Währung

Devisen: USD-Stärke auf Sand gebaut?

EUR-USD-Korrektur: Erwartungen von Fed und Markt liegen auseinander

EUR-USD hat den Bereich unter 1,18 erst einmal wieder verlassen. Auf den ersten Blick das deutlichste Zeichen, dass die Unsicherheit darüber, wie es mit EUR-USD weitergeht, zunimmt. Doch auch am Optionsmarkt werden USD-Bullen vorsichtiger. Lagen im März die Kosten für eine Absicherung gegen niedrigere EUR-USD-Kurse über den Absicherungskosten gegen höhere Kurse (= negative Risk-Reversals), hat sich dies nun korrigiert. Über die gesamte Kurve zeichnet sich nun ein deutlich ausgeglicheneres Bild als noch vor einer Woche (siehe Grafik).

Das liegt sicherlich auch daran, dass ein Großteil der Hoffnungen auf einen von Staatshilfen und schnellen Impffortschritten unterstützten Wachstumsboom in den USA bereits eingepreist ist. Weitere und deutlichere USD-Gewinne wären nur gerechtfertigt, wenn dieser Boom auch zu steigenden Inflationsraten führt, auf die die Fed mit höheren Zinsen reagieren müsste. An den Finanzmärkten wird ein derartiges Szenario grundsätzlich für möglich gehalten, wie die gestiegenen Inflationserwartungen und US-Renditen zeigen. Die Fed ist dagegen deutlich skeptischer und wird nicht müde zu betonen, dass ein jeglicher Anstieg der Inflationsraten in den kommenden Monaten überwiegend ein statistisches Konstrukt und damit vorübergehend ist. Ein Zurückfahren ihrer ultra-expansiven Geldpolitik steht den US-Währungshütern zufolge noch lange nicht auf der Tagesordnung.

Offensichtlich besinnen sich daher nun wieder einige Devisenhändler auf die Maxim “Wette nie gegen die Fed!”. Ich könnte mir vorstellen, dass diese nun erst klare Signale sehen wollen, dass ihre Inflationshoffnungen nicht auf Sand gebaut sind, bevor sie sich mit deutlich niedrigeren EUR-USD-Niveaus wohlfühlen. Dafür müsste wohl entweder die Fed ihre Sicht eines noch länger ausbleibendem Inflationsdrucks und damit anhaltend niedrigen Zinsen korrigieren, oder die tatsächliche Inflation auf breiter Basis deutlich und nachhaltig anziehen. Ersteres ist bis auf Weiteres nicht zu erwarten, wie das Protokoll zur März-Sitzung der Fed heute Abend noch einmal nahelegen dürfte, welches aus genau diesem Grund heute vom Devisenmarkt genau unter die Lupe genommen werden dürfte. Letzteres wird noch dauern, da die Inflation auch über den Sommer hinweg deutlich nach oben überraschen müsste, um die Fed davon zu überzeugen, dass der Inflationsanstieg nachhaltig ist.

In EUR-USD ist damit Abwarten angesagt. Solange der Devisenmarkt jedoch an seinen Reflationierungshoffnungen festhält, sind deutlich höhere EUR-USD-Notierungen auch nicht gerechtfertigt. EUR-USD dürfte sich daher im Bereich zwischen 1,17 und 1,20 erst einmal ganz wohlfühlen.

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