Währung

Der US-Dollar gibt wieder auf breiter Front nach

Zweite Corona-Welle und fiskalische Reaktionen

Hier wie in den USA dürften sich auch die Reaktionen kaum unterscheiden. Überall findet man genügend Gouvernors bzw. Ministerpräsidenten, die lange zögern. Hier wie dort endet das aber letztendlich in umso heftigeren Lockdowns. Weil nirgendwo die Gesellschaft bereit ist, zu akzeptieren, dass Menschen auf überfüllten Krankenhausfluren sterben oder Leichen in Kühllastern gelagert werden müssen.

Qualitative Unterschiede gibt es zwischen den USA und Europa in epidemiologischer Hinsicht nicht. Wohl aber gibt’s Unterschiede in der wirtschaftspolitischen Reaktion auf die neue Corona-Welle. Alles in allem sind die Regierungen und Parlamente in Europa weiterhin bereit, mit expansiver Fiskalpolitik die wirtschaftlichen Langzeitfolgen abzufedern. In den USA sieht das anders aus. Da scheinen die Republikaner nach der verlorenen Wahl wieder in Fundamentalopposition zu gehen. Dass sie im Frühjahr zu den massiven fiskalischen Maßnahmen bereit waren, erscheint je nach Lesart entweder als wahltaktisches Manöver oder offenbart den Unterschied in ihrer fiskalischen Haltung je nachdem, ob ein Parteifreund oder -gegner gewählter Präsident ist.

Wie dem auch sei: Gerade, weil die guten Nachrichten von den Impfstoffentwicklern Licht am Ende des Corona-Tunnels erkennbar werden lassen, dürfte dem Devisenmarkt eine aktive fiskalische Reaktion besser gefallen als Inaktivität. Wenn ein Ende der Pandemie absehbar ist, ist die Taktik, mittels Fiskalpolitik die Volkswirtschaften Europas über die Lockdowns zu hieven (und so unnötige Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit und Multiplikator-Effekte zu verhindern) wieder einleuchtend für viele Devisenhändler. Entsprechend erscheint die Blockade-Strategie der Republikaner in den USA als unnötig schädlich.

Letztendlich geht’s darum, vorherzusagen, in welchem Wirtschaftsraum Corona die geringeren Langfristschäden erzeugt. Und weil diesbezüglich die neuen Argumente für Europa sprechen, legt der Euro gegenüber dem Dollar zu.

Nachtrag: Die USD-Reaktion der letzten Tage wird hoffentlich all denen eine Lehre sein, die bisher daran festhielten, der Dollar sei ein “sicherer Hafen” und würde bei jedwedem Ungemach dieser Welt (selbst wenn es seinen Ursprung in den USA hat) aufwerten. Ich hatte in den letzten Monaten oft das Gefühl, ich wäre der einzige Mensch auf Gottes Erdboden, der diese Meinung nicht teilt.

Mich stört, wenn einer Währung ein exzeptioneller Sonderstatus zugeschrieben wird, der eher mystisch als ökonomisch erklärt wird. Das halte ich für eine gefährliche Methode der FX-Analyse. Und deshalb freue ich mich umso mehr, wenn unzweifelhaft solch methodische Schwäche zu Widersprüchen mit der Realität der Wechselkurse führt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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Deadline-Verschiebungen in den Brexit-Verhandlungen

Liegt’s daran, dass mit Dominic Cummings einer der radikalsten Brexit-Hardliner auf maximal spektakuläre Weise die Regierung verlassen hat? Oder ist es die unvermeidliche, schon so oft gesehene Logik der Brexit-Verhandlungen? Wie dem auch sei: Aus Londons Regierungskreisen gibt’s unüberhörbare Signale, die in Richtung einer Verlängerung der Verhandlungen hindeuten. Noch geht es um die eher künstlichen, schwammigen Deadlines vor 31. Dezember. Aber es bedarf nicht allzuviel Phantasie, um sich vorzustellen, dass auch der kommende Jahreswechsel nicht die große Zäsur in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen UK und EU werden könnte.

Die GBP-Reaktion war moderat. Abgesehen von ein wenig Volatilität zum Handelsbeginn hat insbesondere EUR-GBP gar nicht reagiert. Pessimisten mögen argumentieren, dass Cummings Abgang nicht heißt, dass sich die britische Brexit-Politik grundlegend ändert. Mich hingegen überrascht das aus einem anderen Grund nicht. Regelmäßige Leser unserer TagesInfo werden sich erinnern, dass ich schon lange mutmaße, dass der Markt solch eine praktikable Verschiebung der Brexit-Deadline als zentrales Szenario unterstellt. Deshalb sind die letzten Meldungen eher Bestätigung der vorherrschenden Markthaltung als Anlass für eine Neubewertung der GBP-Wechselkurse.

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CNY: Weiterhin fest, Erholung auf Kurs

Die verbliebenen Zahlen zur Wirtschaftstätigkeit für den Oktober lagen im Rahmen der Erwartungen und untermauerten die erwartete Erholung. Die Industrieproduktion stieg um 6,9% zum Vorjahr und die Anlageinvestitionen wuchsen während der ersten zehn Monate des Jahres um 1,8%. Die Arbeitslosenquote gab von bisher 5,4% leicht auf 5,3% nach. Gleichzeitig stiegen die Einzelhandelsumsätze um 4,3% zum Vorjahr, sodass sich ihre Schrumpfung im bisherigen Jahr auf -5,9% verringerte. USD-CNY gab heute stark um fast 250 Pips auf 6,5820 nach. Dies geschah erstens vor dem Hintergrund des schwächeren USD, weshalb die chinesische Zentralbank (PBoC) das Mittelpunk-Fixing wesentlich niedriger festlegte (um 237 Pips nach 6,6048 am letzten Freitag). Interessanterweise war dieser Wert nicht weit von der Prognose unseres Modells entfernt, was noch immer eine sehr geringe Anpassung durch die PBoC andeutet. Der zweite Grund war der Optimismus aufgrund der RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership). Nach einer zehnjährigen Vorbereitung wurde sie am Wochenende unterzeichnet und lässt eine stärkere regionale Zusammenarbeit erwarten, die dann hoffentlich die Erholung unterstützen wird. Der RCEP gehören 15 Länder an (China, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und die zehn ASEAN-Länder). Nach Inkrafttreten ist sie der weltweit größte Handelsblock, der 26 Bio. USD bzw. 30% zum weltweiten BIP beiträgt und ein Drittel der weltweiten Bevölkerung umfasst. Wichtig ist, dass die RCEP China einschließt, während China dem konkurrierenden multilateralen Handelsblock CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership) nicht angehört. Noch ist unsicher, ob die USA der TPP wieder beitreten möchten. Vorerst ist jedenfalls die RCEP der wichtigste Handelsblock in Asien mit China als dominanter Volkswirtschaft.

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