-FOMC-Meeting nochmal über die Tapering-Geschwindigkeit zu reden, wird Clarida zitiert.

Zur Erinnerung: Schon bisher hatten die US-Notenbanker eine ziemlich ambitionierte Tapering-Geschwindigkeit angedeutet: Im Sommer wollten sie die Wertpapier-Käufe beendet haben. Wenn sie es jetzt noch eiliger haben, dürfte das darauf hindeuten, dass sie ganz besonders rasch auch den Leitzins-Zielkorridor anheben wollen. Dazu müssen (wenn nicht ganz seltsame Umstände eintreten) die Wertpapierkäufe beendet sein.

Wenn’s nun dringender erscheint mit dem Tapering, liegt nahe, daraus abzulesen, dass der Greenback nicht allzu spät in 2022 wieder einen positiven Carry anzubieten hat. Dass die USD-Kurse darauf relativ moderat reagieren, liegt wohl nur daran, dass auch schon bislang der Markt schnelle Fed-Zinserhöhungen eingepreist hat, Claridas Worte also eher eine beruhigende Bekräftigung dessen waren, was der Markt eh schon erwartet. Und nicht eine überraschende Neuigkeit.

Für die USA sieht’s halt rosig aus momentan: Anders als auf dem europäischen Kontinent wütet dort keine neue Corona-Welle. Und anders als in UK drückt dort keine schleppende realwirtschaftliche Erholung aufs Gemüt der Zentralbanker. Da fällt’s halt leicht, sich auf Inflationsbekämpfung zu konzentrieren.

So stellt sich das Bild diesseits und jenseits des Atlantiks halt grundverschieden dar: Während in den USA laut Markterwartung die Fed die Inflation mit höheren Realzinsen angehen kann, wütet zwar auch in Europa die Inflation (zugegeben: nicht ganz so wie jenseits des Atlantiks), aber die EZB muss beide Daumen drücken, dass es nur transitorisch wirkt. Denn angesichts einer neuen Corona-Welle und neuer (Teil- oder Komplett) Lockdowns wird’s nichts mit realwirtschaftlicher Normalisierung.

Natürlich, ein Restrisiko besteht: dass die Fed in die gleiche Falle tappt wie vor Monatsfrist die BoE und am 15. Dezember (wenn die nächste FOMC-Sitzung endet) nicht halten kann, was sie nun andeutet. Doch das Risiko ist gering. Die nächsten Arbeitsmarktdaten (am 3. Dezember) müssten schon sehr deutlich enttäuschen, um das Bild einer robusten Erholung einzutrüben. Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Daher ist weitere USD-Stärke drin.

Noch vor 3. Dezember? Das kommt darauf an, wieviel Mut die Devisenhändler mitbringen, sollte man meinen. Weil es aber derzeit kaum Alternativen zum Greenback gibt (auch das Pfund nicht mehr, siehe oben), mag der Greenback auch einfach vom Mangel an Alternativen profitieren. Er mag vielen Devisenhändlern als die einzige Alternative zum europäischen 4.-Welle-Schlamassel erscheinen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5LCGCallEUR/USDHebel: 14,1
SF7MTQPutEUR/USDHebel: 13,7
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

China: Geldpolitische Kopfschmerzen

Die chinesische Zentralbank (PBoC) behielt die einjährige Loan Prime Rate (LPR) unverändert bei 3,85% und wartete damit bereits den 19. Monat in Folge ab. Mir scheint, dass die chinesischen Entscheidungsträger vor dem Dilemma stehen, dass die Geldpolitik gleichzeitig strukturelle Probleme (Schulden), die Wachstumsverlangsamung und die steigenden Inflationsrisiken adressieren muss. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Entscheidungsträger gegenwärtig abwarten, doch irgendwann muss sich Peking um die Wachstumssorgen kümmern.

Am Devisenmarkt sorgt aber die starke chinesische Währung angesichts der heraufziehenden Risikofaktoren für Kopfschmerzen. Der Carry-Trade dominiert, was die chinesische Währung nach oben treibt und die Behörden beunruhigt. Vorerst haben die Verantwortlichen administrative Maßnahmen ergriffen und die Banken gedrängt, spekulative Positionen im Eigenhandel zu vermeiden.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CU97XBCallUSD/CNHHebel: 50,0
CJ4U8TPutUSD/CNHHebel: 10,1
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Space Economy: Wettlauf ins All

China landet auf dem Mond, die USA liebäugeln mit dem Mars und sogar Touristen kreisen mittlerweile schwerelos um unseren Planeten. Die Raumfahrt boomt wie nie zuvor und die Space Economy ist auf dem Weg zu einer Billionen-Industrie. Noch handelt es sich zwar um einen relativ jungen Markt, doch ist dieser außergewöhnlich innovations- und wachstumsstark. Erfahren Sie, welche Unternehmen besonders vom Raumfahrt-Boom profitieren und wie Anleger partizipieren können. Jetzt lesen!