Währung

Der Devisenmarkt spielt mit dem 1,20-Feuer

EUR-USD-Widerstand 1,20?

Normalerweise rede ich nicht von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus. Das überlasse ich den Kolleginnen und Kollegen der Technischen Analyse. In meiner fundamental getriebenen FX-Welt sind Niveaus Schall und Rauch. Allerdings: Ausnahmen bestätigen die Regel. Für den EUR-USD-Wechselkurs hat die Marke von 1,20 besondere Bedeutung. Nicht, weil in Dezimalschreibweise hinten eine Null steht. Sondern, weil Anfang September EZB-Chefvolkswirt Philip Lane just in dem Moment den berühmten Satz sagte, als EUR-USD 1,20 erreicht hatte:

The EUR-USD rate does matter [and is] endogenous to monetary policy.

Darüber könnte man viel sagen: dass Lane mit dieser Formulierung das Versprechen, das sich die G7-Zentralbanken einst gaben (“we don’t target exchange rates”) brach, dass seine Chefin im Nachhinein eine “G7-kompatible” Formulierung wählte etc. Momentan kommt’s aber auf eines an: Haben Europas Zentralbanker (und Lane pars pro toto) damals “eine Linie in den Sand gezogen”? Werden sie EUR-schädigende Maßnahmen ergreifen, wenn EUR-USD wieder 1,20 erreicht?

Der Devisenmarkt scheint die Angst davor zu verlieren. Zumindest handelt EUR-USD bereits im oberen 1,19er-Bereich. Mutig, so kurz vor der EZB-Sitzung am 10. Dezember und unmittelbar vor zwei Reden, die EZB-Chefin Christine Lagarde heute und morgen halten wird. Die EZB könnte zumindest theoretisch neben dem, was bereits de facto angekündigt ist (Ausweitung der PEPP- und TLTRO-Programme), auch an den Zinsen herumfummeln – potenziell mit EUR-schädlicher Wirkung.

Andererseits: Auch die EZB sitzt in einer Klemme. Offensichtlich ist man dort der Meinung, dass Zinssenkungen nichts bringen, vielleicht sogar schaden. Obwohl die EZB neunmalkluge Analysen vorlegt, nach denen noch viel Zinssenkung schadlos drin wäre, glaub man seiner eigenen Propaganda im EZB-Tower wohl selbst nicht mehr. Daher die Beschränkung auf die QE-Programme. Andererseits riskiert die EZB, dass EUR-USD erst so richtig Fahrt aufnimmt, wenn die 1,20-Marke fällt und diesmal dazu von EZB-Seite nur beredtes Schweigen zu vernehmen ist. Dann könnte nämlich der Rest des Devisenmarktes, der z.Zt. noch aus Angst vor der EZB zurückschreckt, auf den Zug aufspringen.

Ich gebe zu: Ich kann mir die Schadenfreude darüber nicht verkneifen, dass die EZB in der Klemme steckt. Recht geschieht’s denjenigen, die so rücksichtslos den G7-Konsens beschädigten! Andererseits macht das die EUR-USD-Aussicht für die nächsten Tage nicht einfacher. Wenn der Markt wenigstens bis zur EZB-Sitzung am 10. Dezember stillhalten könnte! Danach wäre der Weg für EUR-USD-Niveaus über 1,20 viel deutlicher frei.

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Brexit-Einigung noch in dieser Woche?

Da gibt’s schon wieder diejenigen Pressestimmen, die eine Brexit-Einigung für Ende dieser Woche voraussagen. Mag sein, aber ich glaub’s nach 4½ Jahren Brexit-Chaos erst, wenn ich’s sehe. Aber ausschließen kann man auch nichts. Wenn die Signale in diese Richtung sich verstärken, mag das erstmal einen Boost für das Pfund auslösen. Allerdings: Erwarten Sie nicht zu viel. Aus drei Gründen.

Alles, was kommen mag, ist eine weniger enge wirtschaftliche Bindung Großbritanniens an den Kontinent, als die EU es war. Und damit wird sich kaum jemand außerhalb des Zirkels der Brexiteers vorstellen können, dass irgendetwas wirtschaftlich für Großbritannien besser wird. Weil der Devisenmarkt aber keinen nationalen Stolz einpreist, gibt’s keinen Grund, auf Vor-Referendum-Niveaus zurückzukehren.

Der Schaden ist teilweise schon da. Abbildung 1 zeigt: Vor dem Referendum wuchs die Auslandsverschuldung der britischen Volkswirtschaft im Schnitt mit der Geschwindigkeit, die die kumulierten Leistungsbilanzdefizite nahelegten. Die Pfund-Abwertung nach dem Referendum hat die Netto-Schulden nahezu beseitigt (weil Fremdwährungs-Forderungen gegenüber GBP-Verbindlichkeiten “aufwerteten”). Doch geholfen hat’s wenig. Denn seitdem steigt der Bestand an Netto-Auslandsverbindlichkeiten viel schneller als die kumulierten Leistungsbilanzdefizite. Das kann man so erklären: Wegen Brexit müssen Briten mehr für ihre Schulden gegenüber Ausländern an Schuldendienst leisten. Eine Brexit-Prämie, sozusagen. Bislang rund 200 Mrd. Pfund. Das hätte man mal auf Busse pinseln sollen!

Der Optionsmarkt verlangt hohe Prämien für Versicherung vor deutlicher Pfund-Abwertung, aber geringe für Versicherung vor deutlicher Pfund-Aufwertung. Klar, das kann man so deuten, dass auf der Seite mehr Bedarf an Versicherung besteht, es also ein reiner Nachfrage-Effekt ist. Allerdings mag’s auch daran liegen, dass der Markt das Potenzial für’s Pfund im Fall eines Deals als gering erachtet. Und wenn jedermann das so sieht’ wird’s nichts mit der Pfund-Rallye im Fall einer Einigung.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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Offizieller CNY-Index leicht niedriger

Die Entwicklung von USD-CNY war in der letzten Woche wegen der schwachen Dynamik ein wenig langweilig. Weil der US-Dollar abgewertet hat, bedeutet ein stabiler USD-CNY-Kurs, dass der CNY gegenüber dem Währungskorb nachgegeben hat. Im Ergebnis fiel der offizielle CNY-Index in der letzten Woche leicht. Der Markt scheint das Risiko für USD-CNY gegenwärtig ausgeglichen einzuschätzen. Weil die chinesische Zentralbank (PBoC) die CNY-Aufwertung als „angemessen“ bezeichnet hat, scheint der Markt derweil wieder das Gefühl zu bekommen, dass die chinesische Zentralbank auf erneute CNY-Kurssprünge empfindlicher reagieren würde. Der allgemein ruhige USD-CNY-Handel dürfte daher andauern.

Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im November betrug hohe 52,1 Punkte. Damit lag er deutlich über dem letzten Wert von 51,4 und über dem Marktkonsens von 51,5. Im Allgemeinen bleibt die Konjunkturerholung also auf Kurs, weil auch der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor mit einem Wert von 56,4 für den November robust bleibt.

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