Währung

Der US-Präsident begrenzt das USD-Aufwertungspotenzial

USD: Kann man sich vorstellen, dass die andauernden Twitter-Triaden des US-Präsidenten gegen die Fed (gestern Abend gab’s die nächste Runde) nur folgenloses Gemecker sind? Jedermann erwartet, dass die Fed ihren Leitzins weiter senkt. Das wird auch der Präsident wissen. So kann er darauf spekulieren, dass er am Ende dastehen kann und sagen, „Seht her, weil ich’s ihnen gesagt habe, haben die Fed-Verantwortlichen den Leitzins gesenkt.“ Ein Punkt im Wahlkampf.

Doch sicher kann man sich über die Motivationslage dieses Präsidenten nicht sein. Weiterhin schwebt das Damoklesschwert der Interventionen über dem Dollar. Momentan ist es eher abstrakte Gefahr. Anders wäre es, wenn der Dollar nochmal deutlich zulegen würde. Würde das „stabile Genie“ im Weißen Haus dann immer noch inaktiv bleiben, stünde er als großmäulige, lahme Ente da. Das könnte er sich nicht leisten. Nicht im Wahlkampf. Dann müßte er ernst machen. Mit der Degradierung von Fed-Chair Jay Powell oder mit Interventionen am Devisenmarkt. Das weiß jeder. Und daher ist das Aufwertungspotenzial für die US-Währung eng begrenzt.

Wir veröffentlichen heute unsere neuen EUR-USD-Prognosen, in denen wir erstmalig die Sicht unserer EZB-Watcher verarbeiten, die für September – neben einem reichen Maßnahmenbündel – jetzt auch die Wiederaufnahme des QE-Programms erwarten. EZB-QE, das wäre eigentlich ein deutlich negatives Signal für EUR-USD. Letztes Mal, als EZB-QE absehbar wurde (2014), rauschte der Wechselkurs von fast 1,40 auf rund 1,05 herunter. Auch dieses Mal unterstellen wir einen negativen Effekt und nehmen die EUR-USD-Prognose für Ende September von 1,14 auf 1,10 herunter. Gegenüber damals ist das, was wir jetzt prognostizieren, jedoch ein Mini-Effekt. Klar, teilweise hat das EZB-spezifische Gründe:

  • Die EZB kommt so langsam an die machbare Grenze ihrer QE-Instrumentarien.
    • Endlos kann sie – wenn sie nicht doch legale Risiken eingehen will – die Emittentengrenze nicht ausdehnen.
    • Ebenso ist ein Herumschrauben am Kapitalschlüssel brandgefährlich.
  • Und schließlich hat QE seinen Schrecken verloren. Letztes Mal hat’s weder die von der EZB erhofften inflationären Effekte gehabt, noch ist der Anleihenmarkt kollabiert. Man darf davon ausgehen, dass es auch diesmal so kommen wird.

Dass wir nicht größere QE-Effekte prognostizieren, halt aber auch mit dem US-Präsidenten zu tun. Würde ich EUR-USD erheblich unter 1,10 prognostizieren, müsste ich unterstellen, dass er den Twitter-Triaden Taten folgen lässt. Das würde aber eine solche Prognose zunichte machen. Und deshalb bleibt’s bei einem vergleichsweise kleinen Effekt. Der Markt sieht das ähnlich. Trotz Risk-On fällt EUR-USD nicht wieder auf die Tiefs von letzter Woche. Weil EUR-USD eben nicht von Risk-On/Risk-Off getrieben wird, sondern von genuiner USD-Schwäche.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

NOK: Einen ersten Vorgeschmack auf das, was die Norges Bank nächste Woche entscheidet, könnten heute die Daten zur Inflation im Juli liefern. Zur Erinnerung: die Norges Bank erhöhte im Juni den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% und kündigte an, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahresverlauf weiter angehoben wird. Diese Haltung könnte allmählich ins Wanken geraten. Selbst wenn es daheim noch gut läuft und die Inflation noch über dem Inflationsziel von 2% liegt, zeigt der Inflationstrend nach unten und kann die Norges Bank nicht die Augen vor den globalen Risiken verschließen, die sich unter anderem in fallenden Ölpreisen widerspiegeln. Die Wahrscheinlichkeit ist in den letzten Tagen deutlich gestiegen, dass sich die Norges Bank zukünftig vorsichtiger anhört. In Kombination mit der erhöhten Risikoaversion, die die NOK seit Ende Juli schon heftig unter Druck gebracht hat, ist das ein für die Krone schwieriges Umfeld. Bei schwachen Inflationsdaten könnte EUR-NOK nochmals in Richtung 10,10-Marke steigen.

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XMJ Long EUR/NOK Faktor: 10
CE9MCU Short EUR/NOK Faktor: -10
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