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Der Zusammenhang zwischen Inflation und USD-Kursen

USD gibt nach CPI-Zahlen nach

Ich hatte gestern an dieser Stelle ja schon gemutmaßt, dass höhere US-Inflationsdaten dem US-Dollar nicht sonderlich helfen würden (und vice versa). Dass der moderat positiven Inflationsüberraschung (+0,5% vs. Median von +0,4%) aber ein heftiger USD-Selloff folgen würde, überstieg auch meine Fantasie.

Ich könnte Ihnen jetzt ‘ne tolle Theorie präsentieren, die erklärt, warum der Zusammenhang zwischen Inflation und USD-Kursen sich umdrehen kann. In der Tat hab’ ich solche Erklärungsmuster ja in der Vergangenheit schon häufig bemüht:

  • dass die Fed kurzfristig kaum schneller agieren dürfte, als eh schon die Spatzen (sprich: die Fed-Funds-Futures) von den Dächern pfeifen: 100 Basispunkte Zinserhöhung in diesem Jahr (siehe Abbildung),
  • dass auf lange Sicht der Markt weiterhin von negativen Realzinsen ausgeht und
  • dass deshalb höhere Inflation eher USD-negativ wirken sollte.

Und in der Tat, das ist keine schlechte Erklärung für den mittelfristigen Zusammenhang zwischen US-Inflation und USD.

Die heftige Marktreaktion gestern erklärt das freilich nicht. Denn eigentlich war’s keine wirkliche Überraschung. Die Markterwartungen waren zwischen +0,4% und +0,5% einigermaßen gleichmäßig aufgeteilt. Viel Überraschung war in der gestrigen Zahl also nicht drin. Eigentlich hätte gestern also fast gar nicht mit den USD-Kursen passieren müssen.

Die USD-Reaktion ist, denke ich, viel prosaischer zu erklären. Wie? Viele Analysten haben’s einfach. “Der Dollar war überkauft”, schreiben sie.

Mein Problem ist: Ich hasse diese Formulierung.

  • Für jeden Dollar, den jemand kauft, gibt’s jemand, der ihn verkauft. Von wem soll der Markt im Aggregat denn die Dollars gekauft haben? Von den Marsmännchen?
  • Und wenn man nicht vom Aggregat redet, von welcher Gruppe von Marktteilnehmern dann, bitteschön? Vor allem: Warum sollen die Trades dieser Gruppe die Wechselkurse mehr bewegen als die Trades anderer? Ein Dollar im Handelsbuch eines FX-Händlers bereitet ihm Profit oder Loss, unabhängig davon, ob er von einem “spekulativen Marktteilnehmer” oder von einem “kommerziellen Marktteilnehmer” kommt.

Die Metapher klemmt gewaltig. So sehr wie die Analysen all derer, die “Flows” analysieren.

Aber das, was das Wort “überkauft” beschreiben will, ist schon relevant: dass Wechselkurse aufgrund endogener Dynamik (die zu erklären möglich, aber wenig hilfreich ist) eine Bewegung, die vielleicht zu Beginn mal fundamental gerechtfertigt war, übertreiben. Daten, die durchaus die Richtung der vergangenen Marktbewegung unterstützen, aber eben solche Übertreibung nicht rechtfertigen, können dann Auslöser dafür sein, den Markt zu erden. Und eben heftige Reaktionen in scheinbar unsinnige Richtungen auslösen.

Mir fällt dafür kein knackiger Begriff ein, der “überkauft” ersetzen könnte. Da müsste mal jemand ‘ne gute Idee haben…

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Russland: Inflation schwächer, aber kein Durchbruch mit NATO

Eine Minderheit von Ländern hat jüngst eine überraschend schwache Inflation gemeldet. Einschlägiges Beispiel war China Anfang der Woche. Gestern gesellte sich auch Russland dazu und schürte damit gewisse Hoffnungen, dass rohstoffsensible Volkswirtschaften in den nächsten Monaten zumindest leicht durchatmen können. Mit 0,6% gegenüber Vormonat stieg die Kernverbraucherpreisinflation langsamer als im November (1,1% gegenüber Vormonat). Der Konsens war von 0,8% ausgegangen. Allerdings ändern die Daten nichts daran, dass die russische Zentralbank (CBR) den Leitzins am 11. Februar nochmals um 25 Bp. erhöhen könnte.

Wie sich der Rubel entwickelt, hängt mittlerweile natürlich vorwiegend von der Geopolitik ab. In dieser Hinsicht waren die Nachrichten vom gestrigen Gipfel zwischen der NATO und Russland kaum erfreulich. Die Parteien verständigten sich lediglich darauf, das Dialogzeitfenster weiter zu verlängern. Für eine Lösung waren die Fragen zu komplex oder zu gegensätzlich. Außerdem machte Russland keine Anstalten, seine Truppen von der ukrainischen Grenze abzuziehen, so wie es dies beim ersten Gipfel zwischen Biden und Putin im letzten Sommer getan hatte.

Unser Basisszenario, wonach Rubel-Vermögenswerte aufgrund des geopolitischen Risikos nur vorübergehend schwanken werden, haben wir jüngst geändert. Wir gehen nunmehr von einer Risikoprämie aus, die bis zu den russischen Präsidentschaftswahlen 2024 stetig steigen wird, und werden unsere USD-RUB-Prognosen entsprechend anpassen.

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Jahresausblick: 20 Trends für 2022

Nach dem ereignisreichen Jahr 2021 blicken Investoren erwartungsvoll auf 2022. Die Sorgen über die Corona-Variante Omikron, der Kurswechsel der US-Notenbank und die Unruhe am chinesischen Immobilienmarkt dürften weiter für Spannung sorgen. Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!