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Devisen: Ereignisreiche Woche geht zu Ende!

BoJ: Und sie interveniert doch

Letztendlich ging es dann doch alles ganz schnell. Hatte das japanische Finanzministerium (in dessen Verantwortung die Währungspolitik in Japan liegt) kurz nach der gestrigen Zinsentscheidung der Bank of Japan noch betont, noch nicht am Devisenmarkt interveniert zu haben, hieß es keine vier Stunden später aus gleicher Quelle, man habe “entschlossene Maßnahmen” am Devisenmarkt ergriffen.

Dem war vorausgegangen, dass die Yen-Schwäche während der BoJ-Pressekonferenz im Anschluss an die geldpolitische Sitzung noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen hatte. USD-JPY nahm Kurs auf die Hochs bei 147, auf die der Yen im Zuge der Asienkrise 1998 gefallen war, als die japanischen Behörden das letzte Mal gegen Yen-Schwäche interveniert hatten. Und wieder zogen die Verantwortlichen die Reißleine.

Das Timing zeigt aber bereits die Problematik der ganzen Situation. Denn es dürfte vor allem der ultraexpansive Ton von BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda gewesen sein, der dem Yen einen weiteren Abwertungsschub verliehen hat.

Während auf der ganzen Welt darüber diskutiert wird, ob man die Zinsen nun um 50, 75 oder vielleicht doch 100 Bp. anhebt, betonte Kuroda, dass die japanische Wirtschaft weiter Unterstützung benötige, man nicht zögern würde, falls nötig, weiter zu lockern, und er auf die nächsten 2-3 Jahre derzeit keinen Grund sähe, die Ausrichtung (“Guidance”) der BoJ zu ändern. Wenn das nicht einen schwächeren Yen rechtfertigt, was dann?

Natürlich könnte man trotzdem argumentieren, dass eine Abwertung von fast 20% seit Jahresanfang exzessiv sei und Interventionen der Bewegung die spekulative Grundlage entziehen könnten. Angesichts einer ähnlich deutlichen Abwertung des Forints und der schwedischen Krone (Abbildung) halten wir dies jedoch nicht für überzeugend. In unseren Augen ist die Yen-Schwäche derzeit fundamental gerechtfertigt.

Die japanischen Behörden können also im besten Fall darauf hoffen, die Yen-Schwäche zu begrenzen, aber nicht den Yen nachhaltig aufzuwerten. Da das aber auch der Markt weiß, laden unilaterale Interventionen geradezu dazu ein, die Entschlossenheit der Behörden anzutesten. Das bedeutet, dass die Interventionen entweder sehr teuer werden könnten oder der Yen letztendlich schwächer zu handeln droht, als es ohne Interventionen der Fall gewesen wäre. Beides keine vielversprechenden Aussichten für den Yen.

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BoE: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Bank of England hat erwartungsgemäß ihren Leitzins um 50 Bp auf 2,25% angehoben. Wie schwer sich die BoE tut, angemessen auf die hohe Inflation zu reagieren, während sich gleichzeitig die Konjunktur abschwächt, zeigt das Abstimmungsverhalten der Mitglieder des geldpolitischen Komittees. Fünf der neun Mitglieder präferierten 50 Bp, drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung um 75 Bp, ein Mitglied für einen kleineren Zinsschritt um 25 Bp.

Am Markt wurde zuletzt verstärkt über einen 75 Bp Zinsschritt spekuliert. Vor diesem Hintergrund schwächte sich das Pfund gestern ab, wenn auch nur recht moderat. Am Markt herrscht die Hoffnung, dass ein größerer Zinsschritt nur verschoben ist. Denn immerhin haben drei Mitglieder für einen größeren Schritt gestimmt.

Wir bleiben allerdings skeptisch. Zum einen trübt sich der Konjunkturausblick weiter ein. Zum anderen scheint die BoE zu hoffen, dass die fiskalpolitischen Maßnahmen, unter anderem ein Energiepreisdeckel ab Oktober, einen weiteren deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise verhindern – und der Druck auf die BoE, entschiedener zu handeln, damit abnimmt.

Ob sich diese Hoffnung als berechtigt herausstellt, muss sich natürlich erst noch zeigen. Als Pfund-Investor wäre ich weiter vorsichtig, denn die Hoffnungen am Markt, dass die BoE künftig entschlossener handelt, könnten wieder einmal enttäuscht werden. Zudem verschlechtert sich durch die fiskalpolitischen Hilfspakete die Verschuldungssituation des Staates (mehr dazu bei der Vorstellung des Mini-Haushaltes heute) – ein weiterer Belastungsfaktor für das Pfund.

Die jüngste Erholung des Pfund zum EUR könnte sich daher lediglich als kurze Verschnaufpause erweisen. Das Pfund dürfte weiter unter Abwertungsdruck stehen.

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SNB: Ade zu Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank hat das Tempo der geldpolitischen Straffung angezogen und ihren Leitzins um 75 Bp auf 0,5% angehoben – und sich damit nach fast 8 Jahren von Negativzinsen verabschiedet.

Für den Markt war dies offenbar dennoch zu wenig, denn der Schweizer Franken gab nach der Entscheidung nach. Es hatte offensichtlich einige Marktteilnehmer gegeben, die mit einem noch größeren Zinsschritt gerechnet hatten.

Wenig hilfreich war zudem wohl die Tatsache, dass das Statement und die Kommentare von SNB-Präsident Thomas Jordan nicht sonderlich falkenhaft ausfielen. Laut SNB sei nicht auszuschließen, dass weitere Zinserhöhungen nötig sein werden, um die Preisstabilität in der mittleren Frist zu gewährleisten.

Nachdem wir mittlerweile ganz andere Kommentare von Notenbankern gewohnt sind, klingt das regelrecht zahm. Allerdings ist das Inflationsproblem in der Schweiz (im August lag die Teuerung bei 3,5%) auch nicht so drängend. Insofern frage ich mich, was der Markt erwartet hat.

In ihren aktuellen Projektionen geht die SNB davon aus, dass die Inflation ihren Hochpunkt erreicht hat und gegen Ende 2023 wieder bei unter 2% liegen wird. Auch das spricht nicht unbedingt für weitere aggressive Zinsschritte. Wahrscheinlich wird die SNB ihren Leitzins in diesem Zyklus nur noch moderat anheben.

Die Enttäuschung des Marktes könnte den Franken zwar unter weiteren Abwertungsdruck bringen. Allerdings hat die SNB gestern erneut bestätigt, dass sie erwägen würde, Devisen zu verkaufen, sollte der Franken abwerten. Denn ein schwacher Franken würde den Druck auf die (importierten) Preise schließlich erhöhen. Insofern sind Interventionen nicht auszuschließen, sollte der Franken aus Sicht der SNB zu schwach handeln. Der Markt dürfte daher diesbezüglich vorsichtig agieren.

Allerdings dürfte das Umfeld für den EUR ohnehin schwierig bleiben. Insofern glaube ich, dass externe Faktoren wie der Ukraine-Krieg, eine drohende Energiekrise und Konjunktursorgen schnell wieder die Oberhand gewinnen werden und der Franken tendenziell gefragt bleiben wird.

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Norges Bank bleibt ihrer Linie treu

Die Norges Bank hat gestern geliefert und wie erwartet den Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,25% erhöht. Dass die NOK nach der Zinsentscheidung kurzzeitig unter Abwärtsdruck geriet, ist meines Erachtens dem Umstand geschuldet, dass sich die Norges Bank etwas vorsichtiger anhört, was die Wachstumsaussichten anbelangt. Auf kurze Sicht hätte sich der Ausblick eingetrübt, so die Norges Bank. Sie hob ihre Inflationsprognosen recht deutlich an und sieht nun einen signifikant höheren Hochpunkt bei fast 6,5%. Danach dürfte die Inflation aber recht zügig fallen.

Aufgrund dieses Inflationsausblicks signalisiert die Norges Bank auch weitere Zinserhöhungen mit einer Tendenz zum Frontloading. Der Leitzins wird schneller als zuvor erwartet steigen. Aufgrund des Wachstumsausblicks bleibt sie aber vorsichtig, sodass sie den Hochpunkt des Leitzinses unverändert zwischen 3 und 3,25% sieht – das beinhaltet noch 75-100 Basispunkte mehr im Vergleich zum jetzigen Zinsniveau, bei zahlreichen Zinsentscheidungen, die bis dahin anstehen. Hatte sie mit diesem Hochpunkt zuvor erst Ende 2023 gerechnet, dürfte dieses Niveau nach der neuen Prognose schon ein Quartal früher erreicht sein. Dafür könnte der Leitzins dann aber auch etwas eher wieder sinken. Bis auf die Änderung im Timing ist der Zinspfad also nahezu unverändert.

Alles in allem bleibt die Norges Bank ihrer Linie treu und wird den Leitzins weiterhin graduell anheben. Prinzipiell liefert die Geldpolitik keinen Grund mehr, der NOK zusätzlichen Aufwärtsschub zu verleihen. Andererseits dürfte die norwegische Wirtschaft bei einer Gaskrise in Europa widerstandsfähiger sein, weshalb dieser Zinspfad durchaus gerechtfertigt sein dürfte und es auch keinen Grund gibt, diesen anzuzweifeln. Sollte es zu einem konjunkturellen Einbruch in Europa kommen, dürfte dieser die Eurozone stärker treffen und die EZB infolgedessen ihren Zinszyklus überdenken, was den Euro unter Druck setzen würde.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass die NOK tendenziell aufwerten und EUR-NOK wieder unter 10 fallen sollte. Allerdings belastet die schlechte Stimmung an den Märkten aus Sorge vor einer Gaskrise die NOK. Diese Sorge wird möglicherweise noch anhalten, bis klarer wird, wie Europa durch den Winter kommen wird. Deshalb könnte die NOK erst im späteren Jahresverlauf wieder deutlicher zulegen.

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