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Devisen: Powell für zweite Amtszeit nominiert

Powell für zweite Amtszeit nominiert

Heute (oder vielleicht schon gestern) werden Sie überall lesen können, dass die Nominierung von Jerome Powell für eine zweite Amtszeit als Fed-Chair deshalb USD-positiv ist, weil er für eine restriktivere Geldpolitik steht als die am heißesten gehandelte Gegenkandidatin Lael Brainard.

Das stimmt vielleicht, allerdings ist es nicht die ganze Geschichte. Dass unter dem Chairmanship von Powell die Fed restriktiver agieren wird als sie das unter Leitung Brainards tun würde, ist eine dieser kontrafaktischen Aussagen, die nur dann als wahr angenommen werden kann, wenn man (a) ein bestimmtes Modell der Funktionsweise der Fed zugrunde legt (in dem der Chair die entscheidende Rolle zugesprochen wird) und wenn man (b) bestimmte Annahmen über potenzielles Verhalten der Personen trifft. Diese Modelle und Annahmen mögen stimmen, sind mir aber zu viel an Spekulation.

Ich mag es einfach und halte mich daher an ein ganz anderes Argument: Die Nominierung Powells ist daher USD-positiv, weil US-Präsident Joe Biden nicht die Kandidatin ausgewählt hat, die voraussichtlich die ihm genehmere Geldpolitik umsetzt. Sondern halt den Amtsinhaber, der sein Amt (zumindest in Bezug auf die Geldpolitik) ohne Fehl und Tadel ausgeführt hat.

Biden respektiert damit die Unabhängigkeit der Fed nicht nur de jure, sondern auch de facto. Das ist meines Erachtens ein eindeutig positives Signal für die US-Währung. Was passiert, wenn die Politik nach Gutdünken das Personal einer Zentralbank so lange austauscht, bis ihm die Geldpolitik passt, können wir im Extremfall gerade in der Türkei erleben: Die Lira hat in den vergangenen Wochen gut 1/3 ihres Wertes am Devisenmarkt eingebüßt.

Klar, nichts in der Nähe dieses Ausmaßes würde dem Dollar drohen (nehme ich zumindest fest an). Aber an solchen Extrembeispielen kann man erkennen, wie politischer Einfluss auf Wechselkurse wirkt. Nicht gut. Weil Politik halt in aller Regel eine expansivere Geldpolitik wünscht.

Im Grunde ist’s ganz einfach: Mit Geld kann man viele tolle Dinge machen. Daher besteht für Politik (die ganz wesentlich über Fiskalpolitik, also übers Geldausgeben wirkt) die Versuchung, mit Gelddrucken Probleme zu lösen. Nur ist auch klar, dass das systematisch nicht funktionieren kann. Weil das, was ausgegeben wird, anderswo erarbeitet werden muss. Daher kommt die eigentlich seltsame Idee, gerade die Geldpolitik aus dem demokratischen Prozess der Entscheidungsfindung herauszunehmen und unabhängigen Experten zu übertragen.

Es bedarf freilich einer gewissen Größe der Politik, diese Unabhängigkeit nicht über die Berufungspolitik auszuhebeln. Diese Größe hat Biden am Montag mit seiner Nominierung bewiesen.

Nur sollte man darüber nicht in unbeschränkte USD-Euphorie ausbrechen. Mit den nächsten Wahlen kann alles wieder anders werden. In sicherem Fahrwasser ist die Fed-Unabhängigkeit nicht. Nicht in einem Land, in dem die Grundfeste der demokratischen Institutionen gerade erst von Bidens Vorgänger erschüttert wurden.

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CHF: Obacht!

Zugegeben, die Marke von 1,05 in EUR-CHF war nur eine an den Devisenmärkten vermutete Schmerzgrenze der SNB, nachdem diese im letzten Jahr bei diesem Niveau kräftig interveniert hatte. Daher wurde darüber spekuliert, ob die SNB auch jetzt dieses Niveau verteidigen würde.

Das tut sie offenbar nicht. Das haben wir am Freitag gelernt. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass die SNB am Markt interveniert hat, um eine noch stärkere Aufwertung des Franken zu verhindern. Der “Absturz” in EUR-CHF nach dem Bruch der 1,05-Marke fiel schließlich recht moderat aus. Hatte die SNB also ihre Hände im Spiel?

Die wöchentliche Veröffentlichung der Sichteinlagen, welche gerne als Maß für die Interventionstätigkeit der SNB herangezogen werden, konnte diesebezüglich gestern wenig Aufschluss geben. Zwar sind die Sichteinlagen letzte Woche im Vergleich zur Vorwoche gestiegen, der Anstieg war aber recht moderat.

Da die Rahmenbedingungen aktuell anders sind als noch letztes Jahr, ist es durchaus möglich, dass die SNB einen etwas stärkeren Franken akzeptiert. Während die Verbraucherpreisinflation in der Schweiz im letzten Jahr teilweise deutlich im negativen Bereich lag, betrug sie im Oktober 1,2%. Für Schweizer Verhältnisse ist das schon recht ordentlich.

Hält die SNB allerdings an ihrer Meinung fest, dass der Franken immer noch hoch bewertet ist, dann dürfte sie eine weitere Franken-Aufwertung nur bis zu einem gewissen Grade akzeptieren.

Diesbezüglich herrscht Unsicherheit und das könnte eine deutlichere Abwertung von EUR-CHF seit Freitag verhindert haben. Denn schließlich können Devisenhändler nicht sicher sein, ob die SNB nicht doch plötzlich kräftig interveniert.

Da der EUR erstmal unter Abwertungsdruck bleiben dürfte, dürfte auch EUR-CHF wohl weiter nachgeben. Mit der Gefahr allerdings, dass die SNB irgendwann doch beherzt eingreift. Franken-Bullen sollten daher Vorsicht walten lassen.

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Space Economy: Wettlauf ins All

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